02.11.2017
Die korrekte Berechnung der Position Ä3

 
 

Geb.-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

Ä3

Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung – auch mittels Fernsprecher

20,11 €

 
Abrechnungsbestimmung
 
Die Leistung nach Nummer 0003 (Dauer mindestens 10 Minuten) ist nur berechnungsfähig als einzige Leistung oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung nach Nummer 0005, 0006, 0007, 0008, 0800 oder 0801. Eine mehr als einmalige Berechnung im Behandlungsfall bedarf einer besonderen Begründung.
 
Erläuterungen zur Abrechnung:
 
Die Beratung muss mindestens 10 Minuten dauern. Eine mehrmalige Berechnung der Leistung nach Nr. Ä3 innerhalb eines Tages oder eines Behandlungsfalls ist möglich, sollte jedoch in der Liquidation erläutert werden.
 
Gemäß den Bestimmungen zur GOÄ-Nrn. 45 (Visite im Krankenhaus) und 46 (Zweitvisite im Krankenhaus) ist die Ä3 neben oder anstelle dieser Leistungen nicht berechnungsfähig. Werden zu einem anderen Zeitpunkt an demselben Tag andere Leistungen des Abschnitts B erbracht, so können diese mit Angabe der Uhrzeit für die Visite und die anderen Leistungen aus Abschnitt B berechnet werden.
 
Die GOÄ-Nrn. 4 (Erhebung der Fremdanamnese über einen Kranken und/oder Unterweisung und Führung der Bezugsperson(en) - im Zusammenhang mit der Behandlung eines Kranken) und 3 sind nicht nebeneinander berechenbar, wenn sich sämtliche Bestandteile der Legenden zu den Nrn. Ä3 und Ä4 (Anamnese, Beratung, Fremdanamnese, Unterweisung) an ein und dieselbe Person richten, wie dies z. B. der Fall ist bei Mutter und Kleinkind oder Betreuer und schwerst kommunikationsgestörten Patienten. (analog zum Beschluss des Gebührenausschusses der BÄK vom 21.05.1997)
 
Berechnung der Position Ä3 neben anderen Leistungen
 
Die GOÄ-Nr. 3 ist neben den GOÄ-Nrn. 5 (Symptombezogene Untersuchung) und 6 (Vollständige körperliche Untersuchung; stomatognathes System) berechnungsfähig. Ggf. können die entsprechenden Zuschläge A, B, C, D sowie ggf. K1 berechnet werden.
 
Berechnungseinschränkungen für Zahnärzte gemäß den allgemeinen Bestimmungen zum Abschnitt A. der GOZ:
 
Eine Beratungsgebühr nach der GOÄ Nummer 0003 des Gebührenverzeichnisses für ärztliche Leistungen ist für Zahnärzte nur berechnungsfähig als einzige Leistung oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung nach der Nummer 0010 der GOZ oder einer Untersuchung nach den Nummern Ä5 oder Ä6 des Gebührenverzeichnisses für ärztliche Leistungen.
 
Andere weitere Leistungen dürfen neben der Leistung nach der Nummer Ä3 nicht berechnet werden.
 
Fazit:
 
  • Neben der Ä3 dürfen also nur die zahnärztliche Untersuchungsleistung 0010 GOZ bzw. die ärztlichen Untersuchungspositionen Ä5 oder Ä6 berechnet werden.

  • Weitere Leistungen, wie z. B. Röntgen, endodontische Maßnahmen, Füllungen oder eine Zahnsteinentfernung usw. dürfen in derselben Sitzung neben der GOÄ-Nr. 3 nicht berechnet werden.
 
Ausnahme:
 
Erfolgt die Beratung nach der GOÄ-Nr. 3 und weiterer Behandlungsleistungen in unterschiedlichen, abgrenzbaren Behandlungsschritten, können beide Leistungen nebeneinander berechenbar sein. Dies wurde vom Amtsgericht (AG) Aurich mit Urteil vom 20.10.2016 (Az.: 12 C 711/15) bestätigt.
 
Im vorliegenden Fall wurde zuerst vom Zahnarzt eine eingehende Beratung nach Nr. 3 und eine Untersuchung nach der GOZ-Nr. 0010 erbracht. Im Anschluss wurde durch eine Praxismitarbeiterin im Prophylaxezimmer eine Zahnsteinentfernung durchgeführt und mit den GOZ-Nrn. 4050 und 4055 berechnet.
 
In der Urteilsbegründung das Gericht aus:
 
„Aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme steht zur sicheren Überzeugung des Gerichtes fest, dass der Kläger eine eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung im Sinne der oben näher bezeichneten Gebührenordnung durchführte. Der Anspruch auf eine solche Gebühr aus dem zahnärztlichen Behandlungsvertrag ist ausgelöst, wenn die Beratung über einen Zeitraum von mehr als 10 Minuten hinausgeht." (…) „Es fanden auch 2 gebührenrechtlich relevante Handlungsabschnitte statt, nämlich der in dem Beratungsraum und ein weiterer im Behandlungszimmer. Daher ist die Geltendmachung der Beratungsgebühr nicht zu beanstanden, obwohl wenig später die eigentlichen Behandlungsmaßnahmen durchgeführt wurden.“
 

02.10.2017
Anwendung von Oraqix

1.   Oberflächenanästhesie
 
Wird Oraqix im Zusammenhang mit einer Oberflächenanästhesie angewendet, so ist es als Materialkosten gesondert berechnungsfähig.
 
PRAXIS PLAN Beispiel
 

Geb.-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

0080

Intraorale Oberflächenanästhesie, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

3,88 €

 

zzgl. Materialkosten Oraqix

 
Beschlüsse des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen
11) Themenbereich Materialkosten
 
Mit den Gebühren der GOZ sind grundsätzlich gemäß § 4 Abs. 3 alle Auslagen abgegolten, soweit im Gebührenverzeichnis nichts anderes bestimmt ist. Darüber hinaus sind – bezugnehmend auf das BGH-Urteil vom 27. Mai 2004 (Az.: III ZR 264/03) – folgende Materialien zusätzlich berechnungsfähig:
 
  • Oraqix® im Zusammenhang mit der Geb.-Nr. 0080
  • ProRoot MTA® im Zusammenhang mit der Berechnung der Geb.-Nr. 2440
  • Harvard MTA OptiCaps® im Zusammenhang mit der Berechnung der Geb.-Nr. 2440
 
2.   Sulcusanästhesie
 
Wird Oraqix zur Erbringung einer Sulcusanästhesie zur Anwendung gebracht, so handelt es sich um eine selbständige nicht in der GOZ/GOÄ beschriebene zahnärztliche Leistung, die nach § 6 Abs. 1 GOZ analog abzurechnen ist. Die Materialkosten sind bei der Wahl der in Bezug genommenen Analogziffer zu berücksichtigen.
 
(Beschluss des GOZ-Ausschusses der LZK BW vom 13.04.2016)
 
PRAXIS PLAN Beispiel
 

Geb.-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

0090a

Sulcusanästhesie mittels Oraqix, je Zahn gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 0090 Intraorale Infiltrationsanästhesie gem. § 10.4 GOZ

7,76 €

 

Materialkosten Oraqix nicht gesondert berechnungsfähig

 
Hinweis: die oben angegebene Analogposition ist lediglich ein Beispiel. Die konkrete Ziffer, die gem. § 6.1 zur Berechnung herangezogen wird, muss praxisindividuell ermittelt werden. Eine selbständige, nicht im Gebührenverzeichnis enthaltene Leistung kann entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses berechnet werden. Die Regelung stellt damit auf die Gleichwertigkeit und nicht auf die Gleichartigkeit ab. Die Gleichwertigkeitsprüfung hat demnach nicht zwingend anhand des Leistungsinhalts zu erfolgen.

01.09.2017
Nachbehandlung nach chirurgischem Eingriff bei GKV-Patienten

Die BEMA Position 38 (Nachbehandlung) steht häufig im Focus bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Mit einer korrekten und ausführlichen Dokumentation muss der erforderliche Leistungsinhalt dargelegt werden.
 

BEMA-Nr.

Leistung

Punkte

38

Nachbehandlung nach chirurgischem Eingriff oder Tamponieren oder dergleichen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, als selbständige Leistung, je Sitzung

10

 
Bestimmungen zu der Bema-Nr. 38
 
1.    Nachbehandlungen sind abrechnungsfähig, wenn sie in besonderen Sitzungen, nicht jedoch in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit einer Extraktion oder Operation erforderlich sind.
 
2.    Eine Leistung nach Nr. 38 kann nicht neben Leistungen nach den Nrn. 36, 37 oder 46 abgerechnet werden, soweit Maßnahmen in derselben Sitzung an derselben Stelle erfolgen.
 
Die Position 38 (Nachbehandlung) ist abrechnungsfähig:
        
  • für Nachbehandlung nach chirurgischem Eingriff
  • für Legen, Wechseln und Entfernen einer Tamponade/Drainage
  • für Nahtentfernung
  • je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich
  • als selbstständige Leistung
  • je Sitzung
        
Mit der Position sind folgende Leistungen abgegolten:
        
  • Spülung mit desinfizierenden oder die Wundheilung fördernden Substanzen
  • Aufbringen von Lösungen, Salben o.Ä., die desinfizierende oder die Wundheilung fördernde Substanzen enthalten
  • Wundverband-Anpassung oder -Neuanfertigung
  • Entfernen von Nähten
 
Die Position 38 (Nachbehandlung) ist nicht abrechnungsfähig für:
 
  • Kontrolle nach chirurgischem Eingriff
  • chirurgische Wundrevision (BEMA-Nr. 46)
  • Blutstillungen an derselben Stelle, in derselben Sitzung (BEMA-Nrn. 36 und 37)
  • Nachbehandlung im Rahmen systematischer PAR-Behandlung (BEMA-Nr. 111) über PAR-Status
  • rein medikamentöse Mundschleimhautbehandlung (BEMA-Nr. 105)
 
Die Häufigkeit der Nachbehandlungen – und somit die Abrechnungsanzahl der BEMA-Nr. 38 – ist von der Art sowie dem Umfang und Schweregrad des chirurgischen Eingriffes abhängig.
 
Auch Risiken in der Anamnese und das Verhalten des Patienten während der Wundheilung sind ausschlaggebende Faktoren für die notwendige(n) Durchführung(en) der Nachbehandlung im Sinne der Position 38 BEMA.
 
WICHTIG:
 
Wie für alle Leistungen im Rahmen der GKV Behandlung muss auch für eine Nachbehandlung immer eine medizinische Notwendigkeit bestehen.
 
Nachbehandlungen stehen unter dem besonderen Augenmerk der Prüfinstanzen bei Wirtschaftlichkeitsprüfung. Daher muss gerade bei unüblich häufigen und/oder über einen längeren Zeitraum durchgeführten Nachbehandlungen auf eine plausible und nachvollziehbare Dokumentation geachtet werden.
 
Info PRAXIS PLAN zu Kontrollen nach chirurgischem Eingriff
 
Nachkontrollen, bei denen keine Leistungen im Sinne der Position 38 BEMA wie beispielsweise das Auftragen von Medikamenten oder das Entfernen von Fäden durchgeführt werden, können nicht gesondert berechnet werden.
 
Reine „Sichtkontrollen“ sind mit der Abrechnung der BEMA Position des entsprechenden chirurgischen Eingriffs (z. B. BEMA-Nr. 44: Entfernen eines mehrwurzeligen Zahnes) abgegolten.
 
Erfolgt aber neben einer Wundkontrolle auch eine Beratung des Patienten, kann dafür die Position Ä1 BEMA in Ansatz gebracht werden. Die Dokumentation des genauen Beratungsinhalts muss dabei – gemäß Patientenrechtegesetz – in der Karteikarte erfolgen.

01.08.2017
Korrekte Berechnung der GOZ-Nr. 2030 - Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten

Das "Präparieren" ist als die mechanische Bearbeitung von Zahnhartsubstanz, ggf. auch Implantatabutments zu verstehen. „Besondere Maßnahmen“ sind deshalb möglich beim Präparieren von Kavitäten, beim Beschleifen von Zähnen zur Kronenversorgung, bei der intraoralen Umgestaltung von Implantataufbauten oder beim Aufbereiten von Wurzelkanälen. Auch die Darstellung der Präparationsgrenze sowohl bei der Abformung als auch bei der Befestigung von geeigneten Hilfsmitteln kann als "Besondere Maßnahme" mit dieser Nummer berechnet werden.
 
Das "Füllen von Kavitäten" ist die Versorgung von Zahndefekten in der Zahnkrone, am Zahnhals oder in der Wurzel. „Besondere Maßnahmen“ sind deshalb auch möglich beim Füllen von Kavitäten in der Zahnkrone, am Zahnhals und beim Füllen von Wurzelkanälen. Die Aufzählung der Maßnahmen, die diese Position auslösen, ist nicht abschließend. Es können Klammern, Keile, (getränkte) Fäden, Tinkturen o. Ä. oder auch ein Elektrotom oder ein Laser eingesetzt werden.
 

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

2030

Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten (z.B. Separieren, Beseitigen störenden Zahnfleisches, Stillung einer übermäßigen Papillenblutung), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

77,61 €

 
Abrechnungsbestimmung:
 
Die Leistung nach der Nummer 2030 ist je Sitzung für eine Kieferhälfte oder einen Frontzahnbereich höchstens einmal für besondere Maßnahmen beim Präparieren und höchstens einmal für besondere Maßnahmen beim Füllen von Kavitäten berechnungsfähig.
 
Berechnung „je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich"
 
Im Falle der Berechnungsweise „je Kieferhälfte oder je Frontzahnbereich“ einer Gebühr ist zu berücksichtigen, dass der Frontzahnbereich nur Anwendung findet, wenn die Leistung im Bereich von Eckzahn bis Eckzahn durchgeführt wird. Geht der Bereich über den Eckzahn hinaus, so wird nach Kieferhälften (Quadranten) berechnet. Eine Berechnungsweise je Frontzahnbereich und je Kieferhälfte ist nicht zulässig.
 
Für die GOZ-Nr. 2030 gilt:
 
Wird in allen vier Kieferhälften präpariert und gefüllt und sind daneben jeweils besondere Maßnahmen erforderlich, kann die GOZ-Nr. 2030 in einer Sitzung maximal
achtmal berechnet werden (viermal im Oberkiefer, viermal im Unterkiefer).
 
Die GOZ-Nr. 2030 ist z. B. berechnungsfähig für:
 
  • das Anlegen einer Formgebungshilfe bei Füllungen in Adhäsivtechnik (GOZ-Nrn. 2060, 2080, 2100 und 2120)
  • das Anlegen einer Formgebungshilfe bei Aufbaufüllungen (GOZ-Nr. 2180)
  • Separieren von Zähnen (auch im Rahmen der KFO-Behandlung)
  • Beseitigen störenden Zahnfleisches durch Hilfsmittel (z. B. Hallerklammer, Keil)
  • Durchtrennen von Zahnfleischfasern mit Hilfe des Elektrotoms
  • Verdrängen störenden Zahnfleisches (z.B. Keil)
  • Stillung einer übermäßigen Papillenblutung
  • Präparationen im Zusammenhang von Kronen, Implantatabutments, Brückenankern, Einlagefüllungen und Aufbaufüllungen sowie Wurzelfüllungen
  • u. v. m.
 
Die GOZ-Nr. 2030 ist nicht berechnungsfähig für:
        
  • Anlegen einer Matrize oder die Benutzung anderer Hilfsmittel zur Formung der Füllung bei GOZ-Nrn. 2050, 2070, 2090 und 2110)
  • Anlegen von Spanngummi – Kofferdam – (GOZ-Nr. 2040)
  • Abtragen (Modulation) des Zahnfleischsaumes und Zahnfleischexzision bzw. Kauterisation (GOZ-Nr. 4080)
  • Exzision von Schleimhaut (GOZ-Nr. 3070)
  • Lichtaushärtung des Füllungsmaterials
 
Information für GKV-Patienten
 
Gemäß den Erläuterungen der KZBV „Schnittstellen zwischen Bema und GOZ“ zu der GOZ-Nr. 2030 kann die Leistung bei GKV-Patienten wie folgt berechnet werden:
 
„Eine Leistung nach der Nr. 2030 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, wenn sie vom Leistungsinhalt der Nr. 12 BEMA nicht erfasst und/oder für die Erbringung der vertragszahnärztlichen Leistung nicht erforderlich ist.
 
Die Nr. 2030 GOZ ist im Rahmen der Mehrkostenregelung für Füllungen nach § 28 Abs. 2 Satz 2 SGB V zum Beispiel für Formgebungshilfen in Verbindung mit den Nrn. 2060, 2080, 2100 und 2120 GOZ vereinbarungsfähig.“

03.07.2017
Indirektes Kurzzeitprovisorium

Immer wieder stellt sich in der Praxis die Frage nach der korrekten Berechnung einer indirekten, festsitzenden provisorischen Versorgung, wenn die Tragedauer unter drei Monaten beträgt.
 

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

7080

Versorgung eines Kiefers mit einem festsitzenden laborgefertigten Provisorium (einschließlich Vorprä-paration)  im  indirekten  Verfahren,  je  Zahn oder je Implantat, einschließlich Entfernung

77,61 €

 
Abrechnungsbestimmung:
 
  • Die Berechnung der Leistungen nach den Nummern 7080 und 7090 setzt voraus, dass es sich bei dem festsitzenden laborgefertigten Provisorium um ein Langzeitprovisorium mit einer Tragezeit von mindestens drei Monaten handelt.
  • Beträgt die Tragezeit des festsitzenden laborgefertigten Provisoriums unter drei Monaten, sind anstelle der Leistungen nach den Nummern 7080 und 7090 die Leistungen nach den Nummern 2260, 2270 oder 5120 und 5140 berechnungsfähig.
  • Im Zusammenhang mit den Leistungen nach den Nummern 7080 oder 7090 sind die Leistungen nach den Nummern 2230, 2240, 5050 oder 5060 nicht berechnungsfähig.
  • Die Wiedereingliederung desselben festsitzenden laborgefertigten Provisoriums nach den Nummern 7080 oder 7090, gegebenenfalls auch mehrmals, einschließlich Entfernung ist mit den Gebühren nach den Nummern 7080 bis 7100 abgegolten.
 
Ausnahmen definiert die BZÄK in ihrem Kommentar zu der GOZ-Nr. 7080 (Stand März 2017) wie folgt:
 
„(...) Die Berechnung dieser Gebührennummer kann auch ohne die in der Abrechnungsbestimmung enthaltene Entfernung sowie bei einer kürzeren als einer dreimonatigen Tragezeit erfolgen, wenn Gründe vorliegen, die der Zahnarzt nicht zu vertreten hat (z. B. bei Befundänderung, Praxiswechsel, Tod des Patienten). (…)“
 
Dies wird durch den, häufig in der Rechtsprechung zitierten, DER Kommentar Liebold/Raff/Wissing bestätigt:
 
Drei-Monatsfrist im Zusammenhang mit Langzeitprovisorien:
 
Die neue Berechnungsbestimmung bezüglich der Tragezeit von mindestens drei Monaten birgt das Problem, dass ein für drei oder mehr Monate konzipiertes Langzeitprovisorium im Einzelfall aus Gründen die geplante Tragezeit nicht erreicht, die der Zahnarzt weder vorhersehen kann noch darauf Einfluss hat.
 
Dafür sind diverse Gründe denkbar: Eine Änderung des Befunds, ein unsachgemäßer Umgang mit dem Provisorium oder eine erneute Erkrankung können ebenso möglich sein wie ein Zahnarztwechsel. Derartige Fallkonstellationen können keinesfalls dem Zahnarzt angelastet werden und damit die Berechnung der Leistung ausschließen. Insofern ist in diesen Fällen die Berechnung der GOZ-Nr. 7080 bzw. 7090 möglich.“
 
Für die Berechnung bei GKV-Patienten stellt die KZBV in den „Schnittstellen zwischen Bema und GOZ“ zu der GOZ-Nr. 7080 (Stand 01.06.2015) fest:
 
„(…) Die Berechnung der Leistungen nach den Nrn. 7080 und 7090 GOZ setzt voraus, dass es sich bei dem festsitzenden laborgefertigten Provisorium um ein "Langzeitprovisorium" mit einer vom Zahnarzt geplanten Tragezeit von mindestens drei Monaten handelt und eine Abdrucknahme (auch optoelektronisch) erfolgt.
 
Wird eine Tragezeit des festsitzenden laborgefertigten Provisoriums unter drei Monaten geplant, sind anstelle der Leistungen nach den Nrn. 7080 und 7090 GOZ die Leistungen nach den Nrn. 2260, 2270, 5120 und 5140 GOZ berechnungsfähig.
 
Neben den Nrn. 7080 und 7090 GOZ können Leistungen nach den Nrn. 2260, 2270, 5120 und 5140 GOZ oder den Nrn. 19 und 21 BEMA für den Zeitraum von der Präparations- bzw. Abformungssitzung bis zum Eingliedern des festsitzenden laborgefertigten Provisoriums berechnet werden. (…)“
 
Daraus ergibt sich folgende Berechnungsmöglichkeit:
 
Beispiel:
Versorgung mit indirektem, laborgefertigtem Provisorium 43-33 nach Entfernung der Brücke, Tragedauer: 6 – 8 Wochen (unter drei Monaten)
 
 
B
f
k
b
k
k
 
 
 
 
 
 
 
k
k
k
f
 
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37
38
B
f
k
k
 
 
 
f
f
f
f
 
k
b
k
k
f
TP
 
 
 
 
 
PK
PB
PB
PB
PB
PK
 
 
 
 
 
 
 
Hinweis: PK = provisorische Krone, PB = provisorisches Brückenglied
(keine offiziellen Befundkürzel, dient nur der besseren Veranschaulichung)
 

Leistung

GOZ-Nr.

1. Termin: Präparation und Versorgung mit direktem Sofortprovisorium

OK Abformung mit individuellem Löffel für andere als die in der Leistungsbeschreibung genannten Indikationen, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5170 Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer gem. § 10.4 GOZ

(Gegenkieferabdruck, Indikation: Qualität)

5170a

UK Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer

(ZE-Abdruck, Indikation: ungünstige Kieferform)

5170

33,43 Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung

2x 5120

32-42 Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Brückenspanne oder Freiendsattel, einschließlich Entfernung

1x 5140

2. Termin: Eingliederung des laborgefertigten Kurzzeitprovisoriums

33,43 Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung

2x 5120

32-42 Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Brückenspanne oder Freiendsattel, einschließlich Entfernung

1x 5140

Weitere Leistungen sind selbstverständlich gem. GOZ und/oder BEB berechnungsfähig

 
Einige LZK haben eine davon abweichende Auffassung:
 
Beschluss des GOZ-Ausschusses der LZK Baden-Württemberg vom 12.10.2016
 
Bei einem indirekten Kurzzeitprovisorium handelt es sich um eine selbständige zahnärztliche Maßnahme die weder in der GOZ noch in der GOÄ beschrieben ist und daher gem. § 6 Abs. 1 analog zu berechnen ist.
 
PKV-Kommentierung praxisrelevanter Analogabrechnungen,
Stand: 10.05.2017
 
„Nicht geregelt ist derzeit der Fall, dass nach einem Kurzzeitprovisorium (im direkten Verfahren) ein laborgefertigtes Provisorium (indirektes Verfahren) eingegliedert wird, das jedoch weniger als drei Monate getragen werden soll und damit kein Langzeitprovisorium im Sinne der GOZ-Nrn. 7080 bis 7100 darstellt. In diesen Fällen ist der analoge Ansatz der GOZ-Nr. 2270 angemessen. Zusätzlich können die zahntechnischen Leistungen berechnet werden.“
 
Auch der, häufig in der Rechtsprechung zitierte, DER Kommentar Liebold/Raff/Wissing führt aus:
 
„Tragedauer des Interimszahnersatzes:
 
Für Interimszahnersatz nach den GOZ-Nrn. 7080, 7090 ist eine mindestens dreimonatige Tragedauer bindend vorgeschrieben. Bei weniger als drei Monaten Tragezeit ist eine Anrechnung des Interimszahnersatzes nicht nach den GOZ-Nrn. 7080, 7090 möglich.
 
In diesen Fällen ist nach Ansicht des Publikationsorgans der privaten Krankenversicherungen (PKV Publik 09/2012) der analoge Ansatz der GOZ-Nr. 2270 angemessen.
 
Gemäß § 6 Abs. 1 obliegt es allerdings dem Zahnarzt, bei Gebühren für Leistungen, die nicht in der GOZ enthalten sind, die hinsichtlich der Art und des Kosten- und Zeitaufwandes passende gleichwertige Leistung und deren Gebührenhöhe festzulegen. Es ist also durchaus möglich, entsprechende nicht so lange getragene Langzeitprovisorien analog mit passenden anderen Analognummern zu berechnen.
 
Zusätzlich können die zahntechnischen Leistungen nach § 9 GOZ berechnet werden, da diese allein aufgrund der im Vergleich zum Langzeitprovisorium kürzeren Tragedauer natürlich nicht entfallen.“
 
Daraus ergibt sich folgende abweichende Berechnungsmöglichkeit:
 
Beispiel:
Versorgung mit indirektem, laborgefertigtem Provisorium 43-33 nach Entfernung der Brücke, Tragedauer: 6 – 8 Wochen (unter drei Monaten)
 

B

f

k

b

k

k

 

 

 

 

 

 

 

k

k

k

f

 

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B

f

k

k

 

 

 

f

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f

f

 

k

b

k

k

f

TP

 

 

 

 

 

PK

PB

PB

PB

PB

PK

 

 

 

 

 

 
Hinweis: PK = provisorische Krone, PB = provisorisches Brückenglied
(keine offiziellen Befundkürzel, dient nur der besseren Veranschaulichung)
 

Leistung

GOZ-Nr.

1. Termin: Präparation und Versorgung mit direktem Sofortprovisorium

OK Abformung mit individuellem Löffel für andere als die in der Leistungsbeschreibung genannten Indikationen, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5170 Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer gem. § 10.4 GOZ

(Gegenkieferabdruck, Indikation: Qualität)

5170a

UK Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer

(ZE-Abdruck, Indikation: ungünstige Kieferform)

5170

33,43 Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung

2x 5120

32-42 Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Brückenspanne oder Freiendsattel, einschließlich Entfernung

1x 5140

2. Termin: Eingliederung des laborgefertigten Kurzzeitprovisoriums

33,43 Versorgung eines Kiefers mit einem festsitzenden laborgefertigten Kurzzeit-Provisorium (einschließlich Vorpräparation) im indirekten Verfahren, je Zahn oder je Implantat, einschließlich Entfernung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7080 Versorgung eines Kiefers mit einem festsitzenden laborgefertigten Provisorium (einschließlich Vorpräparation) im indirekten Verfahren, je Zahn oder je Implantat, einschließlich Entfernung gem. § 10.4 GOZ

2x 7080a

32,31,41,42 Versorgung eines Kiefers mit einem laborgefertigten Kurzzeit-Provisorium im indirekten Verfahren, je Brückenglied, einschließlich Entfernung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7090 Versorgung eines Kiefers mit einem laborgefertigten Provisorium im indirekten Verfahren, je Brückenglied, einschließlich Entfernung gem. § 10.4 GOZ

4x 7090a

Weitere Leistungen sind selbstverständlich gem. GOZ und/oder BEB berechnungsfähig

 
Voraussetzung für die Anwendung der Analogbewertung
 
  • Es sich bei einer entsprechend berechneten Leistung um eine selbstständige Leistung handeln. Eine selbstständige Leistung wird definiert als eigenständig indizierte, vollständige Leistung, die nicht bei Durchführung einer anderen berechneten Leistung mit teilweise gleichem Inhalt miterbracht wird (Zielleistungsprinzip § 4 Absatz 2 GOZ).
  • Es muss sich um eine medizinisch indizierte Leistung handeln. Eine vom Gebührenverzeichnis nicht erfasste, aber zahnmedizinisch notwendige Leistung ist einer Vereinbarung nach § 2 Absatz 3 nicht zugänglich.
  • Es muss sich um eine Leistung handeln, die weder in der GOZ noch im geöffneten Teil der GOÄ vorhanden ist.
  • Bei der zur analogen Berechnung herangezogenen Position muss es sich um eine neben dem Kosten- und Zeitaufwand auch nach Art der Leistung gleichwertigen Leistung handeln. Kommen nach diesen Kriterien mehrere Positionen zur analogen Berechnung in Betracht, ist der Zahnarzt frei in der Wahl der analog berechneten Position.

01.06.2017
Prothesenspannen im Zusammenhang mit Cover-Denture-Prothesen

Neben totalen Prothesen kommt die GOZ-Nr. 5070 gebührentechnisch nicht zum Tragen, da im zahnlosen bzw. implantatlosen Kiefer keine Schalt- oder Freiendsättel vorhanden sind.
 
Eine Deckprothese / Cover-Denture-Prothese versorgt, im Gegensatz zu einer Totalprothese, einen noch gering bezahnten bzw. mit Implantaten versehenen Kiefer und kombiniert herausnehmbare mit einem oder mehreren fest im Mund sitzenden Elementen.
 
Der festsitzende Teil kann aus Teleskop-/Konuskronen, Wurzelstiftkappen oder Kugelköpfen, Stegen und Geschieben bestehen.
 
Beispiel:
PKV-Patient Versorgung mit Cover-Denture-Prothese auf Teleskopkronen 44, 43 und 33
 
B
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e
e
e
e
e
e
e
e
e
e
e
e
e
e
e
 
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B
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ww
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TV
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TV
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E

 

Leistung
GOZ-Nr.
44,43,33
Provisorium im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn, einschließlich Entfernung
3x 2270
UK Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer
5170
Funktionelle Abformung des Unterkiefers mit individuellem Löffel
5180
44,43,33
Versorgung eines Lückengebisses durch eine Prothese: je Pfeilerzahn oder Implantat als Prothesenanker mit einer Teleskopkrone, auch Konuskrone
3x 5040
UK Versorgung mit einer Cover-Denture-Prothese im teilbezahnten Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5230 Versorgung eines zahnlosen Kiefers durch eine totale Prothese oder Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis, im Unterkiefer gem. § 10.4 GOZ
5230a1
48-45 / 42-32 / 34-38 Versorgung eines Lückengebisses durch eine Prothese: Prothesenspannen, je zu überbrückende Spanne oder Freiendsattel
3x 50702
Weitere Leistungen sind selbstverständlich zusätzlich berechnungsfähig.

 

 1 Erläuterung zur analogen Berechnung der Cover-Denture-Prothese

 
Die Positionen 5220 und 5230 GOZ beschreiben die Versorgung des zahnlosen Kiefers mit einer Totalprothese. Die Gebührennummern sind auch dann anzuwenden, wenn Implantate und deren Suprastrukturen (Doppelkronen, wurzelkappenartige Aufbauten mit/ohne Stiftverankerung, verbindende Stege) in die Versorgung einbezogen werden, die Prothese ihrer zahntechnischen Ausführung nach (Basisgestaltung, umlaufender Funktions-/Ventilrand) jedoch einer Totalprothese gleicht. Die Prothese kann mit oder ohne Metallbasis hergestellt werden.
 
Cover denture Prothesen bei vorhandener Restbezahnung entsprechen nicht dem Leistungsinhalt der Nummer 5220/5230, da kein zahnloser Kiefer vorliegt. Derartige Prothesen sind daher analog zu berechnen.
 
Hinweis zur Berechnung bei GKV-Patienten
KZBV: Schnittstellen zwischen Bema und GOZ zu der GOZ-Nr. 5220 (Stand 01.06.2015)
 
Eine Leistung nach den Nrn. 5220 und 5230 GOZ sind mit Versicherten der GKV im Rahmen von gleich- und andersartigem Zahnersatz vereinbarungsfähig.
 
Nach fachlicher Definition sind Deckprothesen so gestaltet wie totale Prothesen und können auf einer Restzahl von Zähnen und/oder Implantaten stabilisiert werden. Im Bereich der GKV gehören Deckprothesen bei einer Restbezahnung von bis zu drei Zähnen zur Regelversorgung und sind nach der Nr. 97a BEMA im Oberkiefer bzw. nach der Nr. 97b BEMA im Unterkiefer abzurechnen. Deckprothesen im Ober- oder Unterkiefer unter Einbeziehung von mehr als drei Zähnen entsprechen, da kein zahnloser Oberkiefer vorliegt, nicht den Nrn. 5220/5230 GOZ, sondern sind gemäß § 6 Abs. 1 GOZ zu berechnen. Deckprothesen, die ausschließlich Implantate einbeziehen, erfüllen den Leistungsinhalt der Nrn. 5220/5230 GOZ.
 
2 Erläuterung zur Berechnung der Prothesenspannen im Zusammenhang mit Cover-Denture-Prothese
 
Die Berechnung von Prothesenspannen nach der GOZ-Nr. 5070 ist neben den GOZ-Nrn. 5220/5230 dann zusätzlich möglich, wenn es sich um zahn- oder implantatgetragene Deckprothesen handelt, da naturgemäß durch die Anwesenheit von Zähnen oder Implantaten der Kiefer in einzelne Freiendsättel oder Spannen untergliedert wird.
 
Diese Auffassung wird durch den in der Rechtsprechung anerkannten DER Kommentar Liebold/Raff/Wissing bestätigt.
 
Abweichende Auffassung der LZK Berlin zur Berechnung von Prothesenspannen (5070 GOZ) im Zusammenhang mit Cover-Denture Prothesen
 
Eine Cover-Denture-Prothese stimmt in der Gestaltung mit einer Totalprothese überein. Das heißt, dass die noch vorhandenen Zähne oder Implantate vollständig von der Prothese überdeckt werden. Eine Cover-Denture-Prothese hat somit keine Prothesensättel, sondern eine ununterbrochene Prothesenbasis, daher ist die Geb.-Nr. 5070 GOZ für Prothesenspannen neben den Geb.-Nrn.  5220 und 5230 GOZ für die Cover-Denture-Prothese nicht berechnungsfähig.
Quelle:
GOZ-Referat der Zahnärztekammer Berlin
GOZ-Artikel im MBZ Heft 02/2017

04.05.2017
Analoge Leistungen im Zusammenhang mit Prophylaxe-Behandlungen

Natürlich sind nicht alle modernen Behandlungsmethoden im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Um bei Patienten sinnvolle Prophylaxe-Maßnahmen und wirkungsvolle Parodontal-Therapien umsetzen zu können, sind Vereinbarungen von Privatbehandlungen gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ unerlässlich.
 
Aber auch die GOZ bildet nicht alle Leistungen, die im Rahmen der Prophylaxe und Parodontal-Behandlungen erbracht werden, ab. Hier muss auf die Analogberechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ zugegriffen werden.
 
Voraussetzung für die Anwendung der Analogbewertung
 
  1. Es sich bei einer entsprechend berechneten Leistung um eine selbstständige Leistung handeln. Eine selbstständige Leistung wird definiert als eigenständig indizierte, vollständige Leistung, die nicht bei Durchführung einer anderen berechneten Leistung mit teilweise gleichem Inhalt miterbracht wird (Zielleistungsprinzip § 4 Absatz 2 GOZ).
  2. Es muss sich um eine medizinisch indizierte Leistung handeln. Eine vom Gebührenverzeichnis nicht erfasste, aber zahnmedizinisch notwendige Leistung ist einer Vereinbarung nach § 2 Absatz 3 nicht zugänglich.
  3.  Es muss sich um eine Leistung handeln, die weder in der GOZ noch im geöffneten Teil der GOÄ vorhanden ist.
  4.  Bei der zur analogen Berechnung herangezogenen Position muss es sich um eine neben dem Kosten- und Zeitaufwand auch nach Art der Leistung gleichwertigen Leistung handeln. Kommen nach diesen Kriterien mehrere Positionen zur analogen Berechnung in Betracht, ist der Zahnarzt frei in der Wahl der analog berechneten Position.
 
GOZ Abschnitt B Prophylaktische Leistungen - selbstständige zahnärztliche gem. § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnende Leistungen
 
  • Anwendung bakterienreduzierender Lacke als Therapiekonzept (z. B. Cervitec)
  • Entfernung einer adhäsiv befestigten Glattflächenversiegelung (z. B. vor Eingliederung eines Brackets)
  • Herstellung und Eingliederung des Medikamententrägers zur Parodontalprophylaxe
  • Kariesrisikotest
  • Kontrolle des Übungserfolges (Geb. Nr. 1010): mehr als 3 x innerhalb eines Jahres
  • Lokale Anwendung von Medikamenten zur Parodontalprophylaxe mit einer individuell gefertigten Schiene
  • Lokale Fluoridierung (Geb. Nr. 1020): mehr als 4 x innerhalb eines Jahres
  • Mundhygienestatus (Geb. Nr. 1000): mehr als 1 x innerhalb eines Jahres
  • Professionelle Zahnreinigung an Verbindungselementen (Geschiebe, Stege usw.)
  • Prothesenreinigung oder Belagsentfernung an herausnehmbaren ZE (ggf. zahntechnische Leistung gem. § 9 GOZ)
  • Reinigung der intraoralen Schleimhaut
  • Subgingivale nichtchirurgische Belagsentfernung im Rahmen der PZR
  • Zahnärztliche Leistung im Zusammenhang mit der Herstellung und Eingliederung des Medikamententrägers (Geb. Nr. 1030)
  • Zungenreinigung
 
GOZ Abschnitt E Leistungen bei Erkrankung der Mundschleimhaut und des Parodontiums - selbstständige zahnärztliche gem. § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnende Leistungen
 
  • Antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT)
  • Behandlung einer Virusinfektion (z. B. Herpes labialis) oder dergleichen mit Ozon
  • Anwendung elektromechanischer Verfahren zur Parodontaldiagnostik (z. B. Gerät zur Messung von Lockerungsgraden)
  • FMD = Full Mouth Desinfektion
  • Gerät zur Bestimmung von Halitositis
  • Keimreduktion der Zahnfleischtasche mittels Laser bei geschlossener PAR
  • Einfache Lappen-OP an einem Implantat
  • Laserbehandlung Herpes, Aphthe
  • Mikrobiologische bzw. immunologische Testverfahren, Speicheltests., aMMP-8 Schnelltests, auch serologische Testverfahren. (Zahnarzt wertet selbst aus: Geb. Nr. 298 GOÄ für die Entnahme + § 6 Abs. 1 GOZ für die Anwendung)
  • Odontoplastik
  • PA-Status: mehr als 2 x innerhalb eines Jahres
  • PSI /Gingivalindex: mehr als 2 x innerhalb eines Jahres
  • Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation an Implantaten
 
In unserem aktuellen Seminar „Weil jeder Zahn zählt!“ behandeln wir speziell die Abrechnung moderner Prophylaxe-Konzepte und Parodontal-Behandlungen bei GKV & PKV Patienten.
 
Termine und Veranstaltungsorte finden Sie in unserem Seminarkalender unter http://www.praxis-plan.de/seminarkalender.html

01.04.2017
Wiedereingliederung implantat-getragener Kronen bei GKV-Patienten

Suprakonstruktionen sind in den in den Zahnersatz-Richtlinien beschriebenen Fällen Gegenstand der Regelversorgung. Für die Erneuerung und Wiederherstellung von Suprakonstruktionen sind Festzuschüsse der Befundklasse 7 ansetzbar, die der Gemeinsame Bundesausschuss auf der Grundlage von entsprechenden Regelleistungen ermittelt hat.

Nach Ziffer 36a in Abschnitt V. der Zahnersatz-Richtlinien „Versorgung mit Suprakonstruktionen (implantatgestützter Zahnersatz)“ gehören Suprakonstruktionen in folgenden Ausnahmefällen zur Regelversorgung:

  • bei zahnbegrenzten Einzelzahnlücken, wenn keine parodontale Behandlungsbedürftigkeit besteht, die Nachbarzähne kariesfrei und nicht überkronungsbedürftig bzw. überkront sind.

Festzuschuss 7.4  = Wiederherstellungsbedürftiger festsitzender rezementierbarer oder zu verschraubender Zahnersatz, je implantatgetragene Krone oder Brückenanker

Regelversorgung

Die Regelversorgung des Befundes 7.4 ist das nach den Zahnersatz-Richtlinien konforme Wiedereinsetzen (rezementieren oder verschrauben) implantatgetragener Einzelkronen bei zahnbegrenzter Einzelzahnlücke.

Dies gilt auch dann, wenn die natürlichen Zähne, die die Einzelzahnlücke begrenzen, mit Einzelkronen oder Brücken- bzw. Prothesenankern versorgt sind. Der Begriff „zahnbegrenzte Einzelzahnlücke“ im Sinne der Befundbeschreibung schließt jedoch den Ansatz des Befundes 7.4 als Regelversorgung dann aus, wenn ein Nachbarzahn oder beide Nachbarzähne mit Implantaten und Suprakonstruktionen versorgt sind. Ein Lückenschluss zählt nicht als fehlender Zahn.

BEMA-Nr.

Leistung

Punkte

Honorar (PW: 0,8820)

24ai

Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion von Kronen - Wiedereinsetzen einer Krone oder dergleichen

25

22,05 €

 

Hat sich die Einzelkrone (Suprakonstruktion) auf Implantat von ihrem Aufbaupfosten (Substruktur, Abutment, Verbindungselement, Kronenaufbau etc.) gelöst oder musste sie zum Zwecke der Wiederherstellung der Einzelkrone gelöst werden, so kann diese auf dem Aufbaupfosten definitiv wiederbefestigt werden. Dies kann durch Zementieren und/oder Verschrauben der Krone auf der Substruktur erfolgen.

Die Leistungslegende und die Abrechnungsbestimmungen der BEMA-Nr. 24ai stellen klar, dass alle unmittelbar zum Wiedereinsetzen einer Krone, einer Facette oder dergleichen gehörenden Maßnahmen mit der Bewertung nach BEMA-Nr. 24ai abgegolten sind.

Dazu gehören beim Wiedereinsetzen einer Krone oder dergleichen, auch nach Wiederherstellung im zahntechnischen Labor

  • Säuberung des Implantataufbaus von eventuell anhaftenden Zementresten
  • Abformungen
  • Einproben
  • Wiedereingliedern (Zementieren oder Verschrauben) der Krone
  • Kontrolle und Adjustierung der statischen und dynamischen Okklusion
  • Nachkontrolle

Beispiel Regelversorgung

Abnahme der gelockerten Krone und Wiederbefestigung der verschraubten implantatgetragenen Krone regio 14 mit Verschluss des Schraubkanals - Ausnahmeindikation gem. ZE-RiLi 36a = zahnbegrenzte Einzelzahnlücke.

B

f

     

sk

                   

f

 

18

17

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15

14

13

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48

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43

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41

31

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38

B

f

                           

f

 

Bei Wiederherstellungen muss der Befund (B) sowie die Art der Wiederherstellung (R, TP) im Feld „I. Befund des gesamten Gebisses/Behandlungsplan“ nicht angegeben werden. Die Dokumentation der Art der Wiederherstellung erfolgt im Feld „Bemerkungen (bei Wiederherstellungen Art der Leistungen)“. Die Dokumentation des Befundes in diesem Beispiel dient der besseren Übersichtlichkeit. Hierzu wurde das Befundsymbol „s“, das im Heil- und Kostenplan nicht enthalten ist, für eine vorhandene Suprakonstruktion auf Implantat verwendet.

Heil- und Kostenplan Teil 1

FZ

BEMA

BEL II

14

Wiedereinsetzen einer Krone

7.4

24ai

-*

Heil- und Kostenplan Teil 2

GOZ

BEB

 

-

-

-

Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z / § 7.7 EKV-Z

GOZ

BEB

14

Entfernung einer Einlagefüllung, einer Krone, eines Brückenankers, Abtrennen eines Brückengliedes oder Steges oder Ähnliches

2290

-

         

 

* Hinweis zur Berechnung des Schraubverschlusses:

Die Bema-Nr. 24ai kann für das Wiedereinsetzen einer Einzelkrone auf Implantat (Suprakonstruktion) durch Zementieren und/oder Verschrauben auf der Mesostruktur abgerechnet werden. Die Leistungslegende und die Abrechnungsbestimmungen der Nr. 24ai stellen klar, dass alle unmittelbar zum Wiedereinsetzen einer Krone gehörenden Maßnahmen mit der Bewertung nach Nr. 24ai abgegolten sind. Somit ist der Schraubverschluss nicht gesondert berechnungsfähig.

Wichtig:

Löst sich jedoch ein Aufbaupfosten (Substruktur, Abutment, Verbindungselement, Kronenaufbau etc.) vom Implantat und wird diese Verbindung wiederhergestellt, so betrifft diese Wiederherstellungsmaßnahme nicht die Krone im Sinne einer Suprakonstruktion selbst, sondern deren Substruktur.

Da diese nicht zu der von der gesetzlichen Krankenkasse zu bezuschussenden Suprakonstruktion im Sinne der Ziffer 36a der Zahnersatz-Richtlinien gehört, kann auch deren Wiederbefestigung (oder Wiederherstellung) nicht zur vertragszahnärztlichen Versorgung gehören. Daher ist in einem solchen Fall die BEMA-Nr. 24ai nicht abrechnungsfähig.

Gleichartige Versorgung

Die gleichartige Versorgung des Befundes 7.4 ist das nach den Zahnersatz-Richtlinien konforme adhäsive Wiedereinsetzen implantatgetragener Einzelkronen bei zahnbegrenzter Einzelzahnlücke.

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

2197

Adhäsive Befestigung (plastischer Aufbau, Stift, Inlay, Krone, Teilkrone, Veneer, etc.)

16,82 €

 

Die adhäsive Befestigung wird erreicht durch die physikalisch-chemische Vorbereitung der Kontaktflächen und die Anwendung des Adhäsivsystems im Munde des Patienten (Schmelz, Dentin und/oder Wurzeldentin, Aufbaumaterial, Wurzelkanalfüllmaterial, Aufbauten, Mesostrukturen an Implantaten etc.)

Die Nummer 2197 dient hierbei der Abgeltung des intraoral erforderlichen zahnärztlichen Mehraufwandes gegenüber einer konventionellen Klebung. Die ggf. extraoral erfolgende Vorbereitung eines zahntechnischen Werkstückes oder Konfektionsteiles durch z. B. Anätzen oder Sandstrahlen ist als zahntechnische Leistung nach § 9 zusätzlich berechnungsfähig.

Aufgrund der nicht abschließenden Aufzählung in der Leistungsbeschreibung kann auch bei anderen Leistungen, bei denen eine adhäsive Befestigung indiziert ist, die Nummer 2197 zur Anwendung kommen.

Die Nummer 2197 kann neben den Nummern 2020, 2150 bis 2170, 2180, 2190, 2195, 2200 bis 2220, 2250, 2260, 2270, 2310, 2320, 2440, 5000 bis 5040, 5110, 5120, 6100, 6120, 6240, 7070, 7080, 7100 und 8090 berechnet werden.

Beispiel gleichartige Versorgung

Adhäsive Wiederbefestigung der implantatgetragenen Krone regio 11 - Ausnahmeindikation gem. ZE-RiLi 36a = zahnbegrenzte Einzelzahnlücke.

B

f

           

sk

             

f

 

18

17

16

15

14

13

12

11

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28

 

48

47

46

45

44

43

42

41

31

32

33

34

35

36

37

38

B

f

                           

f

 

Bei Wiederherstellungen muss der Befund (B) sowie die Art der Wiederherstellung (R, TP) im Feld „I. Befund des gesamten Gebisses/Behandlungsplan“ nicht angegeben werden. Die Dokumentation der Art der Wiederherstellung erfolgt im Feld „Bemerkungen (bei Wiederherstellungen Art der Leistungen)“. Die Dokumentation des Befundes in diesem Beispiel dient der besseren Übersichtlichkeit. Hierzu wurde das Befundsymbol „s“, das im Heil- und Kostenplan nicht enthalten ist, für eine vorhandene Suprakonstruktion auf Implantat verwendet.

Heil- und Kostenplan Teil 1

FZ

BEMA

BEL II

11

Wiedereinsetzen einer Krone

7.4

24ai

-*

Heil- und Kostenplan Teil 2

GOZ

BEB

11

Adhäsive Befestigung

2197

 

11

Krone konditioniert

 

5306

Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z / § 7.7 EKV-Z

GOZ

BEB

 

-

-

-

         

 

* Bei Wiedereingliederung einer Krone ist das vorherige Entfernen von Zementresten/Säubern der Krone nicht zusätzlich abrechenbar, sondern ist Leistungsinhalt der Bema-Nr. 24ai.

Andersartige Versorgung

Die andersartige Versorgung des Befundes 7.4 ist das Wiedereinsetzen (rezementieren oder verschrauben) eines implantatgetragenen Zahnersatzes in Fällen, die über die in Ziffer 36 a der Zahnersatz-Richtlinien beschriebenen Ausnahmefälle hinausgehen.

Entspricht eine implantatgetragene Krone nicht den festgelegten Ausnahmefällen, so ist eine Wiederherstellungsmaßnahme (Wiedereinsetzen der Krone, Wiederbefestigen oder Erneuerung einer Facette, Verblendschale oder dergleichen) nach der Nr. 24 nicht abrechenbar. Die Berechnung erfolgt auf der Basis der GOZ.

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

2310

Wiedereingliederung einer Einlagefüllung, einer Teilkrone, eines Veneers oder einer Krone oder Wiederherstellung einer Verblendschale an herausnehmbarem Zahnersatz

18,76 €

oder

2320

Wiederherstellung einer Krone, einer Teilkrone, eines Veneers, eines Brückenankers, einer Verblendschale oder einer Verblendung an festsitzendem Zahnersatz, gegebenenfalls einschließlich Wiedereingliederung und Abformung

45,27 €

 

Beispiele andersartige Versorgung

1. Adhäsive Wiederbefestigung der implantatgetragenen Krone regio 46 – keine Ausnahmeindikation gemäß ZE-RiLi 36a (Lücke nicht zahnbegrenzt)

 

B

f

           

 

             

f

 

18

17

16

15

14

13

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28

 

48

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46

45

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33

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36

37

38

B

f

sk

sk

sk

                     

f

 

Bei Wiederherstellungen muss der Befund (B) sowie die Art der Wiederherstellung (R, TP) im Feld „I. Befund des gesamten Gebisses/Behandlungsplan“ nicht angegeben werden. Die Dokumentation der Art der Wiederherstellung erfolgt im Feld „Bemerkungen (bei Wiederherstellungen Art der Leistungen)“. Die Dokumentation des Befundes in diesem Beispiel dient der besseren Übersichtlichkeit. Hierzu wurde das Befundsymbol „s“, das im Heil- und Kostenplan nicht enthalten ist, für eine vorhandene Suprakonstruktion auf Implantat verwendet.

Heil- und Kostenplan Teil 1

FZ

BEMA

BEL II

46

Wiedereinsetzen einer Krone

7.4

-

-

Heil- und Kostenplan Teil 2

GOZ

BEB

46

Wiedereingliederung einer Krone

2310

-*

46

Adhäsive Befestigung

2197

ggf.

Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z / § 7.7 EKV-Z

GOZ

BEB

 

-

-

-

         

 

* Die der Wiedereingliederung vorausgehende einfache Reinigung des Implantats (oder des präparierten Zahnstumpfes) und des zahntechnischen Werkstückes, die Desinfektion und relative Trocknung des Implantats / Zahnes und des zahntechnischen Werkstücks im Bereich der Zementkontaktflächen sowie die Entfernung aller Zement- bzw. Kleberüberschüsse und eine einfache Okklusionskontrolle sind Bestandteil der Leistung.

2.   Abnahme der gelockerten Kronen und Wiederbefestigung der verschraubten implantatgetragenen Kronen regio 14, 15 mit Verschluss der Schraubkanäle - keine Ausnahmeindikation gem. ZE-RiLi 36a

B

f

   

sk

sk

   

 

             

f

 

18

17

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38

B

f

 

 

 

                     

f

 

Bei Wiederherstellungen muss der Befund (B) sowie die Art der Wiederherstellung (R, TP) im Feld „I. Befund des gesamten Gebisses/Behandlungsplan“ nicht angegeben werden. Die Dokumentation der Art der Wiederherstellung erfolgt im Feld „Bemerkungen (bei Wiederherstellungen Art der Leistungen)“. Die Dokumentation des Befundes in diesem Beispiel dient der besseren Übersichtlichkeit. Hierzu wurde das Befundsymbol „s“, das im Heil- und Kostenplan nicht enthalten ist, für eine vorhandene Suprakonstruktion auf Implantat verwendet.

Heil- und Kostenplan Teil 1

FZ

BEMA

BEL II

15,14

Wiedereinsetzen einer Krone

2x 7.4

-

-

Heil- und Kostenplan Teil 2

GOZ

BEB

15,14

Wiedereingliederung einer Krone mit Schraubschacht-verschluss

2x 2320

-*

Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z / § 7.7 EKV-Z

GOZ

BEB

15,14

Entfernung einer Einlagefüllung, einer Krone, eines Brückenankers, Abtrennen eines Brückengliedes oder Steges oder Ähnliches

2290

-

         

 

* Der Verschluss des Schraubenschachtes einer implantatgestüzten Krone erfüllt bei Wiedereingliederung der Krone den Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 2320 und kann nicht gesondert – z. B. als BEB Leistung – berechnet werden.

PRAXIS PLAN Tipp:

Viele weitere Informationen rund um Wiederherstellungsmaßnahmen haben wir in unserem aktuellen Seminar „Reparaturen und Festzuschüsse - Zwei Welten treffen aufeinander!“ in Form eines Spezial-Abrechnungsworkshops zu Reparaturen an festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz und Suprakonstruktionen für Sie zusammengestellt.

Termine und Veranstaltungsorte finden Sie im Seminarkalender auf unserer Homepage.

01.03.2017
Berechnung von Mess- und Bohrschablonen in der Implantologie

Die Abrechnungsbestimmungen der GOZ Positionen 9000 und 9003 / 9005 stellen ab auf die „Verwendung“ der Schablonen, bei der begriffsnotwendig keine Material- und Laborkosten entstehen.
 
Somit ist die Herstellung einer Röntgenmessschablone oder Orientierungsschablone zur Implantation analog gemäß § 6 Abs.1 GOZ berechnungsfähig.
 
1.   Berechnung von Messschablonen in der Implantologie
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach

9000

Implantatbezogene Analyse und Vermessung des Alveolarfortsatzes, des Kieferkörpers und der angrenzenden knöchernen Strukturen sowie der Schleimhaut, einschließlich metrischer Auswertung von radiologischen Befundunterlagen, Modellen und Fotos zur Feststellung der Implantatposition, ggf. mit Hilfe einer individuellen Schablone zur Diagnostik, einschließlich Implantatauswahl, je Kiefer

114,35 €

 
  • Die Verwendung einer individuellen Röntgenmessschablone zur diagnostischen Vorbereitung der Implantatposition ist bis auf die dabei entstehenden Material- und Laborkosten mit der Leistung 9000 GOZ abgegolten.
     
  • Die Herstellung der Röntgenmessschablone ist nicht Leistungsbestandteil und daher zuzüglich der Material- und Laborkosten gesondert berechnungsfähig. Die Abrechnungsbestimmung stellt ab auf die „Verwendung“ der Schablone, bei der begriffsnotwendig keine Material- und Laborkosten entstehen.
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach

7000a

Herstellung einer individuellen Schablone zur Diagnostik, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7000 Eingliederung eines Aufbissbehelfs ohne adjustierte Oberfläche gem. § 10.4 GOZ

34,93 €

 
2.   Berechnung von Bohrschablonen in der Implantologie
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach

9003

Verwenden einer Orientierungsschablone / Positionierungsschablone zur Implantation, je Kiefer

12,94 €

9005

Verwenden einer auf dreidimensionale Daten gestützten Navigationsschablone/chirurgischen Führungsschablone zur Implantation, ggf. einschließlich Fixierung, je Kiefer

38,81 €

 
  • Die Verwendung einer individuellen Orientierungs- / Positionierungsschablone bzw. einer auf dreidimensionale Daten gestützten Navigationsschablone / chirurgischen Führungsschablone ist bis auf die dabei entstehenden Material- und Laborkosten mit der Leistung 9003 bzw. 9005 GOZ abgegolten.
     
  • Die Herstellung einer individuellen Orientierungs- / Positionierungsschablone bzw. einer auf dreidimensionale Daten gestützten Navigationsschablone / chirurgischen Führungsschablone ist nicht Leistungsbestandteil der Positionen 9003 bzw. 9005 GOZ und daher zuzüglich der Material- und Laborkosten gesondert berechnungsfähig. Die Abrechnungsbestimmung stellt ab auf die „Verwendung“ der Schablone, bei der begriffsnotwendig keine Material- und Laborkosten entstehen.

 

GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach

7000a

Herstellung einer individuellen Orientierungs- / Positionierungsschablone zur Implantation, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7000 Eingliederung eines Aufbissbehelfs ohne adjustierte Oberfläche gem. § 10.4 GOZ

34,93 €

7010a

Herstellung einer auf dreidimensionale Daten gestützten Navigationsschablone / chirurgischen Führungsschablone zur Implantation, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7010 Eingliederung eines Aufbissbehelfs mit adjustierter Oberfläche gem. § 10.4 GOZ

103,49 €

 
Die analoge Berechnung für die Herstellung von Implantat OP-Schablonen wurde bereits gerichtlich bestätigt.
 
AG Köln: die Herstellung der Orientierungsschablone / Positionierungsschablone zur Implantation kann analog berechnet werden - Urteil vom 24.11.2015
 
Das Amtsgericht (AG) Köln hat mit Urteil vom 24.11.2015 (Az.: 146 C 113/14) bestätigt, dass neben dem „Verwenden einer Orientierungsschablone / Positionierungsschablone zur Implantation“ nach GOZ-Nr. 9003 die Herstellung der Schablone nach § 6 Abs. 1 analog berechnet werden kann.
 
Wörtlich stellt das Gericht in seinen Entscheidungsgründen fest:
 
„Die Ziffer 7000 analog GOZ kann neben Ziffer 9003 GOZ berechnet werden, da diese Ziffer das „Verwenden einer Orientierungsschablone/Positionierungsschablone zur Implantation“ zum Gegenstand hat. Der Begriff „Verwenden“ inkludiert nicht notwendig das „Erstellen“ der Schablone."
 
Demnach sei die von der beklagten Versicherung vorgenommene Kürzung nicht berechtigt gewesen.
 
Auch den dreifachen Ansatz der Ziffer 7000 analog GOZ sah das Gericht als berechtigt an. In der zugrundeliegenden Sondersituation, dass Implantationsorte von Brücken überspannt sind, die kurzfristig entfernt und sofort wieder eingegliedert werden mussten, sei die Verwendung von Einzelschablonen für jede Kieferhälfte plausibel.
 
Hinweis PRAXIS PLAN:
 
Die oben angeführten Analogpositionen sind lediglich Beispiel. Für die Feststellung der Gleichwertigkeit hat der Zahnarzt Art, Kosten- und Zeitaufwand der neuen Leistung mit der hilfsweise zur Berechnung ausgesuchten Analogleistung zu vergleichen.
 
  • Das Kriterium der Art der Leistungserbringung stellt im Wesentlichen auf das Ziel der Leistung ab.
  • Der Kostenaufwand vergleicht die Kosten der Leistungserbringung – auch die nach § 4 Absatz 3     abgegoltenen Kosten – und ggf. den Einsatz besonders qualifizierten Personals.
  • Der Zeitaufwand erfordert einen Vergleich der individuell notwendigen Zeit der Leistungserbringung der nicht erfassten Leistung mit dem Zeitaufwand des Zahnarztes für die analog herangezogene Leistung.
 
Der Zahnarzt hat bei der Analogiebewertung und der Feststellung der Gleichwertigkeit einen Ermessensspielraum. Nicht alle drei Kriterien müssen nebeneinander gleichrangig erfüllt werden, sondern müssen in einer Gesamtschau zur Gleichwertigkeit führen.

01.02.2017
Die korrekte Berechnung der GOZ-Nr. 3100

Im Rahmen einer chirurgischen Behandlung kommt es immer wieder zu Diskussionen mit den kostenerstattenden Stellen, welche Maßnahmen zum Wundverschluss mit der Grundleistung abgegolten sind (Zielleistungsprinzip gem. § 4 Abs. 2 GOZ) und welche Maßnahmen zusätzlich berechnet werden können.
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar
2,3fach
3100
Plastische Deckung im Rahmen einer Wundversorgung einschließlich einer Periostschlitzung, je Operationsgebiet (Raum einer zusammenhängenden Schnittführung)
34,93 €
 
Diese Nummer ist berechnungsfähig für den plastischen Wundverschluss nach chirurgischen Maßnahmen, wenn eine Lappenplastik nicht Leistungsinhalt der chirurgischen / implantologischen Hauptleistung ist oder nach den Abrechnungsbestimmungen mit der Erbringung derselben abgegolten ist (z. B. Nummer 3090, 9100). Die Periostschlitzung ist Leistungsinhalt.
 
Diese Gebührennummer ist berechnungsfähig, wenn eine einfache Readaptation der Wundränder nicht möglich oder nicht indiziert ist.
 
Die Leistung ist je Operationsgebiet berechnungsfähig, wobei das OP-Gebiet als der Raum einer zusammenhängenden Schnittführung definiert ist.
 
Die Vornahme schwieriger Lappenplastiken (z. B. Spaltlappenplastik) wird nach Nummer 2382 (GOÄ) berechnet.
 
Bei dieser Leistung fällt zusätzlich der OP-Zuschlag nach der Nummer 0500 an, sofern es sich um die höchste zuschlagsfähige Leistung am Operationstag handelt und kein OP-Zuschlag aus der GOÄ zur Berechnung kommt.
 
Zahn
Leistung
Geb.-Nr.
Hinweis
 
Symptombez. Untersuchung und Beratung
Ä1, Ä5
Weitere Leistungen, wie Röntgenaufnahmen usw. sind zusätzlich berechnungsfähig.
47
Oberflächenanästhesie
0080
 
47
Leitungsanästhesie
0100
Anästhetikum ist gem. § 4.3 GOZ berechnungsfähig.
47
Infiltrationsanästhesie
0090
Notwendig für eine ausrei-chende Anästhesietiefe
47
Entfernung eines Zahnes durch Osteotomie
3030
 
 
OP-Zuschlag
0500
 
47
Wundversorgung durch plastische Deckung einschließlich Periostschlitzung
 
Nahtmaterial gem. GOZ Teil D berechnungsfähig
 
OP-Zuschlag
-
Nur ein OP-Zuschlag pro Behandlungstag möglich
 
 
GOZ Teil D – chirurgische Leistungen, Allgemeine Bestimmungen
 
  • Die primäre Wundversorgung (z. B. Reinigen der Wunde, Glätten des Knochens, Umschneidung, Tamponieren, Wundverschluss ohne zusätzliche Lappenbildung, gegebenenfalls Fixieren eines plastischen Wundverbandes) ist Bestandteil der Leistungen nach Abschnitt D und nicht gesondert berechnungsfähig.
  • Die Schaffung des operativen Zugangs ist Bestandteil der Leistungen nach Abschnitt D und nicht gesondert berechnungsfähig.
  • Knochenersatzmaterialien sowie Materialien zur Förderung der Blutgerinnung oder der Geweberegeneration (z. B. Membranen) sowie zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen oder, wenn dies zum Schutz wichtiger anatomischer Strukturen (z. B. Nerven) erforderlich ist, sowie atraumatisches Nahtmaterial oder nur einmal verwendbare Explantationsfräsen, sind gesondert berechnungsfähig.
 
 
BZÄK-Kommentar zu den allgemeinen Bestimmungen Teil D
 
Wundversorgungsmaßnahmen, die für eine möglichst komplikationslose Wundheilung erbracht werden, sind mit der Gebühr für die entsprechende Nummer abgegolten.
 
Die einfache Rückverlegung und ggf. Fixierung der Wundränder ist in der jeweiligen Leistung enthalten.
 
Gewebekleber, atraumatisches Nahtmaterial, Membranen und einmal verwendbare Explantationsfräsen sind gesondert berechnungsfähig. Einmal verwendbare Explantationsfräsen sind solche, die nach der Verwendung am Ende der Behandlung verbraucht sind.
 
Beim Einsatz eines Operationsmikroskops und/ oder eines Lasers werden Zuschläge nach den Nummern 0110 bzw. 0120 berechnet.

09.01.2017
Einbringen von Farbindikatoren zur Darstellung der Kanaleingänge im Rahmen einer endodontischen Behandlung

Das Einbringen eines Farbindikators zur Darstellung der Kanaleingänge ist eine selbständige zahnärztliche Leistung, die nicht mit den GOZ Positionen 2360 (Exstirpation der vitalen Pulpa), 2390 (Trepanation eines Zahnes) oder 2410 (Aufbereitung eines Wurzelkanals) abgegolten ist.
 
Der im Produkt enthaltene Farbstoff dringt in die Mündungen der Wurzelkanäle hinein und färbt sie ein, um das Finden der Mündungen von Hauptwurzelkanälen und der Bruchstellen zu erleichtern.
 
Die selbständige, nicht im Gebührenverzeichnis (GOZ) enthaltene Leistung kann entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses berechnet werden. Die Regelung stellt damit auf die Gleichwertigkeit und nicht auf die Gleichartigkeit ab. Die Gleichwertigkeitsprüfung hat demnach nicht zwingend anhand des Leistungsinhalts zu erfolgen.
 
Für die Feststellung der Gleichwertigkeit hat der Zahnarzt Art, Kosten- und Zeitaufwand der neuen Leistung mit der hilfsweise zur Berechnung ausgesuchten Analogleistung zu vergleichen.
 
  • Das Kriterium der Art der Leistungserbringung stellt im Wesentlichen auf das Ziel der Leistung ab.
  • Der Kostenaufwand vergleicht die Kosten der Leistungserbringung – auch die nach § 4 Absatz 3     abgegoltenen Kosten – und ggf. den Einsatz besonders qualifizierten Personals.
  • Der Zeitaufwand erfordert einen Vergleich der individuell notwendigen Zeit der Leistungserbringung der nicht erfassten Leistung mit dem Zeitaufwand des Zahnarztes für die analog herangezogene Leistung.
 
Der Zahnarzt hat bei der Analogiebewertung und der Feststellung der Gleichwertigkeit einen Ermessensspielraum. Nicht alle drei Kriterien müssen nebeneinander gleichrangig erfüllt werden, sondern müssen in einer Gesamtschau zur Gleichwertigkeit führen.
 
PRAXIS PLAN Beispiel Analogposition              
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
2020a
Einbringung von Farbindikatoren zur Darstellung von Kanaleingängen und Rissen gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2020 Temporärer speicheldichter Verschluss einer Kavität gem. § 10.4 GOZ
12,68 €
 
Hinweis zur Berechnung bei GKV-Patienten
 
Die Leistung Einbringung von Farbindikatoren zur Darstellung von Kanaleingängen und Rissen ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da eine vergleichbare Leistung im Sachleistungskatalog der GKV nicht enthalten ist.
 
Vor Behandlungsbeginn muss mit dem Patienten eine Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z bzw. § 7.7 EKVZ schriftlich getroffen werden.

08.12.2016
Festzuschuss 7.7 Wiederherstellungsbedürftige implantatgetragene Prothesenkonstruktion

Der Festzuschuss 7.7 ist maßgeblich, wenn die Wiederherstellung einer Suprakonstruktion erforderlich ist.

So, wie der Versicherte bei der Erstversorgung mit Suprakonstruktionen einen Anspruch auf einen Festzuschuss hat, erhält er auch bei der Erneuerung und Wiederherstellung von Suprakonstruktionen einen Festzuschuss. Dies gilt auch für die Erneuerung und Wiederherstellung von Suprakonstruktionen, bei denen die Implantate vor Einführung des Festzuschusssystems auf Grund privater Vereinbarungen zwischen Versichertem und Zahnarzt eingesetzt wurden.

Zahnersatz-Richtlinie V. Versorgung mit Suprakonstruktionen (implantatgestützter Zahnersatz)

36. Suprakonstruktionen gehören in folgenden Ausnahmefällen zur Regelversorgung:
a) bei zahnbegrenzten Einzelzahnlücken, wenn keine parodontale Behandlungsbedürftigkeit besteht, die Nachbarzähne kariesfrei und nicht überkronungsbedürftig bzw. überkront sind sowie
b) bei atrophiertem zahnlosen Kiefer.
 
Nr. 36b der Zahnersatz-Richtlinien ist wie bei der Erstversorgung zu beachten. In den dort genannten Ausnahmefällen ist auch die Wiederherstellung von Suprakonstruktionen Regelversorgung.
 
GKV-Abrechnungsbeispiele: Reparaturen mit und ohne Ausnahmeindikation - Zahnersatz-Richtlinie 36b: atrophierter zahnloser Kiefer
 
I.        Ausnahmeindikation 36b liegt vor = Regelversorgung,
           UK Cover-Denture-Prothese Sprung Reparatur
 
 
Heil- und Kostenplan – Teil 1
 
FZ
 
BEMA
 
BEL II
 
UK Sprungreparatur (ohne Abdruck)
7.7
100ai
 
 
Modell bei Implantatversorgung
 
 
001 8
 
Grundeinheit ZE / implantatgestützte Prothese
 
 
801 8
 
Leistungseinheit, Sprung
 
 
802 1
 
Heil- und Kostenplan – Teil 2
 
GOZ
 
BEB
 
-
-
-
 
II.        Ausnahmeindikation 36b liegt nicht vor = andersartige Versorgung,
           UK Cover-Denture-Prothese Sprung Reparatur
 
Heil- und Kostenplan – Teil 1
FZ
BEMA
BEL II
UK Sprungreparatur (ohne Abdruck)
7.7
Andersartige Versorgung
Heil- und Kostenplan – Teil 2
GOZ
BEB
UK Sprungreparatur (ohne Abdruck)
5250
 
UK Desinfektion
 
0732
UK Modell aus Superhartgips
 
0002
UK Instandsetzen einer Prothese, Grundeinheit
 
8011
UK Leistungseinheit, Sprung aus Kunststoff
 
8021
UK Prothese säubern und polieren
 
8123
        
Zahnersatz-Richtlinie V. Versorgung mit Suprakonstruktionen (implantatgestützter Zahnersatz)
 
38.     Sämtliche Leistungen im Zusammenhang mit den Implantaten, wie die Implantate selbst, die Implantataufbauten und die implantatbedingten Verbindungselemente gehören nicht zur Regelversorgung bei Suprakonstruktionen.
 
GKV-Abrechnungsbeispiel: Wiederherstellungsmaßnahmen an Implantat-Verbindungselementen – Erneuerung der Locator-Retentionseinsätze regio 33 und 43
 
 
Heil- und Kostenplan – Teil 1
 
FZ
 
BEMA
 
BEL II
-
-
 
Keine vertrags-zahnärztliche Leistung
 
Heil- und Kostenplan – Teil 2
 
GOZ
 
BEB
 
-
-
-
 
Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z bzw. § 7.7 EKVZ
 
GOZ
 
BEB
 
33 und 43 Wiederherstellung der Funktion eines Verbindungselements
 
2x 5090
 
 
UK Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion oder zur Erweiterung einer abnehmbaren Prothese (ohne Abformung)
5250
 
 
33 und 43 Auswechseln von Konfektionsteil, einfach
 
 
2x 8111
 
33 und 43 Retentionseinsätze
 
 
2x Material
 
UK Prothese säubern und polieren
 
 
8123

10.11.2016
Die korrekte Berechnung von Provisorien im direkten Verfahren nach GOZ

Bei dieser Art der provisorischen Versorgung handelt es sich in der Regel um ein „Sofortprovisorium“, mit dem ein beschliffener Zahn bzw. ein Implantat direkt versorgt werden kann.
 
Es wird ohne Abformung oder mithilfe einer zuvor durchgeführten Abformung oder unter Zuhilfenahme eines Formteils (z. B. vorbereitete Tiefziehfolie) hergestellt. Das Provisorium dient dem Schutz eines Zahnes bzw. eines Implantats und der temporären Sicherung der Kaufunktion.
 
GOZ Gebührenpositionen (Gebühren nach § 4 / ggf. § 6 GOZ)
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
2260
Provisorium im direkten Verfahren ohne Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung
12,94 €
2270
Provisorium im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung
34,93 €
5120
Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung
31,05 €
5140
Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Brückenspanne oder Freiendsattel, einschließlich Entfernung
10,35 €
2195a
Provisorium im direkten Verfahren, provisorische Krone / Brückenanker mit Stiftverankerung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2195 Vorbereitung eines zerstörten Zahnes durch einen Schraubenaufbau oder Glasfaserstift gem. § 10.4 GOZ
38,81 €
 
Auslagen für Verbrauchsmaterial nach § 4 Abs. 3 GOZ:
 
GOZ-Nr.
 
Berechnungsfähig
 
Nicht berechnungsfähig
2260
  • Kosten für konfektionierte Provisorien (z. B. Hülsen)
  • Material für nichtkonfektionierte Provisorien (z. B. lichthärtende Kunststoffe)
2270
5120
5140
2195a
  • Abdruckmaterial
  • Kunststoff für Provisorien
 
 Auslagen für zahntechnische Leistungen nach § 9 GOZ:
 
GOZ-Nr.
 
Berechnungsfähig
 
Nicht berechnungsfähig
2260
  • Umfangreiches feinanatomi-sches / gnathologisches Ausarbeiten
  • Lackierung und/oder Licht- / Ofenaushärtung
  • Zusätzliche Hochglanzpolitur
  • Individuell Charakterisieren
  • Einfaches Ausarbeiten, Glätten, Entfernen von Überschüssen und Graten
2270
5120
5140
2195a
  • laborgefertigte Hilfsteile, z.B. Modelle und darauf gefertigte Formteile
  • Umfangreiches feinanatomi-sches / gnathologisches Ausarbeiten
  • Lackierung und/oder Licht- / Ofenaushärtung
  • Zusätzliche Hochglanzpolitur
  • Individuell Charakterisieren
  • Einfaches Ausarbeiten, Glätten, Entfernen von Überschüssen und Graten
 
Reparaturen und Wiederherstellungsmaßnahmen
 
GOZ Gebührenpositionen (Gebühren nach § 6.1 GOZ)
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
2320a
Wiederherstellung der Funktion eines direkten Provisoriums, je Krone oder Brückenanker gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2320 Wiederherstellung einer Krone, einer Teilkrone, eines Veneers gem. § 10.4 GOZ
45,27 €
oder
5110a
Wiederherstellung der Funktion eines direkten Brückenprovisoriums gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5110 Wiedereingliederung einer endgültigen Brücke nach Wiederherstellung der Funktion gem. § 10.4 GOZ gem. § 10.4 GOZ
46,57 €
 
Auslagen für Verbrauchsmaterial nach § 4 Abs. 3 GOZ:
 
GOZ-Nr.
 
Berechnungsfähig
 
Nicht berechnungsfähig
2320a
5110a
  • Abdruckmaterial
  • Kunststoff für Provisorien
 
 Auslagen für zahntechnische Leistungen nach § 9 GOZ:
 
GOZ-Nr.
 
Berechnungsfähig
 
Nicht berechnungsfähig
2320a
5110a
  • Grundeinheit, provisorische Krone- oder Brückengliedreparatur aus Kunststoff
  • LE Bruch / Sprung aus Kunststoff
  • LE Bisserhöhung
  • LE Umarbeiten / Anpassen an postoperative Situation
  • LE Umarbeiten / Anpassen an Implantataufbau
  • Einfaches Ausarbeiten, Glätten, Entfernen von Überschüssen und Graten
 
Das Wiedereingliedern desselben Provisoriums, gegebenenfalls auch mehrmals, einschließlich Entfernung, ist mit den Gebühren nach den Nummern 2260, 2270, 5120 und 5140 abgegolten.
 
Die Wiedereingliederung einer alio loco angefertigten provisorischen Krone ist analog berechnungsfähig.
 
GOZ Gebührenpositionen (Gebühren nach § 6.1 GOZ)
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
2310a
Wiederbefestigung einer alio loco angefertigten provisorischen Krone gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2310 Wiedereingliederung einer Einlagefüllung, einer Teilkrone, eines Veneers oder einer Krone gem. § 10.4 GOZ
45,27 €
oder
2320a
Wiederbefestigung einer alio loco angefertigten provisorischen Krone nach Wiederherstellung der Funktion gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2320 Wiederher-stellung einer Krone gem. § 10.4 GOZ
45,27 €
oder
5110a
Wiederbefestigung einer alio loco angefertigten provisorischen Brücke gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5110 Wiedereingliederung einer endgültigen Brücke nach Wiederherstellung der Funktion gem. § 10.4 GOZ
46,57 €
 
Beschlüsse des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen
Beschluss Nr. 16: Provisorien:
 
Die Wiedereingliederung (inklusive Säuberung, ggf. Wiederanpassung) andernorts angefertigter direkter oder laborgefertigter Provisorien ist analog zu berechnen.
 
  • Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die Bundeszahnärztekammer keine konkrete Analoggebühr.
  • Der PKV-Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2260 (Honorar: 12,94 € bei 2,3fach) für angemessen.
 
Gemäß des Beschlusses Nr. 16 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen, beinhaltet die Wiedereingliederung andernorts angefertigter Provisorien im Analogverfahren auch die Säuberung und ggf. die Wiederanpassung.

11.10.2016
Revisionsbehandlung – analoge Berechnung gem. § 6.1 GOZ für die Entfernung von vorhandenem definitivem Wurzelfüllmaterial

Die BZÄK führt in Ihrem Kommentar zu der GOZ-Nr. 2410 mit Stand Juni 2016 aus:
 
„Die Entfernung von vorhandenem definitivem Wurzelfüllmaterial ist nicht Bestandteil dieser Gebührennummer. Die erneute Aufbereitung im Rahmen der Revision wird nach dieser Gebührennummer berechnet.“
 
PRAXIS PLAN Beispiel für eine Analogposition:
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
2410a
Entfernung von vorhandenem definitivem Wurzel-füllmaterial, je Kanal gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2410 Aufbereitung eines Wurzelkanals auch retrograd, je Kanal gem. § 10.4 GOZ
50,71 €
 
Noch konkreter wird dies in der „Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer - Gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnende Leistungen in der Endodontie“ der Bundeszahnärztekammer vom April 2014 ausgeführt:
 
„Die im Rahmen der Revision von Wurzelfüllungen vor der Aufbereitung des natürlichen Wurzelkanals erforderliche Entfernung vorhandenen definitiven Wurzelfüllmaterials wird in den Fällen, in denen die unmittelbare Bearbeitung und Desinfektion des Wurzelkanalwanddentins verhindert ist und insofern die Entfernung des definitiven Wurzelfüllmaterials eine nach Art, Material- und apparativem Einsatz selbstständige Behandlung darstellt, gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet.
 
Gründe:
 
Die Entleerung des Wurzelkanallumens bei Vorliegen einer älteren Wurzelfüllung ist als selbständige Leistung ebenso Voraussetzung für die erfolgreiche Bearbeitung der inneren Wurzelkanalwände. Je nach Konsistenz der vorhandenen Wurzelfüllung kann dies einen verglichen mit der Entfernung der vitalen Pulpa erheblich höheren Aufwand mit sich bringen. Dieser sachlogisch eigenständige Behandlungsschritt kann, da in der GOZ nicht beschrieben, nur gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden. Nur bei einem bereits leeren Wurzelkanallumen z.B. nach einer nach mehrjähriger Devitalität erfolgten Resorption des nekrotischen Pulpengewebes oder nach Exstirpation der Pulpa alio loco erfolgt die Aufbereitung des Wurzelkanals, berechnet nach der Gebührennummer 2410, unmittelbar.“
 
Dementgegen behaupten private Kostenerstatter meist, dass die Entfernung von vorhandenem definitivem Wurzelfüllmaterial mit der Aufbereitung des Wurzelkanals nach 2410 GOZ abgegolten sei.
 
In der hauseigenen „Kommentierung praxisrelevanter Analogabrechnungen“ mit Stand 10. Dezember 2015, begründet dies der PKV Verband wie folgt:
 
„Zum Leistungsinhalt der Wurzelkanalaufbereitung gehört auch die Entfernung von zuvor eingebrachtem definitiven Wurzelfüllmaterial. Die Maßnahme ist im Rahmen einer Wurzelkanalaufbereitung gemäß § 4 Absatz 2 GOZ mit GOZ-Nr. 2410 abgegolten. Sofern sich die Aufbereitung aufwendiger gestalten sollte, z. B. bedingt durch die Entfernung adhäsiv befestigten Wurzelfüllmaterials, kann der Steigerungsfaktor erhöht werden. Auch in diesen Fällen stellt die Entfernung definitiven Wurzelfüllmaterials keine selbstständige Leistung im Sinne des § 6 Abs. 1 dar und kann somit nicht analog zusätzlich berechnet werden. Diese Auffassung wird auch durch die 1. Abrechnungsbestimmung nach der GOZ-Nr. 2410 gestützt, die nur die einmalige Berechnung dieser Leistung vorsieht, selbst wenn der Wurzelkanal zuvor definitiv versorgt wurde.“
 
Das Amtsgericht (AG) Düsseldorf hat nun mit Urteil vom 01.07.2016 (Az.: 25 C 2953/14) entschieden, dass die Entfernung von vorhandenem definitivem Wurzelfüllmaterial zutreffend als Analogleistung berechnet wird, da es sich um eine selbständige Leistung vor Beginn der eigentlichen Wurzelkanalaufbereitung nach GOZ-Nr. 2410 handelt.
 
Der Sachverständigen führte aus, dass eine Wurzelkanalaufbereitung einen leeren Wurzelkanal voraussetze. In den Sonderfällen eines bereits mit einer Wurzelfüllmasse versorgten Wurzelkanals müsse in einem zusätzlichen Arbeitsschritt die bestehende Wurzelfüllung vorab aus dem Zahn entfernt werden, damit das Einbringen von Wurzelkanalinstrumenten zur Aufbereitung des Wurzelkanals nach Ziffer 2410 GOZ durchgeführt werden könne. Die Entfernung einer vorhandenen Wurzelfüllung stellt somit einen eigenständigen Arbeitsschritt dar.
 
Weiter stellte der Sachverständige fest, dass die dafür notwendigen zahnärztlichen Maßnahmen der Entfernung eines Materials, das sich im Wurzelkanal befindet, sich vollständig von der Aufbereitung eines Wurzelkanals nach GOZ-Nr. 2410 unterscheiden. Denn die Entfernung einer vorhandenen Wurzelfüllung sei mit den Maßnahmen, die zur Aufbereitung eines Wurzelkanals vorgenommen werden, nicht möglich. Vielmehr stelle die Entfernung einer vorhandenen Wurzelfüllung einen in Art und ausgeführter Technik eigenständigen Arbeitsschritt dar, der nicht in den Maßnahmen nach GOZ-Nr. 2410 enthalten sei.
 
Das Gericht folgt diesen Ausführungen des Sachverständigen und stellt fest, dass die Entfernung vorhandenen Wurzelfüllmaterials eine zusätzliche eigenständige Leistung darstellt, die mit erhöhtem Arbeitsaufwand verbunden und nicht durch die GOZ-Nr. 2410 abgegolten, sondern gesondert analog § 6 Abs. 1 GOZ abrechenbar ist.
 
Im vorliegenden Fall wurde als analoge Position die GOZ-Nr. 2300 herangezogen und vom Sachverständigen sowie dem Gericht als eine nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung anerkannt.
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
2300a
Entfernung von vorhandenem definitivem Wurzel-füllmaterial, je Kanal gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2300 Entfernung eines Wurzelstiftes gem. § 10.4 GOZ
34,93 €
 
Der Sachverständige führte zu der gewählten Position 2300a aus, dass die analog abgerechnete GOZ-Nr. 2300 in der GOZ im Kapitel C „Konservierende Leistungen“ enthalten ist. In diesem Kapitel seien auch die Gebührenziffern aufgeführt, die im Rahmen einer Wurzelbehandlung in Ansatz gebracht werden.
 
Die Entfernung von Wurzelfüllmaterial aus einem Wurzelkanal sei von der Art her mit der Gebührenziffer 2300 GOZ vergleichbar. Der Kosten- und Zeitaufwand richte sich hingegen nach dem in der Behandlung erfolgten Aufwand. Die finanzielle Einordnung der Ziffer 2300 GOZ stehe in einem Verhältnis zu einem entsprechenden Aufwand.
 
PRAXIS PLAN Hinweis zur Ermittlung einer analogen Position
 
Die selbständige, nicht im Gebührenverzeichnis enthaltene Leistung kann entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses berechnet werden. Die Regelung stellt damit auf die Gleichwertigkeit und nicht auf die Gleichartigkeit ab. Die Gleichwertigkeitsprüfung hat demnach nicht zwingend anhand des Leistungsinhalts zu erfolgen.
 
Für die Feststellung der Gleichwertigkeit hat der Zahnarzt Art, Kosten- und Zeitaufwand der neuen Leistung mit der hilfsweise zur Berechnung ausgesuchten Analogleistung zu vergleichen.
 
  • Das Kriterium der Art der Leistungserbringung stellt im Wesentlichen auf das Ziel der Leistung ab.
  • Der Kostenaufwand vergleicht die Kosten der Leistungserbringung – auch die nach § 4 Absatz 3 abgegoltenen Kosten – und ggf. den Einsatz besonders qualifizierten Personals.
  • Der Zeitaufwand erfordert einen Vergleich der individuell notwendigen Zeit der Leistungserbringung der nicht erfassten Leistung mit dem Zeitaufwand des Zahnarztes für die analog herangezogene Leistung.
 
Der Zahnarzt hat bei der Analogiebewertung und der Feststellung der Gleichwertigkeit einen Ermessensspielraum. Nicht alle drei Kriterien müssen nebeneinander gleichrangig erfüllt werden, sondern müssen in einer Gesamtschau zur Gleichwertigkeit führen.
 
Der GOZ-Senat der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) stellt dazu fest:
 
Generell ist der behandelnde Zahnarzt allein zuständig und verantwortlich für die Wahl der angemessenen analogen Gebührennummer bei zahnärztlichen Leistungen, die in der GOZ nicht abgebildet sind.
 
§ 6 Absatz 1 der GOZ benennt die Voraussetzung einer analogen Berechnung: „Selbständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses dieser Verordnung berechnet werden.“
 
Diese Zuordnung ist begriffsnotwendig nicht durch Außenstehende möglich, sondern ausschließlich dem behandelnden Zahnarzt allein anhand des konkreten Behandlungsfalls möglich und vorbehalten.

31.08.2016
Abrechnungsbeispiel GKV-Patient: Aufbau eines abgebrochenen Zahnes mit einem Stift und Wiedereingliederung der vorhandenen Krone

Der Patient stellt sich mit herausgegangener VMK-Krone an dem endodontisch behandelten Zahn 13 in der Praxis vor. Aufgrund des großen Verlusts von Zahnsubstanz muss der Zahn mit einem Glasfaserstift aufgebaut werden, bevor die Krone adhäsiv wiedereingegliedert werden kann.
 
 
 Zahn
 
Anzahl
Geb.-Nr.
Leistung
 ggf. Hinweise
 
1
Ä1
BEMA
Beratung über Diagnose und über den Behand-lungsablauf
Der genaue Beratungsinhalt ist gem. Patientenrechtegesetz genau zu dokumentieren
13
1
Ä925a BEMA
Röntgendiagnostik (bis zu zwei Aufnahmen)
 
13
1
4050
GOZ
Supragingivale Reinigung
Vereinbarungsfähig, wenn der Anspruch auf die Leistung nach Nr. 107 BEMA (einmal pro Kalenderjahr) erschöpft ist.
13
1
4070
GOZ
Subgingivale Reinigung
Vereinbarungsfähig, wenn die Behandlungsrichtlinie eine Berechnung der Nrn. P200 und P201 BEMA ausschließt.
13
1
-
Präparation Wurzelkanal in der für die Verankerung erforderlichen Länge, Weite und ggf. Konizität
Die Präparation des Wurzelkanals ist Bestandteil der Leistung 18a BEMA bzw. 2195 GOZ
13
1
12
BEMA
Besondere Maßnahme beim Präparieren:
Stillung einer übermäßigen Papillenblutung
Abrechenbar, da es sich bei der Wurzelkanalaufbereitung um eine präparative Maßnahme handelt.
13
1
BEB
Stift anprobiert, Anpassung im Eigenlabor: Kürzen, Individualisieren
Im Zusammenhang mit der GOZ-Nr. 2195 können zahntechnische Leistungen gem. § 9 GOZ in Ansatz gebracht werden. Diese Leistung muss individuell angelegt und kalkuliert werden.
13
1
2195
GOZ
Vorbereitung des Zahnes durch einen Glasfaserstift zur Aufnahme einer Krone
Keramische Stifte o. ä. sind nicht Leistungsinhalt des Bema. Diese Stifte sind gleichartig. Die Berechnung erfolgt auf HKP Teil 2.
Der FZ 1.4 wird ausgelöst.
13
1
2197
GOZ
Adhäsive Befestigung
des Stiftes
Die adhäsive Befestigung eines Stiftes kann zusätzlich auf HKP Teil 2 berechnet werden.
13
1
5306
BEB
Keramik/gegossenes Glas konditionieren
Die Leistung ist für die extraorale Vorbereitung des Stiftes neben der GOZ-Nr. 2197 berechnungsfähig.
13
1
5401
BEB
Keramik/gegossenes Glas ätzen
Die Leistung ist für die extraorale Vorbereitung des Stiftes neben der GOZ-Nr. 2197 berechnungsfähig.
13
1
Ä925a BEMA
Röntgenkontrolle nach Versorgung mit Stift
Bei unterschiedlicher klinischer Situation im Rahmen einer Behandlung können, in derselben Sitzung erbrachte Röntgenaufnahmen, je Aufnahme nach BEMA Ä 925a berechnet werden.
13
1
2120a
GOZ
Mehrfach geschichtete Aufbaufüllung
analog gem. § 6.1 GOZ
Wird anstatt einer plastischen Aufbaufüllung aus Komposit eine Aufbaufüllung in Dentinadhäsiv- und Schichttechnik erbracht, wird diese analog gem. § 6.1 GOZ berechnet. Aufbaufüllungen aus auto-polymerisierenden Komposit (Applikation in einem Arbeitsschritt) werden mit den GOZ-Nrn. 2180 und 2197 berechnet.
13
1
13b“ZE“
MKV fiktiv
Mehrflächige Aufbaufüllung
Mehrkostenregelung nach § 28 Abs. 2 SGB V
13
1
2030
GOZ
Verwenden einer Formgebungshilfe
Der Einsatz von Formgebungshilfen in Verbindung mit adhäsiven Füllungen nach GOZ ist mit GKV-Pat. vereinbarungsfähig.
13
1
-
Krone säubern
Bei Wiedereingliederung einer Krone ist das vorherige Entfernen von Zementresten / Säubern der Krone nicht zusätzlich abrechenbar.
13
1
24a
BEMA
Krone wieder eingesetzt
Die Vereinbarung einer Leistung nach Nr. 2197 GOZ führt zur Einstufung als gleichartige Versorgung.
Sie führt aber nicht dazu, dass Regelversorgungsbestandteile, hier die 24a, nach GOZ abgerechnet werden können. Die Berechnung erfolgt auf HKP Teil 1. Der FZ 6.8 wird ausgelöst.
13
1
2197
GOZ
Adhäsive Befestigung
der Krone
Die adhäsive Befestigung einer Krone kann zusätzlich auf HKP Teil 2 berechnet werden.
13
1
5307
BEB
Metallfläche konditionieren
Die Leistung ist für die extraorale Vorbereitung der Krone neben der GOZ-Nr. 2197 berechnungsfähig.
 
Weitere ggf. notwendige Leistungen sind nach BEMA oder GOZ berechnungsfähig.

29.07.2016
PA-Leistungen im Zusammenhang mit Implantaten

Im Bereich der Periimplantitistherapie werden viele Maßnahmen in der GOZ nicht abgebildet und müssen ggf. analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden.
 
Nachfolgend eine kleine Übersicht:
 
1.   Subgingivale, medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
Honorar 3,5fach
4025
Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation, je Zahn
1,94 €
2,95 €
 
 
Bestimmungen zu der GOZ-Nr. 4025
 
Die verwendeten antibakteriellen Materialien sind gesondert berechnungsfähig.
 
Erläuterung zur Leistung:
 
Diese Leistung ist berechnungsfähig, wenn an einem Parodontium unterhalb des Zahnfleischsaums ein lokal wirksames Antibiotikum oder ein Chlorhexidin-digluconatpräparat in unterschiedlichen Darreichungsformen eingebracht wird.
 
Wird ein antibakteriell wirksames Medikament subgingival an einem Implantat eingebracht, ist eine analoge Bewertung erforderlich.
 
Beispiel zur Analogberechnung
 
GOZ-Nr. Leistung Honorar 2,3fach Honorar 3,5fach
4025a
Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation, je Implantat gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 4025 Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation, je Zahn gem. § 10.4 GOZ
1,94 €
2,95 €
 
oder
 
4020a
Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation an Implantaten gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 4020 Lokalbehandlung von Mundschleimhauterkrankungen gem. § 10.4 GOZ
5,82 €
8,86 €
 
 
Hinweis PRAXIS PLAN:
 
Die GOZ-Nr. 4025 wird berechnet für das gezielte ortsspezifische Einbringen von antibakteriellen Medikamenten in die Zahnfleischtasche. Die Leistungslegende der GOZ-Nr. 4025 stellt klar, dass die Leistung je Zahn berechnet werden kann. Nicht enthalten ist somit das Einbringen der subgingivalen medikamentösen antibakteriellen Lokalapplikation an einem Implantat.
 
2.   Lappen-Operation – offenes Vorgehen
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
Honorar 3,5fach
4090
Lappenoperation, offene Kürettage, einschließlich Osteoplastik an einem Frontzahn, je Parodontium
23,28 €
35,43 €
4100
Lappenoperation, offene Kürettage, einschließlich Osteoplastik an einem Seitenzahn, je Parodontium
35,57 €
54,13 €
 
 
 
Zuschläge: 
  • 0110 (Operationsmikroskop)
  • 0120 (Laser)
  • 0500 (250 bis 499 Punkte oder zu den Nrn. 4090 oder 4130)
 
Bestimmungen zu den GOZ-Nrn. 4090 und 4100
 
Neben den Leistungen nach den Nummern 4090 und 4100 sind Leistungen nach den Nummern 4050 bis 4080 in der gleichen Sitzung nicht berechnungsfähig.
 
Erläuterung zu den Leistungen:
 
Diese Leistungen beschreiben die parodontalchirurgische Therapie im subgingivalen Bereich in einem „offenen“ Verfahren. Sie beinhaltet die teilweise Mobilisierung der beweglichen und ggf. auch der befestigten ("attached") Gingiva (Aufklappung) von der knöchernen Unterlage.
 
Diese Gebührennummern beziehen sich auf Maßnahmen an einem Front- oder Seitenzahn. Die vergleichbaren Leistungen an Implantaten im Front- oder Seitenzahngebiet werden nach § 6 Abs. 1 berechnet.
 
Beispiel zur Analogberechnung
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
Honorar 3,5fach
4090a
Einfache Lappen-OP an einem Implantat im Frontzahnbereich gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 4090 Lappenoperation, offene Kürettage, einschließlich Osteoplastik an einem Frontzahn, je Parodontium gem. § 10.4 GOZ
23,28 €
35,43 €
oder

 

 

4100a
Einfache Lappen-OP an einem Implantat im Seitenzahnbereich gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 4100 Lappenoperation, offene Kürettage, einschließlich Osteoplastik an einem Seitenzahn, je Parodontium gem. § 10.4 GOZ
35,57 €
54,13 €
 
 
Berechnung OP Zuschlag in Verbindung mit analogen Positionen
 
Bestimmten chirurgischen Leistungen in der GOZ/GOÄ sind Zuschläge zugeordnet, die bei ambulanter Durchführung für die erforderliche Bereitstellung von Einrichtungen, Geräten, Personal etc. berechnet werden können.
 
Dieser Zuschlag ist bei der Analogberechnung zu berücksichtigen, wenn die Analogberechnung für eine chirurgische Leistung erfolgt.
 
Erfolgt die Analogberechnung dagegen für eine nicht chirurgische Leistung, können diese Zuschläge nicht berechnet werden.
 
Beschluss Nr. 19 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen (Bundeszahnärztekammer, Verband der PKV und die Beihilfestellen von Bund und Ländern)
 
Periimplantitisbehandlung
 
Eine Periimplantitis-Behandlung im offenen Verfahren stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet.
 
Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die Bundeszahnärztekammer keine konkrete Analoggebühr.
 
Der PKV-Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr je nach Lokalisation die GOZ-Nr. 4090 bzw. die GOZ-Nr. 4100 für angemessen.
 
3.   Implantatplasik
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
Honorar 3,5fach
4136
Osteoplastik auch Kronenverlängerung, Tunnelierung oder Ähnliches, je Zahn oder Parodontium, auch Implantat, als selbstständige Leistung
25,87 €
39,37 €
 
Bestimmungen zu der GOZ-Nr. 4136
 
keine
 
Erläuterung zu der Leistung:
 
Die Gebührennummer umfasst alle knochenmodellierenden Maßnahmen, die der Therapie am zahntragenden Alveolarfortsatz des Kiefers dienen. Beispielhaft sind dazu die Verlängerung der klinischen Krone durch Abtragung des Limbus alveolaris oder die Öffnung einer Furkation mittels Tunnelierung aufgeführt.
 
Diese Gebührennummer kann nur als selbstständige Leistung berechnet werden. Knochenmodellierende Maßnahmen wie die Formung einer parodontalen Knochentasche im Rahmen einer offenen Parodontaltherapie sind Bestandteil der Nummer 4090 bzw. 4100 und nicht gesondert berechnungsfähig.
 
Zahnmodellierende Maßnahmen im Sinne einer Osteoplastik sowie modellierende Maßnahmen am Implantatkörper – z. B. zum Entfernen freiliegender Gewindegänge – werden nach § 6 Abs. 1 berechnet.
 
Beispiel zur Analogberechnung
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
Honorar 3,5fach
4136a
Implantatplastik (Freilegung und Entfernung von Gewindegängen sowie Glättung des Implantat-körpers) gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 4136 Osteoplastik auch Kronenverlängerung, Tunnelierung oder Ähnliches, je Zahn oder Parodontium, auch Implantat gem. § 10.4 GOZ
25,87 €
39,37 €
 
 
Hinweis zur Wahl der konkreten Analogposition:
 
Der GOZ-Senat der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) stellt dazu fest:
 
„Generell ist der behandelnde Zahnarzt allein zuständig und verantwortlich für die Wahl der angemessenen analogen Gebührennummer bei zahnärztlichen Leistungen, die in der GOZ nicht abgebildet sind. § 6 Absatz 1 der GOZ benennt die Voraussetzung einer analogen Berechnung: „Selbständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses dieser Verordnung berechnet werden.“ Diese Zuordnung ist begriffsnotwendig nicht durch Außenstehende möglich, sondern ausschließlich dem behandelnden Zahnarzt allein anhand des konkreten Behandlungsfalls möglich und vorbehalten.
 
Einzelne zahnärztliche Organisationen haben Vorschläge für in Frage kommende Analogpositionen einschließlich zugeordneter analoger Gebührennummern erarbeitet. Derartige Listen können keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und entlassen den Zahnarzt keinesfalls aus der eigenen Verantwortung. Diese Verzeichnisse entwickeln auch keinerlei Verbindlichkeit für das Kostenerstattungsverhalten von privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen."

30.06.2016
Positionspapier der Bundeszahnärztekammer: Die abweichende Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 3 GOZ (Leistungen, die das Maß des zahnmedizinisch Notwendigen übersteigen)

Eine Behandlung ist dann medizinisch notwendig, wenn es im Zeitpunkt der Vornahme der Behandlung nach medizinischen Erkenntnissen als wahrscheinlich erachtet werden konnte, dass die geplanten und durchzuführenden Maßnahmen geeignet waren, die Verhinderung der Verschlimmerung einer Erkrankung, deren Verlangsamung oder Heilung zu bewirken (s. hierzu auch: BGH, Az.: IV ZR 133/95 vom 10.07.1996).
 
Unter der Voraussetzung, dass die Leistungen einer solchen Behandlung auf Grundlage eines gültigen Behandlungsvertrages zwischen Zahnarzt und Patient / Zahlungspflichtigem erbracht werden, sind diese Leistungen im Sinne des § 1 Abs. 2 Satz 1 GOZ nach den geltenden gebührenrechtlichen Bestimmungen der Gebührenordnung für Zahnärzte berechnungsfähig.
 
Im Gegensatz hierzu bedürfen Leistungen gemäß § 1 Abs. 2 Satz 2 GOZ, die das Maß des zahnmedizinisch Notwendigen übersteigen, aufgrund § 2 Abs. 3 GOZ der schriftlichen Vereinbarung vor Leistungserbringung.
 
Beispielhaft sei an dieser Stelle die Erneuerung intakter Kronen nur aus kosmetischen Gründen oder auch das Bleichen von Zähnen genannt.
 
Derartige Leistungen auf Verlangen des Patienten sind vor Leistungserbringung schriftlich in Form eines Heil- und Kostenplanes zu vereinbaren. Dieser muss die einzelnen Leistungen und Vergütungen sowie die Feststellung enthalten, dass es sich um Leistungen auf Verlangen handelt und eine Erstattung möglicherweise nicht gewährleistet ist.
 
Da der Verordnungsgeber eine explizit ausschließende Bestimmung in der GOZ nicht vorgenommen hat und Rechtsprechung zu dieser gebührenrechtlichen Frage nicht existiert, scheint eine gewisse Pauschalierung des vereinbarten Honorars zunächst möglich.
 
In der seit 1.1.2012 geltenden GOZ ist eine Annäherung an die Regelungen der GOÄ erfolgt. Maßgebliche Kommentare und zur GOÄ ergangene Rechtsprechung sehen jedoch auch bei medizinisch nicht notwendigen Leistungen eine Bewertung nach Gebührennummern der GOÄ als erforderlich an.
 
Aus der z. Zt. unklaren rechtlichen Situation lassen sich in Bezug auf die vergütungsmäßige Bewertung von zahnmedizinisch/medizinisch nicht notwendigen Leistungen der GOZ/GOÄ nach Auffassung des Ausschusses Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer aus Gründen der Rechtssicherheit bis auf weiteres folgende Empfehlungen ableiten:
 
Leistungen auf Verlangen
 
  1. Im Gebührenverzeichnis der GOZ beschriebene Leistungen und Leistungen der GOÄ, für die gemäß § 6 Abs. 2 GOZ der Zugriff eröffnet ist, sind mit den entsprechenden Gebührennummern zu berechnen.
  2. In den Gebührenverzeichnissen nicht beschriebene Leistungen sind im Wege der Analogie vorzugsweise gemäß § 6 Abs. 1 GOZ mit Gebührennummern der GOZ, und erst wenn dort keine Gebührennummer nach Art-, Kosten- und Zeitaufwand geeignet erscheint, mit durch die Verweisung in § 6 Abs. 2 GOZ erfassten Gebührennummern der GOÄ gemäß § 6 Abs. 2 GOÄ zu berechnen.
  3. Vereinbarungen über Verlangensleistungen sind, formularmäßig getrennt, auch in Verbindung mit Vereinbarungen über abweichende Gebührenhöhen gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ/§ 2 GOÄ möglich.
  4. Leistungen auf Verlangen sind in der Rechnung aufgrund § 10 Abs. 3 GOZ/§ 12 Abs. 3 GOÄ als solche zu bezeichnen.
 
Die Kombination der gebührenrechtlichen Bestimmungen über Leistungen auf Verlangen, abweichende Gebührenhöhen und analoge Bewertungen in Bezug auf die GOÄ bestätigt der Bundesgerichtshof (Az.: III ZR 223/05 vom 23.03.2006).
 
Unter Anwendung dieses, zugegebenermaßen etwas umständlicheren Verfahrens ist eine Gebühr in jeder erforderlichen Höhe darstellbar, begrenzt lediglich durch die Angemessenheit des Honorars im Sinne der §§ 138, 242 BGB.
 
Beispiel PRAXIS PLAN - Versorgung der Zähne 11 und 21 mit kosmetischen Veneers auf Wunsch des Patienten
 
Unter Anwendung dieses, zugegebenermaßen etwas umständlicheren Verfahrens ist
 
Vergütungsvereinbarung gem. § 2 Abs. 3 GOZ
für Verlangensleistungen
 
zwischen
 
Zahnarztpraxis
Herr/Frau Vorname, Name
Straße, Hausnummer
PLZ, Ort
 
und
 
Patient/in
Frau/Herr Vorname, Name (Zahlungspflichtiger oder gesetzlicher Vertreter)
Straße, Hausnummer
PLZ, Ort
 
Entsprechend der Gebührenordnung für Zahnärzte § 2 Absatz 3 wünsche ich die nachfolgend vereinbarte Behandlung. Es handelt sich dabei um Leistungen auf Verlangen im Sinne des § 1 Absatz 2 der GOZ, die vom Zahnarzt nur berechnet werden darf, wenn Sie auf Verlangen des Patienten/Zahlungspflichtigen erbracht worden sind.
 
Ich wurde über die Leistung (kurze Beschreibung der Leistung) eingehend aufgeklärt und beraten. Mir ist bewusst, dass es sich hierbei um Leistungen handelt, die über das Maß einer zahnmedizinisch notwendigen Versorgung hinausgehen.
 
Gemäß § 2 Abs. 3 GOZ vereinbaren ich und meine o. g. Zahnärztin / mein o. g. Zahnarzt auf meinen Wunsch und Verlagen die nachfolgend aufgeführten Leistungen und Gebühren:
 
Zahn /Regio
Geb.-Nr.1
Leistung2
Faktor
Anzahl
Betrag EUR
OK, UK
0060V
Abformung beider Kiefer für Situationsmodelle
2,3
1
33,63
11,21
2030V
Besondere Maßnahmen beim Präparieren
3,0
1
10,97
11,21
4050V
Entfernung harter und weicher Zahnbeläge
2,3
2
2,58
11,21
4070V
Entfernung subgingivaler Konkremente
2,0
2
22,50
11,21
4080V
Gingivektomie, Gingivoplastik (Korrektur der fehlerhaften Zahnfleischkontur)
2,3
2
11,64
OK
5170V
Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel (…)
3,5
1
49,21
11,21
2270V
Provisorium im direkten Verfahren mit Abformung
3,0
2
91,12
11,21
2220V
Versorgung eines Zahnes durch ein Veneer
3,5
2
813,76
11,21
2197V
Adhäsive Befestigung
3,5
2
51,18
Weitere Begleitleistungen sind zusätzlich berechnungsfähig.
 
Kosten für Verbrauchsmaterial
 
Kosten für zahntechnische Leistungen
 
Zwischensumme
 
ggf. zzgl. 19 % MWSt3
 
Gesamtsumme
 
Ich wurde von meiner o. g. Zahnärztin / meinem o. g. Zahnarzt ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Erstattung der Vergütung durch Kostenträger bzw. Erstattungsstellen möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist.
 
Ich verpflichte mich dazu, die Zahlung des vereinbarten Honorars unabhängig von einer Erstattung zu leisten.
 
Eine Ausfertigung dieser Vereinbarung gem. § 2 Abs. 3 GOZ über die Leistungen auf Verlagen wurde mir von meiner o. g. Zahnärztin / meinem o. g. Zahnarzt ausgehändigt.
 
_____________________________
Ort, Datum
 
______________________________
Ort, Datum
 
_____________________________
Unterschrift Patient / Zahlungspflichtiger oder gesetzlicher Vertreter
 
______________________________
Unterschrift Zahnärztin / Zahnarzt
  1. Leistungen, die auf Verlangen erbracht worden sind, müssen als solche gekennzeichnet werden (§ 10 Abs. 3 Satz 7 GOZ) z. B. durch den Zusatz "V" bei der Gebührennummer oder durch einen Hinweis im Leistungstext z. B. "Leistung auf Verlangen". Da die Versorgung mit einem Veneer mit der GOZ-Nr. 2220 im Gebührenverzeichnis der GOZ beschrieben ist, wird die Leistung mit der entsprechenden Gebührennummer, unter Kennzeichnung als Verlangens-leistung z. B. „V“, berechnet.
  2. Leistungstexte hier verkürzt abgedruckt
  3. Zahnärztliche Honorare sind gemäß § 4 Nr. 14 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Dies ist der Fall, wenn die Maßnahme der Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten oder deren Vorbeugung dient. Bei rein kosmetischen Leistungen handelt es sich nicht um medizinisch notwendige Leistungen entsprechend § 1 Abs. 2 GOZ.
Da es sich nicht um steuerbefreite Heilbehandlungen handelt und keine anderweitige Befreiungsvorschrift existiert, ist grundsätzlich Umsatzsteuer für kosmetische Behandlungen zum vollen Satz von derzeit 19% zu berechnen.  Sofern verauslagte, selbst steuerbefreite Aufwendungen, z. B. für Abdruckmaterial, weiterberechnet werden, ist auch auf diese Positionen Umsatzsteuer zu berechnen.
 
Solange die Kleinunternehmergrenze steuerpflichtiger Umsätze pro Jahr nicht überschritten wird, kann gemäß den Erleichterungen des Umsatzsteuergesetzes auf den Ausweis der Umsatzsteuer verzichtet werden.
 
Die vorstehenden Ausführungen sind nur allgemeine Hinweise, für weiterführende Erläuterungen zur Umsatzsteuerpflicht und deren Ausgestaltung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

08.06.2016
Gleich- oder Andersartig? Versorgung im Oberkiefer mit einem Kombinationszahnersatz

Gleich- oder Andersartig?
Versorgung im Oberkiefer mit einem Kombinationszahnersatz
 
In der Therapieplanung wird zusätzlich der Zahn 27 und 11 mit einer Teleskopkrone und der fehlende Zahn 12 mit einem Brückenglied versorgt.

 

TP
E
E
E
E
E
TV
BV
TV
 
 
TV
E
E
E
TV
 
R
E
E
E
E
E
TV
E
 
 
 
TV
E
E
E
H
 
B
f
f
f
f
f
 
f
 
 
 
 
f
f
f
 
f
 
18
17
16
15
14
13
12
11
21
22
23
24
25
26
27
28
 
Zusätzliche Verbindungselemente an Kombinationszahnersatz sind als gleichartige Versorgung einzustufen, wenn die Befundsituation eine Regelversorgung mit Teleskopkronen nach der Befund-Nr. 3.2 vorsieht.
 
Der Zahnersatz wird durch das zahntechnische Brückenglied bei Regio 12 sowie durch die zusätzliche Teleskopkrone an Zahn 27 nicht andersartig. Die Versorgung wird als gleichartig eingestuft.
 
Die Einstufung als andersartige Versorgungsform hängt davon ab, ob sich in der Therapie die Art der Versorgung ändert, zum Beispiel von herausnehmbarem Zahnersatz zu festsitzendem Zahnersatz.
 
Berechnung der gleichartigen Versorgung im Oberkiefer:
 
Heil- und Kostenplan Teil 1
FZ
BEMA
13,23 prov. Kronen
 
2x 19
OK Abformung mit individuellem Löffel
 
98a
13,23 Teleskopkronen, vestibulär verblendet
2x 3.2
2x 4.7
2x 91d
OK Modellguss-Prothese
3.1
96b
98g
Heil- und Kostenplan Teil 2
GOZ
11,27 prov. Krone
2x 2270
11,27 Teleskopkronen, vestibulär verblendet
2x 5040
12 Brückenglied, vestibulär verblendet
5070
13,11,23,27 adhäsive Befestigung
4x 2197
Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z bzw. § 7.7 EKVZ
GOZ
Weitere Leistungen sind ggf. privat mit dem Patienten zu vereinbaren
 
 
 Erläuterungen:
 
Die Leistungsbeschreibung der BEMA-Nr. 91d schließt die Berechnung von Brückenspannen im Zusammenhang mit Teleskopkronen aus. Daher wird diese Brückenspanne Regio 12 nach der GOZ 5070 abgerechnet und bei der Ermittlung der BEMA-Position 96a-c nicht berücksichtigt.
 
Somit wird in dem obenstehenden Beispiel die BEMA-Nr. 96b (Versorgung eines Lückengebisses durch eine partielle Prothese zum Ersatz von 5 bis 8 fehlenden Zähnen) für die Regio 18-14 und 24-26 in Ansatz gebracht.
 
Hinweis zu Regio 18:
 
Wird ein fehlender Zahn nicht ersetzt (auf- und fertiggestellt), aber sein Gebiet in die prothetische Versorgung mit einbezogen, wird er zur Ermittlung des Honorars nach BEMA-Nr. 96a, 96b oder 96c mitgezählt. Für die Laborrechnung ist die tatsächliche Anzahl der Zähne an der Prothese maßgebend.
 
Ein fehlender Weisheitszahn ist als zu ersetzender, fehlender Zahn nur dann mitzuzählen, wenn sein Gebiet in die prothetische Versorgung einbezogen wird. Ist der Zahn 7 vorhanden, dann ist der Weisheitszahn nicht mitzuzählen.

09.05.2016
Änderungen der ZE-Richtlinie bei der Versorgung mit Adhäsivbrücken

Änderungen der ZE-Richtlinie bei der Versorgung mit Adhäsivbrücken

Die Zahnersatz-Richtlinie wird in Abschnitt D. „Anforderungen an einzelne Behandlungsbereiche“ und hier unter II. „Versorgung mit Brücken“ unter den Nummern 22 und 24 wie folgt geändert:

Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses gem. § 91 Abs. 6 SGB V für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen II. Versorgung mit Brücken

22. Brücken sind angezeigt, wenn dadurch in einem Kiefer die geschlossene Zahnreihe wiederhergestellt wird. In der Regel sind Endpfeilerbrücken angezeigt. Freiendbrücken sind nur bis zur Prämolarenbreite und unter Einbeziehung von mindestens zwei Pfeilerzähnen angezeigt; in Schaltlücken ist der Ersatz von Molaren und von Eckzähnen durch Freiendbrücken ausgeschlossen.

In Nummer 22 werden nach Satz 3 folgende Sätze angefügt:

„Zum Ersatz eines Schneidezahns kann bei ausreichendem oralen Schmelzangebot an einem oder beiden Pfeilerzähnen eine einspannige Adhäsivbrücke mit Metallgerüst mit einem oder zwei Flügeln angezeigt sein.

Bei einflügeligen Adhäsivbrücken zum Ersatz eines Schneidezahns sollte der an das Brückenglied der Adhäsivbrücke angrenzende Zahn, der nicht Träger eines Flügels ist, nicht überkronungsbedürftig und nicht mit einer erneuerungsbedürftigen Krone versorgt sein.“   

24. Nur bei Versicherten im Alter zwischen 14 und 20 Jahren gehören adhäsiv befestigte einspannige Brücken im Frontzahnbereich mit Metallgerüst zur Regelversorgung. Die Pfeilerzähne sollen karies- und füllungsfrei sein. Die zu überbrückende Spanne soll grundsätzlich nicht mehr als einen Zahn umfassen.

Nummer 24 wird wie folgt gefasst:

„Bei Versicherten, die das 14., aber noch nicht das 21. Lebensjahr erreicht haben, können zum Ersatz von zwei nebeneinander fehlenden Schneidezähnen bei ausreichendem oralen Schmelzangebot der Pfeilerzähne eine einspannige Adhäsivbrücke mit Metallgerüst mit zwei Flügeln oder zwei einspannige Adhäsivbrücken mit Metallgerüst mit je einem Flügel angezeigt sein.“

Hinweis PRAXIS PLAN:

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses wurde am 18. Februar 2016 gefasst. Dieser tritt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Es ist zu erwarten, dass die Richtlinienänderung noch konkretisierende Auswirkungen auf die Befundbeschreibung im Festzuschuss-System sowie auf den BEMA und das BEL II haben.

Da diese noch nicht bekannt sind, werden wir Sie, nach Inkrafttreten der Richtlinienänderungen, mit konkreten Beispielen und Erläuterungen auf dem Laufenden halten.

Wichtig ist, dass der Eckzahn nach der Neuformulierung der Richtlinien keine Berücksichtigung mehr findet. Insoweit können zukünftig nur noch Schneidezähne mit Adhäsivbrücken versorgt werden, um einen Festzuschuss auszulösen.

04.04.2016
Gewährleistungspflicht für Aufbaufüllungen

Gewährleistungspflicht für Aufbaufüllungen

Bei einer Untersuchung hatte ein Zahnarzt festgestellt, dass an Zahn 46 eine Krone indiziert ist und dass durch eine Füllungstherapie (BEMA-Nrn. 13ff bzw. GOZ-Nrn. 2060 – 2120) die Versorgung dieses Zahnes nicht mehr sichergestellt werden kann.

Den Befund hat der Zahnarzt durch ein Röntgenbild mit der Kennzeichnung „5“ dokumentiert und es wurde sofort einen Heil- und Kostenplan für die Versorgung mit einer Zirkonkrone ausgestellt.

Zahn 46 wurde noch in gleicher Sitzung mit einer dentinadhäsiven Füllung als Aufbaufüllung versorgt. Die Berechnung erfolgte mittels einer Mehrkostenvereinbarung gem. § 28.2 SGB V mit der GOZ-Nr. 2120 abzgl. BEMA 13b „ZE“.

Im Anschluss an die Behandlung hat sich der Patient jedoch anders entschieden und wollte die Versorgung des Zahnes mit einer Krone nun doch nicht mehr durchführen lassen.

Innerhalb von zwei Jahren wurde aber eine mehrflächige Wiederholungsfüllung notwendig. Diese Füllung ist nun keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Der Zahnarzt hat explizit auf der Rechnung bzw. auf der Vereinbarung einer Privatbehandlung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ für die erneute Füllung zu vermerken, dass im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung eine Versorgung mit Kronen indiziert gewesen wäre, diese jedoch auf Wunsch des Versicherten nicht durchgeführt wurde.

Formularbeispiel zur Privatvereinbarung einer Wiederholungsfüllung:

 

Wichtig:

Eine Mehrkostenvereinbarung gem. § 28.2 SGB V ist im Fall einer solchen Wiederholungsfüllung nicht möglich.

Der Patient muss die Gesamtkosten privat tragen, da die Versorgung mit Krone / Zahnersatz auf seinen Wunsch hin nicht durchgeführt wurde.

03.03.2016
Berechnung der GOZ-Nr. 2390 - Trepanation eines Zahnes, als selbstständige Leistung

Die Trepanation eines bleibenden Zahnes oder eines Milchzahnes dient der Eröffnung des Pulpenkavums und der Schaffung eines Zugangs zum endodontischen System oder kann zur Entlastung infizierten Pulpengewebes und dadurch der Schmerzstillung dienen.

Die Bundezahnärztekammer bestätigt in ihrer Kommentierung zur GOZ-Nr. 2390 mit Stand Oktober 2015:

„Die Leistung kann an vitalen oder avitalen Zähnen erbracht und berechnet werden. Die selbständige Leistung "Trepanation" ist mit der Eröffnung des koronalen Pulpenkavums abgeschlossen. Weitere endodontische Maßnahmen sind andere eigenständige Leistungen. Diese sind auch berechnungsfähig, wenn deren Durchführung im unmittelbaren Anschluss an die Trepanation erfolgt.“

Gerade diese Berechnung wird von den privaten Kostenerstattern immer wieder abgelehnt. Ursächlich dafür ist die KOMMENTIERUNG DER PKV ZUR GEBÜHRENORDNUNG FÜR ZAHNÄRZTE (GOZ) - Stand: 01. Oktober 2015. Hier führen die PKVen aus:

„Wie schon in der Amtlichen Begründung erwähnt, ist eine Trepanation nur im Rahmen einer Notfallbehandlung berechnungsfähig. Ziel der Behandlung ist die Eröffnung des Pulpakavums. Bei schon freiliegendem Pulpakavum z.B. nach Fraktur oder bei Eröffnung im Rahmen einer Kariesentfernung ist die Berechnung nicht zulässig (vgl. GOZ, Kommentar der Bundeszahnärztekammer in Zusammenarbeit mit den (Landes-) Zahnärztekammern, Stand Oktober 2015, (…).

Bei allen anderen endodontischen Maßnahmen (GOZ-Nrn. 2350, 2360, 2380, 2410, 2430 und 2440) ist die Trepanation methodisch notwendiger Bestandteil nach § 4 Absatz 2 und darf daher nicht gesondert abgerechnet werden.

Diese Sichtweise wird von der Zahnärztekammer Nordrhein bestätigt. In den Beschlüssen der GOZ-Kommission – Teil 1 heißt es bezugnehmend auf die Amtliche Begründung zu der Berechnungsfähigkeit der GOZ-Nr. 2390 neben den GOZ-Nrn. 2410 und 2440, dass die GOZ-Nr. 2390 nicht neben anderen Endo-Leistungen berechenbar ist (ZÄK Nordrhein, Rheinisches Zahnärzteblatt 2014 Heft 1, S. 29).“

In dem Positionspapier „Trepanation eines Zahnes, als selbständige Leistung“ widerlegt die Bundeszahnärztekammer (Stand: Juni 2014) diese versicherungsinterne Auffassung:

„(…) Bei der Beurteilung der Selbstständig - und damit Berechnungsfähigkeit zweier Leistungen nebeneinander ist jedoch nicht maßgeblich, ob im individuellen Einzelfall die eine Leistung erforderlich ist zur Erbringung der anderen Leistung, sondern ob bei typisierender, abstrakter Betrachtung der beiden Leistungen die eine Leistung methodisch notwendiger Bestandteil der anderen ist (BGH vom 5.06.2008, Az.: III ZR 239/07).

Unter dieser rechtlichen Prämisse kann es sich bei der Trepanation jedoch nicht um eine nicht berechnungsfähige Nebenleistung z. B. der Vitalexstirpation oder Wurzelkanalaufbereitung handeln, da beispielsweise bei einer kariös oder traumatisch eröffneten Pulpa oder einer Vorbehandlung alio loco Leistungen nach den Geb. Nrn. 2360 und/oder 2410 GOZ ohne Trepanation erbracht werden, oder die Trepanation aufgrund eigener Zielsetzung erfolgt, z. B. zur Behebung der Hyperämie oder Hämostase des pulpalen Gewebes oder zur Pusentleerung.

Auch in der Gebührenhöhe, z. B. der Wurzelkanalaufbereitung, hat die Trepanation keine Berücksichtigung gefunden. Da die Trepanation eines Zahnes nur einmal erfolgt, die Anzahl der aufzubereitenden Wurzelkanäle jedoch variiert, wäre unter Umständen die Aufbereitung eines oder mehrerer Wurzelkanäle überbewertet (OVG Nordrhein -Westfalen vom 31.08.1994, Az.: 12 A 3419/92). Die unterschiedliche Vergütung identischer Leistungen widerspricht jedoch jeder gebührenrechtlichen Systematik.

Aus Vorstehendem folgt nach Auffassung der Bundeszahnärztekammer eine Berechnungsfähigkeit der Geb.-Nr. 2390 GOZ neben anderen endodontischen Leistungen, wenn deren Leistungsinhalt vollständig erbracht wird.

Das Amtsgericht (AG) Dortmund hat mit Urteil vom 31.08.2015 (Az.: 405 C 3277/14) bestätigt, dass die GOZ 2390 neben der GOZ 2360 berechnungsfähig ist.

Das AG Dortmund verweist dabei zur Begründung auf die „überzeugenden und detaillierten Ausführungen“ des hinzugezogenen Sachverständigen, welche im Einzelnen jedoch nicht näher dargelegt werden. Das Gericht beschränkt sich insoweit lediglich auf folgenden Ausführungen:

„Die weiteren Einwendungen des Beklagten gegen die streitgegenständliche Rechnung greifen nicht durch. Insbesondere ist die Abrechnungsposition Nr. 2390 GOZ als solche einzeln abrechnungsfähig, da sie nach den ausführlichen Erörterungen des Sachverständigen in seinem Gutachten nicht Bestandteil der Nr. 2360 GOZ ist.“

Nachfolgend ein Beispiel zur Berechnung der Position 2390 GOZ:

Zahn

Leistung

GOZ-Nr.

1. Sitzung – Patient stellt sich mit Schmerzen in der Praxis vor

 

Symptombezogene Untersuchung

Ä5

 

Ausführliche Beratung über die notwendige endodontische Behandlung

Ä1

47

Vitalitätsprüfung positiv

0070

47

Röntgendiagnostik

Ä5000

47

Intraorale Leitungsanästhesie

0100

47

Zusätzliche Infiltrationsanästhesie buccal

(notwendig um eine ausreichende Anästhesietiefe zu erzielen)

0090

 

Material gem. § 4 Abs. 3 GOZ: Anästhetikum

€ / Ampulle

46,47

Sub- und supragingivale Reinigung der Zähne

2x 4055

2x 4075

44-48

Kofferdam gelegt

2040

47

Trepanation

2390

47

Störendes Zahnfleisch beseitigt – bMF

2030

47

Entfernung des nekrotischen Pulpengewebes

§ 6.1 GOZ

47

Aufbereitung von drei Wurzelkanälen

3x 2410

 

Material gem. GOZ Teil C, Allgemeine Bestimmungen: Einmal verwendbare Nickel-Titan-Instrumente

47

Mehrmalige elektrometrische Längenbestimmung

6x 2400

47

Zusätzliche Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden - Phys

3x 2420

47

Kofferdam abgenommen

 

47

Röntgenmessaufnahme – zwei unterschiedliche Projektionen

2x Ä5000

44-48

Kofferdam erneut angelegt

2040

47

Medikamentöse Einlage

2430

47

Temporärer Verschluss

mit autopolymerisierenden Komposite

2020

2197

2. Sitzung – Patient stellt sich zur medikamentösen Einlage in der Praxis vor

46,47

Kontrolle nach Belagsentfernung

2x 4060

44-48

Kofferdam gelegt

2040

47

Trepanation (nach Verschluss mit definitiven Material)

2390*

47

Erneute Aufbereitung von drei Wurzelkanälen wegen besonders schwieriger anatomischer Situation: stark gekrümmte Wurzelkanäle, Vielzahl der Kanäle

2410

 

Material gem. GOZ Teil C, Allgemeine Bestimmungen:

Einmal verwendbare Nickel-Titan-Instrumente

47

Mehrmalige elektrometrische Längenbestimmung

6x 2400

47

Zusätzliche Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden - Phys

3x 2420

47

Medikamentöse Einlage

2430

47

Temporärer Verschluss

mit autopolymerisierenden Komposite

2020

2197

3. Sitzung – Patient stellt sich zur Wurzelfüllung in der Praxis vor

46,47

Kontrolle nach Belagsentfernung

2x 4060

44-48

Kofferdam gelegt

2040

47

Trepanation (nach Verschluss mit definitiven Material)

2390*

47

Mehrmalige elektrometrische Längenbestimmung

6x 2400

47

Zusätzliche Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden - Phys

3x 2420

47

Füllung der Wurzelkanäle

3x 2440

47

dentinadhäsiven Verankerung der Wurzelfüllung

3x 2197

 

Kofferdam abgenommen

 

47

WF Kontrollaufnahme

Ä5000

Weitere Begleitleistungen bzw. zusätzlich notwendige Leistungen sind selbstverständlich gesondert nach GOZ berechnungsfähig.

 

* Positionspapier „Trepanation Wiedereröffnung eines speicheldicht verschlossenen Zahnes – Abgrenzung zum definitiven Verschluss“ der Bundeszahnärztekammer, März 2013:

„Eine Trepanation ist möglich bei der primären Zahneröffnung und bei der Wiedereröffnung eines definitiv verschlossenen Zahnes zur weitergehenden Wurzelkanalbehandlung oder zur Revision einer vorhandenen Wurzelkanalfüllung. Die Wiedereröffnung eines speicheldicht verschlossenen Zahnes im Verlaufe einer Wurzelbehandlung erfüllt den Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 2390 GOZ nicht.“

05.02.2016
Mehrfachberechnung von Anästhesieleistungen

Die Bundeszahnärztekammer argumentiert die Mehrfachberechnung der Geb.-Nr. 0100 GOZ wie folgt:
 
Die Injektion eines Anästhetikums in die unmittelbare Nähe eines Nervs oder Nervenaustrittpunkts bewirkt eine Schmerzausschaltung im sich distal vom Injektionsort erstreckenden Versorgungsbereich des Nervs. Nicht nur die am Foramen mandibulare erbrachte Leitungsanästhesie erfüllt den Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 0100 GOZ. Auch die Leitungsanästhesie des N. buccalis, N. mentalis, N. lingualis, N. infraorbitalis, am Tuber maxillare, Canalis incisivus oder Foramen palatinum majus kann zum Ansatz der Geb.-Nr. 0100 GOZ berechtigen.
 
Die Geb.-Nr. 0100 GOZ ist neben der Geb.-Nr. 0080 GOZ berechnungsfähig.
 
Die Mehrfachberechnung der Geb.-Nr. 0100 GOZ, also sitzungs- und ortsgleich, ist bei z. B. einem langdauernden Eingriff möglich. Eine Erläuterung in der Rechnung ist empfehlenswert.
 
Die Nebeneinanderberechnung der Geb.-Nrn. 0100/0090 GOZ, zum Beispiel zur Ausschaltung von Nervanastomosen ist möglich, sollte jedoch in der Rechnung erläutert werden.
 
Das verwendete Anästhetikum ist gesondert berechnungsfähig, nicht jedoch die Einmalspritze oder –kanüle.
 
Merksatz der BZÄK:
 
Die Leistungsbeschreibungen der vorstehenden Gebührennummern stellen nicht auf die Anästhesie ab, sondern dienen durch die Wortbestandteile „Oberflächen-, Infiltrations-, Leistungs-“ der Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Anästhesieverfahren, deren unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad durch die unterschiedliche Honorierung Rechnung tragend.
 
Allein der behandelnde Zahnarzt trifft je nach den Umständen des Einzelfalls die Entscheidung über die Art und Anzahl der erforderlichen Anästhesiemaßnahmen.

Beispiel:

Zahn
Doku
Geb.-Nr.
Faktor
Betrag €
 
Ausführliche Beratung über Ablauf und Verhalten nach Extraktion und symptombezogene Untersuchung
Begründung Ä1:
Überdurchschnittlicher Beratungszeitaufwand wegen sehr intensiver Aufklärung zum operativen Eingriff.
Ä1
Ä5
3,5
2,3
16,31
10,72
37
Vitalitätsprüfung positiv
0070
2,1
5,91
37
Röntgenaufnahme
Begründung:
Überdurchschnittliche Schwierigkeiten auf- grund der besonders schwierigen Einstellung der Röntgenaufnahme sowie der schwierigen Positionierung und dem zusätzlich notwendigen Vergleich vorhandener Röntgen-aufnahmen.
Ä5000
2,5
7,28
37
Intraorale Oberflächenanästhesie
0080
2,0
3,37
37
Leitungsanästhesie
Begründung:
Überdurchschnittlicher Zeitaufwand wegen langsamem, druckkontrolliertem Injizieren zur Gewebeschonung.
0100
3,0
11,81
+ Material
37
Infiltrationsanästhesie 
Begründung I für Faktor:
Überdurchschnittlicher Zeitaufwand wegen langsamem, druckkontrolliertem Injizieren zur Gewebeschonung.
Begründung II für zusätzliche Anästhesie:
Zusätzlich notwendig zum Erreichen einer ausreichenden Anästhesietiefe
0090
3,0
10,12
+ Material
37
Entfernung eines tief frakturierten Zahnes
Begründung:
Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand aufgrund besonderer Maßnahmen zur Vermeidung von Schädi-gungen der anatomischen Nachbarstrukturen.
3020
3,5
53,15
37
OP Zuschlag
0500
1,0
22,50
37
Plastische Deckung im Rahmen einer Wundversorgung einschließlich einer Periostschlitzung
Begründung:
Überdurchschnittlicher  Schwierigkeitsgrad bei komplizierten lokalen Schleimhautver-hältnissen in schwer zugänglicher OP Region.
3100
3,3
50,11
+ Nahtmat.
Honorar gesamt
191,28
 
Rechtsprechung
 
Das Landgericht (LG) Hagen hat sich am 07.05.2013 (Az.: 4 O 358/10) zur Berechnungsfähigkeit mehrerer Infiltrationsanästhesien geäußert.
 
Die Versicherung hatte vorgetragen, die abgerechnete intraorale Infiltrationsanästhesie sei nicht siebenfach anzusetzen, sondern könne lediglich viermal berechnet werden, da für das Gebiet zweier nebeneinanderstehender Zähne nur eine Injektion abgerechnet werden könne. Darüber hinaus sei aus medizinischer Sicht der Umfang der Anästhesieleistungen nicht nachvollziehbar.
 
Entscheidungsgründe:
 
Der gerichtlich beauftragte Sachverständige hat hierzu plausibel festgestellt, dass die vorgenommenen Anästhesieleistungen nachvollziehbar seien, da es sich bei der streitgegenständlichen Behandlung insoweit um eine umfangreiche parodontologische, prothetische und chirurgische Maßnahme handelte. Die Kombination beziehungsweise Addition mehrerer Lokalanästhesien sei häufig erforderlich, insbesondere, wenn Bereiche operiert werden, in denen verschiedene Nerven überlappen.
 
(…)  Der Sachverständige hat ferner zur Überzeugung des Gerichts festgestellt, dass die Berechnung jeder einzelnen Injektion ohne weiteres nach der Gebührenordnung abrechenbar sei. Die Leistungslegende der Gebührenordnung enthalte keine Berechnungseinschränkung. Vielmehr könne die Anzahl der erbrachten Leistungen voll abgerechnet werden.
 
Aus denselben Gründen ist auch die Abrechnung der siebenfachen intraoralen Infiltrationsanästhesie berechtigt. Es besteht keine Berechnungseinschränkung in der Leistungslegende der GOZ, aus der hervorgeht, dass in dem Bereich zweier nebeneinanderliegender Zähne die Abrechnung nur einmal erfolgen darf.
 
Insbesondere bei lang andauernden Behandlungen und nachlassender Anästhesiewirkung könne, so der Sachverständige, erneut, sogar an demselben Zahn, Anästhesie eingesetzt und auch abgerechnet werde

08.01.2016
Die korrekte Berechnung von intraoralen und extraoralen Fotos

Die GOZ beinhaltet zur Berechnung von Fotografien lediglich die GOZ-Nr. 6000:
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar
2,3fach
Honorar
3,5fach
6000
Profil- oder Enfacefotografie einschließlich kieferorthopädischer Auswertung
10,35 €
15,75 €
 
Wie werden nun aber Fotografien berechnet, die eine andere als eine kieferorthopädische Auswertung erfahren, korrekt berechnet?
 
Die BZÄK führt in ihrem Kommentar zu der GOZ-Nr. 6000 aus:
 
„Intraorale Aufnahmen entsprechen nicht dieser Nummer, sondern sind nach § 6 Abs. 1 oder als Verlangensleistung nach § 2 Abs. 3 zu berechnen.“
 
Konkreter wird dies im „Katalog selbstständiger zahnärztlicher gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnender Leistungen“ der BZÄK erläutert:
 
„Intraorale und extraorale Fotoaufnahmen, die eine andere als eine kieferorthopädische Auswertung erfahren (betrifft alle Gebührenabschnitte)“
 
Wichtig ist bei der korrekten Berechnung die Abgrenzung von Fotografien die zur Auswertung und Planung von solchen, die lediglich Dokumentationszwecken dienen. Wie für alle beruflichen Leistungen des Zahnarztes gilt auch für die Anfertigung von Fotos:
 
Der Zahnarzt kann nur dann eine Vergütung Verlangen, wenn diese Fotografien medizinisch notwendig gem. § 1 Abs. 2 Satz 1 GOZ sind. Hier erfolgt die Berechnung im Analogverfahren gemäß § 6 Abs. 1 GOZ:
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar
2,3fach
Honorar
3,5fach
6000 Fotoaufnahmen zur z. B. prothetischen oder implantologischen Auswertung und Planung gem. § 6 Abs.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 6000 Profil- oder Enfacefotografie einschließlich kieferorthopädischer Auswertung gem. § 10 Abs. 4 GOZ 10,35 € 15,75 €
 
Bestätigt wird dies auch durch den Beschluss Nr. 15 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen zum Themenbereich Fotodokumentation:
 
„Im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung sind Fotos, die ausschließlich zu dokumentarischen Zwecken angefertigt worden sind, mit den Gebührennummern abgegolten und dürfen nicht gesondert berechnet werden.
 
Fotos, die therapeutischen oder diagnostischen Zwecken, nicht jedoch einer kieferorthopädischen Auswertung dienen, sind analog berechnungsfähig.
 
Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband hält als Analoggebühr die GOZ- Nr. 6000 für angemessen.“
 
Wichtig:
 
Fotografien, die nur zu Dokumentationszwecken angefertigt werden, sind nicht berechnungsfähig, da der Zahnarzt der Dokumentationspflicht unterliegt. In welcher Form dieser Pflicht nachgekommen wird, liegt im eigenen Ermessen.
 
Wünscht der Patient ausdrücklich die Anfertigung von z. B. Vorher / Nachher Fotos müssen diese gem. § 2 Abs. 3 GOZ als Verlangensleistung vereinbart werden.

02.12.2015
Berechnung der GOÄ-Nr. 34 für sehr ausführliche Beratungen?

Immer wieder tritt die Frage auf, ob Zahnärzte die Gebührenziffer 34 GOÄ berechnen dürfen. Die Gebührenziffer 34 GOÄ steht im für Zahnärzte geöffneten Abschnitt B. Grundleistungen und allgemeine Leistungen III. spezielle Beratungen und Untersuchungen.
 
Das Beratungs‐ und Informationsbedürfnis der Patienten nimmt immer mehr zu. Aus rechtlichen Gründen müssen von den Zahnärzten aber auch immer mehr inhaltliche Aspekte bei Aufklärung und Beratung berücksichtigt werden.
 
Bekanntlich stehen für die oft sehr umfangreichen Beratungsleistungen der Zahnärztinnen und Zahnärzte keine adäquaten Gebührenpositionen zur Verfügung.
 
Außer der Geb.‐Nr. 1 GOÄ für ein kurzes Beratungsgespräch kann nur noch die Geb.‐Nr. 3 GOÄ für die eingehende Beratung von mindestens 10 Minuten zur Berechnung gelangen, deren Berechnungsmöglichkeiten jedoch sehr eingeschränkt sind:
 
Neben der GOÄ-Nr. Ä3 kann nur die Untersuchung nach der GOZ-Nr. 0010 bzw. GOÄ-Nr. Ä5 bzw. GOÄ-Nr. Ä6 berechnet werden kann.
 
Andere, weitere Leistungen, wie z. B. Röntgen oder eine Zahnsteinentfernung dürfen in derselben Sitzung neben der GOÄ-Nr. Ä3 nicht berechnet werden.
 
Gemäß § 10 Abs. 2 GOZ muss die in der Leistungsbeschreibung bei der Ä3 genannte Mindestdauer von 10 Minuten auf der Rechnung angegeben werden.
 
Um hier eine bessere Honorierung zu erzielen, wird immer wieder empfohlen, für langdauernde Beratungen die Geb.Nr. 34 GOÄ in Ansatz zu bringen.
 
Dies ist jedoch kein guter Tipp, denn die Leistung nach Geb.Nr. 34 GOÄ ist an bestimmte Beratungsinhalte gebunden:
 
GOÄ-Nr.
Leistung
Honorar
2,3fach
Honorar
2,5fach

34

Erörterung (Dauer mindestens 20 Minuten) der Auswirkungen einer Krankheit auf die Lebensgestaltung in unmittelbarem Zusammenhang mit der Feststellung oder erheblichen Verschlimmerung einer nachhaltig lebensverändernden oder lebensbedrohenden Erkrankung - gegebenenfalls einschließlich Planung eines operativen Eingriffs und Abwägung seiner Konsequenzen und Risiken -, einschließlich Beratung - gegebenenfalls unter Einbeziehung von Bezugspersonen

40,23 €

61,22 €

 
Verschiedentlich wird behauptet, dass in § 10 GOZ bei der Rechnungslegung zu den berechneten Gebühren nicht die Leistungsbeschreibungen, wie sie die GOZ oder GOÄ vorgeben, ausgewiesen werden müssen, sondern z. B. bei der Geb.‐Nr. 34 GOÄ auch eine Beschreibung statthaft wäre, die keinen Hinweis auf eine nachhaltig lebensverändernde oder lebensbedrohende Erkrankung enthält, und somit die Geb.‐Nr. 34 GOÄ auch dann berechnungsfähig wäre, wenn die genannten Umstände nicht vorlägen.
 
Dem ist allerdings nicht so, denn § 10 Abs. 2 Ziffer 2 GOZ (gleichlautend in § 12 Abs. 2 Ziffer 2 GOÄ) verlangt nicht irgendeine Leistungsbeschreibung, sondern „die“ Bezeichnung der einzelnen Leistung und in der Anlage 2 wird auf die GOZ‐ oder GOÄ‐Leistungsbeschreibung abgestellt.
 
Fazit:
 
Ein Beratungsgespräch, das 20 Minuten und länger gedauert hat, genügt also noch nicht für den Ansatz der Geb.Nr. 34 GOÄ, die im Leistungstext beschriebenen schwerwiegenden Umstände müssen Gegenstand der Erörterung gewesen sein. Anderenfalls ist diese Gebühr nicht berechnungsfähig.
 
Die Gebührenziffer Ä 34 ist wie alle anderen Gebührenziffern streng nach ihrem Leistungstext in Ansatz zu bringen. Sie ist nur dann berechnungsfähig, wenn die Erörterung einer gravierenden Erkrankung mit einer Dauer von mindestens 20 Minuten durchgeführt wurde.
 
Das Gespräch darf nicht telefonisch erfolgen, weil eine derartige Beratung einen unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakt erfordert.
 
Beratungen und Aufklärungen mit einer Dauer unter 20 Minuten sind unabhängig von ihrem Inhalt mit den Gebührenziffern Ä 1 oder Ä 3 zu berechnen.
 
Der Umstand, dass ein Patient besonders schwierig ist und eine intensivere und umfassendere Aufklärung vom Zahnarzt verlangt, berechtigt nicht zur Abrechnung der Ziffer 34 GOÄ.
 
In diesem Fall ist eine Berechnung nach Ä 1 oder Ä 3 mit angemessenem Steigerungsfaktor angezeigt.
 
 

09.11.2015
Korrekte Berechnung der GOÄ-Nr. 2 Abrechnungsposition für Leistungen von zahnmedizinischen Fachangestellten

Die Ziffer Ä2 ist eine Leistungsbeschreibung aus dem Abschnitt B I der Gebührenordnung der Ärzte, welcher den Zahnärzten geöffnet ist. Die genaue Beachtung der Abrechnungsbestimmungen ist hier wichtig, um unnötigen Ärger mit den privaten Erstattungsstellen zu vermeiden.
 
GOÄ-Nr.
Leistung
Honorar
1,8fach
Honorar
2,5fach
2
Ausstellung von Wiederholungsrezepten und / oder Überweisungen und / oder Übermittlung von Befunden oder ärztlichen Anordnungen - auch mittels Fernsprecher - durch die Arzthelferin und / oder Messung von Körperzuständen (z. B. Blutdruck, Temperatur) ohne Beratung, bei einer Inanspruchnahme des Arztes
3,15 €
4,38 €
 
Bestimmungen zu der GOÄ-Nr. Ä2
 
Die Leistung nach Nummer 2 darf anlässlich einer Inanspruchnahme des Arztes nicht zusammen mit anderen Gebühren berechnet werden.
 
Die Ä2 ist berechnungsfähig für Leistungen der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) bei
• Wiederholungsrezepten und/oder Überweisungen
 Befund- , Anordnungsnachfragen bzw. -mitteilungen
 als alleinige Leistung der ZAH/ZFA
 auch telefonisch
 
Wichtige Hinweise:
 
Eine Beratung durch die Zahnärztin oder den Zahnarzt ist nicht Gegenstand der Ä2. Diese wird, je nach Umfang, entsprechend der Ä1 oder Ä3 berechnet.
 
Die Ziffern Ä1, Ä3 und Ä2 sind nicht zeitgleich nebeneinander berechenbar.
 
Die Gebührennummer Ä2 ist als Leistung der ZFA nur als alleinige Leistung berechenbar.
 
Der Patient darf vom Zahnarzt selbst weder untersucht noch behandelt oder beraten werden. Werden vom Zahnarzt zeitgleich (in derselben Sitzung) andere Maßnahmen als die unter der Ä2 beschriebenen durchgeführt, so wird das Wiederholungsrezept, die Überweisung, die Übermittlung ärztlicher Befunde sowie die orientierende Messung des Körperzustandes als Bestandteil dieser anderen zahnärztlichen Maßnahmen betrachtet.
 
Die Ziffer Ä2 ist ebenso wie die Ä1 nicht für die alleinige Vereinbarung von Terminen berechenbar, wohl aber wenn in dem Gespräch / Telefonat noch zusätzlich z.B. ein Befund oder eine ärztliche Anordnung übermittelt werden.
 
  Die Nr. Ä2 unterliegt dem sogenannten „kleinen Gebührenrahmen“ und darf maximal bis zum 2,5-fachen Satz (Mittelsatz 1,8) berechnet werden. Außerdem ist die abweichende Vereinbarung eines Steigerungsfaktors oberhalb 2,5 nach § 2 (1) GOÄ nicht möglich.
 
Zur Ä2 können keine Zuschläge A bis D, K 1 berechnet werden, auch nicht im Notdienst oder an Sonn- oder Feiertagen. Übermittelt die ZFA einem Patienten z.B. an Sonn- oder Feiertagen auf Anweisung des Zahnarztes entsprechende Hinweise oder Ratschläge, ohne dass der Patient mit dem Zahnarzt selbst in Kontakt kommt, so rechtfertigt dies nur den Ansatz der Ziffer Ä2 ohne den Wochenendzuschlag D.
 
Die Berechnung der Ziffer Ä2 ist im Behandlungsfall mehrfach möglich, auch die Berechnungsfähigkeit, z.B. zweimal am Tag als einzige Leistung (Rückfrage, Nachfragen des Patienten) ist nicht eingeschränkt.
 
 
Beispiele für die Berechnung
 
Beispiel 1:
 
Der Patient erscheint mit einem stark zerstörten Molaren 37 in der Praxis. Es werden folgende Leistungen durchgeführt:
 
Zahn
Geb-Nr.
Anzahl
Leistung
 
Ä1
1
Beratung
 
Ä5
1
Symptombezogene Untersuchung
37
Ä5000
1
Röntgenaufnahme
37
3020
1
Entfernung eines tief frakturierten oder tief zerstörten Zahnes
 
0500
1
OP-Zuschlag
 
 
1
Rezept
Hinweis: Das Rezept ist hier in der Leistung der Ä1 enthalten.
 
Der Patient erscheint ein paar Tage später erneut in der Praxis und erhält durch die ZFA ein Wiederholungsrezept nach Rücksprache mit dem Zahnarzt aber ohne Inanspruchnahme des Zahnarztes durch den Patienten.
 
Zahn Geb-Nr. Anzahl Leistung
 
Ä2
1
Ausstellen Wiederholungsrezept
 
Beispiel 2:
 
Es wird eine Röntgenaufnahme aufgrund einer frakturierten Schmelzkante 21 nach Sturz angefertigt. Der Patient geht zur Arbeit und kann den Befund der Röntgenaufnahme nicht abwarten.
 
Der Befund wird ihm durch die ZFA nach Anweisung durch den Zahnarzt telefonisch übermittelt.
 
Zahn
Geb-Nr.
Anzahl
Leistung
1. Sitzung
 
Ä1
1
Beratung
 
Ä5
1
Symptombezogene Untersuchung
21
Ä5000
1
Röntgenaufnahme
2. Sitzung
 
Ä2
1
Übermittlung von Befunden - auch mittels Fernsprecher
 
Beispiel 3:
 
Der Patient ruft aufgrund einer Nachblutung in der Praxis an. Die ZFA gibt nach Rücksprache mit dem Zahnarzt eine telefonische Anweisung.
 
Zahn
Geb-Nr.
Anzahl
Leistung
 
Ä2
1
Übermittlung von ärztlichen Anordnungen - auch mittels Fernsprecher
 
Beispiel 4:
 
Der Patient ruft aufgrund von Schmerzen nach der Wurzelbehandlung in der Praxis an. Der Zahnarzt gibt telefonische Auskunft.
 
Zahn
Geb-Nr.
Anzahl
Leistung
 
Ä1
1
Beratung - auch mittels Fernsprecher
(zahnärztliche Leistung)
 

09.10.2015
Berechnung von Mundhygiene-Unterweisungen

Im Gegensatz den BEMA Bestimmungen ist in der GOZ 2012 keine Altersbegrenzung bei der Individualprophylaxe angegeben.
 
Somit besteht die Möglichkeit, nicht nur bei Patienten jeden Alters die erforderliche Individualprophylaxe zu erbringen, sondern diese auch gebührenordnungsmäßig zu berechnen.
 
Ohne Rücksicht auf das Alter kann jeder Patient individualprophylaktische Maßnahmen in Anspruch nehmen, der Zahnarzt kann für seine erbrachten Leistungen die entsprechenden GOZ-Nummern berechnen, auch dann, wenn z. B. eine Beihilfestelle oder Privatversicherung einschränkende Bestimmungen in der Erstattung vorgesehen hat.
 
Allerdings sind die Modalitäten hinsichtlich der Berechnungsfrequenz zu beachten.
 
1. GOZ-Nr. 1000 - Erstellung eines Mundhygienestatus
 
Nach der Berechnungsbestimmung kann die GOZ-Nr. 1000 innerhalb eines Jahres nur einmal berechnet werden.
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar
2,3fach
Honorar
3,5fach
1000 Erstellung eines Mundhygienestatus und eingehende Unterweisung zur Vorbeugung gegen Karies und parodontale Erkrankungen, Dauer mindestens 25 Minuten 25,87 € 39,37 €
 
Die Leistungslegende der GOZ-Nr. 1000 definiert, dass die GOZ-Nr. 1000 nur dann berechnet werden kann, wenn die Leistung mindestens 25 Minuten gedauert hat.
 
Eine Berechnung der GOZ-Nr. 1000 ist bei einer kürzeren Leistungsdauer nicht möglich, auch nicht mit einem reduzierten Steigerungsfaktor.

Hinweis GKV Patient:

KZBV: Schnittstellen zwischen Bema und GOZ zu der GOZ-Nr. 1000 (Stand 01.06.2015)

„Eine Leistung nach der Nr. 1000 GOZ ist mit Versicherten der GKV nach Vollendung des 30. Lebensmonats und bis Vollendung des 18. Lebensjahres in der Regel nicht vereinbarungsfähig. Werden Leistungen erbracht, die über die Richtlinien und/oder Abrechnungsbestimmungen des BEMA hinausgehen, ist die Nr. 1000 GOZ vereinbarungsfähig.

Die Nr. 1000 GOZ ist bei Kindern vor Vollendung des sechsten Lebensjahres neben der Nr. FU BEMA (Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung eines Kindes vom 30. bis zum 72. Lebensmonat) nicht vereinbarungsfähig, da es hierbei zu einer unzulässigen Überschneidung der Leistungsinhalte käme.

Bei Versicherten, die das sechste, aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben, ist eine Vereinbarung über die Leistung nach Nr. 1000 GOZ möglich, wenn die Leistung in einer anderen Frequenz indiziert ist, als sie bei vergleichbarer Leistung nach IP1 oder IP2 BEMA (je Kalenderhalbjahr einmal) vorgegeben ist.“
 
2. GOZ-Nr. 1000a – medizinisch notwendige zusätzliche Erstellung eines Mundhygienestatus
 
Gemäß der Kommentierung der BZÄK zur GOZ-Nr. 1000 entspricht die limitierte Abrechnungsfähigkeit der Leistung nicht immer dem medizinischen Erfordernis.

Sofern die Leistung in einem kürzeren Abstand wiederholt werden soll, kann die Leistung nach § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.

Beispiel:
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar
2,3fach
Honorar
3,5fach
1000a Medizinisch zusätzlich notwendige Erstellung eines Mundhygienestatus mit eingehender Unterweisung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 1000 Erstellung eines Mundhygienestatus und eingehende Unterweisung zur Vorbeugung gegen Karies und parodontale Erkrankungen, Dauer mindestens 25 Minuten gem. § 10. GOZ 25,87 € 39,37 €


3. GOZ-Nr. 1010 - Kontrolle des Übungserfolges

Nach der Berechnungsbestimmung kann die GOZ-Nr. 1010 innerhalb eines Jahres nur dreimal berechnet werden.
 
 GOZ-Nr.  Leistung
Honorar
2,3fach
Honorar
3,5fach
 1010 Kontrolle des Übungserfolges einschließlich weiterer Unterweisung, Dauer mindestens 15 Minuten 12,94 € 19,68 €

Die Leistungslegende der GOZ-Nr. 1010 definiert, dass die GOZ-Nr. 1010 nur dann berechnet werden kann, wenn die Leistung mindestens 15 Minuten gedauert hat.

Eine Berechnung der GOZ-Nr. 1010 ist bei einer kürzeren Leistungsdauer nicht möglich, auch nicht mit einem reduzierten Steigerungsfaktor.

Hinweis GKV Patient:

KZBV: Schnittstellen zwischen Bema und GOZ zu der GOZ-Nr. 1010 (Stand 01.06.2015)

„Eine Leistung nach der Nr. 1010 GOZ ist mit Versicherten der GKV nach Vollendung des 30. Lebensmonats und vor Vollendung des 18. Lebensjahres in der Regel nicht vereinbarungsfähig. Werden Leistungen erbracht, die über die Richtlinien und/oder Abrechnungsbestimmungen des BEMA hinausgehen, ist die Leistung nach der Nr. 1010 GOZ vereinbarungsfähig.

Die Leistung nach Nr. 1010 GOZ ist bei Kindern vor Vollendung des sechsten Lebensjahres neben der Nr. FU BEMA (Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung eines Kindes vom 30. bis zum 72. Lebensmonat) nicht vereinbarungsfähig, da es hierbei zu einer unzulässigen Überschneidung der Leistungsinhalte käme.

Bei Versicherten, die das sechste, aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben, ist eine Vereinbarung über die Leistung nach Nr. 1010 GOZ möglich, wenn die Leistung in einer anderen Frequenz indiziert ist, als sie bei vergleichbarer Leistung nach IP1 oder IP2 BEMA (je Kalenderhalbjahr einmal) vorgegeben ist.“

4. GOZ-Nr. 1010a – medizinisch notwendige zusätzliche Kontrolle des Übungserfolges

Gemäß der Kommentierung der BZÄK zur GOZ-Nr. 1010 entspricht die limitierte Abrechnungsfähigkeit der Leistung nicht immer dem medizinischen Erfordernis.

Sofern die Leistung in einem kürzeren Abstand wiederholt werden soll, kann die Leistung nach § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.

Beispiel:
 
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
Honorar 3,5fach
1010a Medizinisch zusätzlich notwendige Kontrolle des Übungserfolges gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 1010 Kontrolle des Übungserfolges einschließlich weiterer Unterweisung, Dauer mindestens 15 Minuten gem. § 10. GOZ  12,94 €  19,68 €

5. GOZ-Nr. 6190 - Beratendes und belehrendes Gespräch

Gerade bei der Prophylaxe-Behandlung von Stammpatienten ergibt sich bei der Mundhygieneunterweisung häufig ein Zeitrahmen, der nicht den Abrechnungsbestimmungen der GOZ-Positionen 1000 (Dauer mindestens 25 Minuten) oder 1010 (Dauer mindestens 15 Minuten) entspricht.

Hier kann ggf. die GOZ-Nr. 6190 für die Anweisungen in Ansatz gebracht werden, da diese Position keine Einschränkung hinsichtlich der Leistungsdauer oder der Häufigkeit hat.

GOZ-Nr. Leistung Honorar 2,3fach
Honorar 3,5fach
6190
Beratendes und belehrendes Gespräch mit Anweisungen zur Beseitigung von schädlichen Gewohnheiten und Dysfunktionen
18,11 €
27,56 €

Wichtig:
 
  • Diese Leistung kann nicht neben einer „Eingehenden Untersuchung“ nach Nummer 0010 berechnet werden.
  • Eine Beratung zu anderen Fragestellungen kann jedoch nach der Nummer Ä1 daneben erfolgen.
 
Hinweis GKV Patient:

Eine Leistung nach der Nr. 6190 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, wenn der Inhalt des beratenden und belehrenden Gesprächs nicht Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung ist.

Erstattungsproblematik

Von PKV-Unternehmen und Beihilfestellen wird im Rahmen der Erstattung von zahnärztlichen Liquidationen häufig argumentiert, bei der GOZ-Nr. 6190 handele es sich um eine Ziffer aus dem „Teil G - Kieferorthopädische Leistungen“, die demzufolge auch nur im Zusammenhang mit einer kieferorthopädischen Behandlung berechnungsfähig sei.

Diese versicherungsinterne Auffassung wird von der Bundeszahnärztekammer wiederlegt:

BZÄK-Kommentar zu der GOZ-Nr. 6190 (Stand 02.03.2015)

„Das beratende und belehrende Gespräch bezieht sich auf festgestellte schädliche Gewohnheiten und Dysfunktionen sowie Anleitungen zu deren Beseitigung. Es kann sich auf kieferorthopädische Fragestellungen, aber auch auf andere zahnmedizinische Gebiete beziehen.“

Auch die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg führt aus:

Beschluss des GOZ-Ausschusses der LZK BW vom 17.10.2012

„Die GOZ-Pos. 6190 ist nicht nur im Rahmen einer (systematischen) kieferorthopädischen Behandlung berechenbar, sondern auch bei anderen Behandlungsformen. Diese Position ist deshalb nicht nur bei KFO-Behandlungen anwendbar, sondern muss auch für andere Bereiche der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde offen stehen.“


 

10.09.2015
Remineralisierung von Zahnschmelz mit neuen Methoden

Tiefenfluoridierung (deep fluoridation) ist eine von Prof. Knappwost (Uni Hamburg) entwickelte Behandlungsmaßnahme mit Wirkung auf die Remineralisationseigenschaften des  Zahnschmelzes.
 
Die Remineralisierung von Zahnschmelz ist allerdings in Hinblick auf die zugrunde liegenden Indikationen unterschiedlich zu berechnen:
 
1. Remineralisierung zur Behandlung von überempfindlichen Zähnen
 
Dient die Remineralisierung der Therapie überempfindlicher Zahnflächen, so ist diese Maßnahme nach GOZ-Pos. 2010 zu berechnen.
 
Beispiel:
 
Zahn
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
14,15
2010
Behandlung überempfindlicher Zahnflächen, je Kiefer
6,47 €
 
Hinweis zu Materialkosten:
 
Die Materialkosten sind mit der GOZ-Nr. 2010 abgegolten. Allerdings sind aufgrund des BGH-Urteils vom 27.05.2004 (Az: III ZR 264/03) die Materialkosten getrennt berechenbar, sofern die Zumutbarkeitsgrenze überschritten ist. Die Zumutbarkeitsgrenze ist dann überschritten, wenn die Materialkosten den Einfachsatz der zugrundeliegenden Gebühr aufbrauchen.
 
Dessen ungeachtet ist, wenn besonders teure Materialien zur Anwendung kommen, der Abschluss einer Vergütungsvereinbarung, die die Materialkosten hinreichend berücksichtigt, das Mittel der Wahl.
 
Hinweis GKV-Patient:
 
Eine Leistung nach der Nr. 2010 GOZ ist mit Versicherten der GKV nicht vereinbarungsfähig, da mit der BEMA-Nr. 10 (üZ) eine vergleichbare Leistung im Sachleistungskatalog der GKV enthalten ist.
 
2. Remineralisierung zur Verbesserung der Zahnhartsubstanz durch getriggerte Schmelzregeneration
 
Dient die Remineralisierung der Verbesserung der Zahnhartsubstanz durch getriggerte Schmelzregeneration, so ist diese Maßnahme gem. § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnen.
 
Beispiel:
 

Zahn

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

13-23

6x

2000a

Remineralisierung zur Verbesserung der Zahnhartsubstanz durch getriggerte Schmelz-regeneration gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2000 Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren mit aushärtenden Kunststoffen, auch Glattflächenversiegelung, je Zahn gem. § 10.4 GOZ

6x

11,64 €

 
Hinweis GKV-Patient:
 
Die Leistung „Remineralisierung zur Verbesserung der Zahnhartsubstanz durch getriggerte Schmelzregeneration“ (§ 6.1 GOZ) ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da keine vergleichbare Leistung im Sachleistungskatalog der GKV enthalten ist.
 
Die Berechnung erfolgt nach vorheriger schriftlicher Privatvereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ.
 
Hinweis zur Materialberechnung
 
Die anfallenden Materialkosten sind in die Ermittlung der Analogziffer einzubeziehen.
 
3. Mineralische Fissurenversiegelung
 
Für den Ansatz der GOZ-Nr. 2000 (Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren) müssen als Material aushärtende Kunststoffe zum Einsatz kommen.
 
Bei der mineralischen Fissurenversiegelung kommt aber beispielsweise eine Wirkstoffkombination von Calzium-Phosphat zum Einsatz.
 
Somit ist die mineralische Fissurenversiegelung in der GOZ 2012 nicht beschrieben, die Maßnahme ist gem. § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnen.
 
Beispiel:
 
Zahn
GOZ-Nr.
Leistung
Honorar 2,3fach
36
2000a
Mineralische Fissurenversiegelung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2000 Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren mit aushärtenden Kunststoffen, auch Glattflächenversiegelung, je Zahn gem. § 10.4 GOZ
11,64 €
oder
36
2050a
Mineralische Fissurenversiegelung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2050 Präparieren einer Kavität und Restauration mit plastischem Füllungsmaterial, einflächig gem. § 10.4 GOZ
27,55 €
 
Hinweis GKV-Patient:
 
Die Leistung „Mineralische Fissurenversiegelung“ (§ 6.1 GOZ) ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da keine vergleichbare Leistung im Sachleistungskatalog der GKV enthalten ist.
 
Die Berechnung erfolgt nach vorheriger schriftlicher Privatvereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ.
 
Die BEMA-Nr. IP5 kann nicht in Ansatz gebracht werden, da hier im Leistungstext ebenfalls eine Versiegelung mit aushärtenden Kunststoffen beschrieben ist.
 
Hinweis zur Materialberechnung
 
Die anfallenden Materialkosten sind in die Ermittlung der Analogziffer einzubeziehen.
 
4. Remineralisierung zur ästhetischen Optimierung – z. B. Behandlung von „White spots“
 
Da diese Maßnahme der Verbesserung der optischen Erscheinung der Zähne dient, erfolgt die Berechnung als Verlangensleistung gem. § 2 Abs. 3 GOZ.
 
Beispiel:
 

Zahn

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

11

2000a

Remineralisierung zur ästhetischen Optimierung (Behandlung von „White spots“) gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2000 Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren mit aushärtenden Kunststoffen, auch Glattflächenversiegelung, je Zahn gem. § 10.4 GOZ

Leistung auf Verlangen gem. § 2 Abs. 3 GOZ

11,64 €

 
Der Heil- und Kostenplan muss zudem die einzelnen Leistungen und Vergütungen bezeichnen. Da die Voraussetzungen an eine Gebührenvereinbarung nach § 2 Absatz 2 nicht ausdrücklich genannt sind, ist die Angabe von Gebührennummern und Steigerungssätzen hier nicht erforderlich und eine gewisse Pauschalierung des vereinbarten Honorars scheint möglich.
 
Eine Loslösung von der GOZ ist nicht ausdrücklich zugelassen. Für alle Vereinbarungen über Verlangensleistungen gilt daher die GOZ.
 
In der GOZ beschriebene Leistungen und nach § 6 Absatz 2 geöffnete Leistungen der GOÄ sind daher mit den entsprechenden Gebührennummern zu berechnen.
 
Für nicht beschriebene Leistungen ist die Vergütung unter Heranziehung einer gleichwertigen Leistung analog nach § 6 Absatz 1 GOZ zu berechnen.
 
Checkliste zur Verlangensleistung:
 

Eine Vereinbarung mit dem Patienten nach § 2 Abs. 3 GOZ muss folgende Anforderungen erfüllen:

  • Sie ist in einem Heil- und Kostenplan zu treffen.

  • Der Heil- und Kostenplan ist vor der Erbringung der Leistung in Schriftform zu erstellen.

  • Es sind die einzelnen Leistungen und Vergütungen aufzuführen.

  • Es muss der Hinweis enthalten sein, dass es sich um Leistungen auf Verlangen handelt, weil die geplante Leistung über die zahnmedizinisch notwendige Versorgung hinausgeht

  • und dass eine Erstattung der Vergütung möglicherweise nicht gewährleistet ist.

Hinweis GKV-Patient:
 
Die Leistung „Remineralisierung zur ästhetischen Optimierung“ (§ 2.3 GOZ) ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da keine vergleichbare Leistung im Sachleistungskatalog der GKV enthalten ist.
 
Die Berechnung erfolgt nach vorheriger schriftlicher Privatvereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ.

30.07.2015
Die korrekte Berechnung für das Abnehmen und Wiedereingliedern von Provisorien nach GOZ

In Behandlungsfällen, in denen Patienten mit provisorischen Kronen und/oder Brücken versorg sind, müssen häufig planmäßige Abnahmen und Wiederbefestigungen vorgenommen werden. Auch außerplanmäßig können Leistungen rund um die Provisorien anfallen.

Für einige dieser Behandlungsfälle möchten wir Ihnen anhand von Beispielen nachfolgend die korrekte Berechnung mit der GOZ aufzeigen:

Beispiel 1:

Patient wird mit einer Einzelkrone Zahn 34 und einer Brücke 35-37 zum Ersatz von Zahn 36 versorgt. Im Rahmen einer Gerüstanprobe werden das Einzelkronenprovisorium sowie das Brückenprovisorium abgenommen und wieder eingegliedert.

Zahn GOZ-Nr. Leistung Honorar 2,3fach

34

-

Abnehmen und Wiedereingliedern des Kronen-Provisoriums

-

35-37

-

Abnehmen und Wiedereingliedern des Brücken-Provisoriums

-

 

Erläuterung:

  • In diesem Behandlungsfall ist keine Honorarberechnung möglich. Das Abnehmen und Wiedereingliedern von Hülsen und/oder prov. Kronen ist mit den Gebühren der GOZ-Positionen 2260, 2270 bzw. 5120 abgegolten.
  • Wiederholtes Abnehmen und Wiederbefestigen, z. B. bei der Anfertigung von Kombinationsversorgungen, kann nur über einen angemessenen Steigerungsfaktor gem. § 5 Abs. 2 GOZ in Ansatz gebracht werden

 

Beispiel 2:

Patient wurde nach Präparation Zahn 14 mit einem Provisorium im direkten Verfahren mit Abformung versorgt. Das Provisorium muss nun neu angefertigt werden, nachdem der Patient auf einen Obstkern gebissen hat und das Provisorium irreparabel gebrochen ist.

Zahn GOZ-Nr. Leistung Honorar 2,3fach

14

2270

Provisorium im direkten Verfahren mit Abformung*, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung

34,93 €

* das neue Provisorium wurde mit dem Silikonabdruck aus der Präparationssitzung neu angefertigt.

Erläuterung:

  • Das erneute Anfertigen nach Verlust oder Zerstörung der Hülsen und/oder prov. Kronen löst den erneuten Ansatz der GOZ-Positionen 2260, 2270 bzw. 5120 und 5140 aus.

 

Beispiel 3:

Patient wurde nach Präparation Zahn 11 mit einem Provisorium im direkten Verfahren mit Abformung versorgt. Das Provisorium muss repariert werden (Sprung-Reparatur).

Zahn GOZ-Nr. Leistung Honorar 2,3fach

11

2320a*

Wiederherstellung der Funktion eines direkten Provisoriums gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2320 Wiederherstellung einer Krone, gegebenenfalls einschließlich Wiederein-gliederung und Abformung gem. § 10.4 GOZ

45,27 €

 

Erläuterung:

  • Die Leistung „Wiederherstellung der Funktion eines direkten Provisoriums“ ist in der GOZ 2012 nicht enthalten. Die Berechnung erfolgt gemäß dem „Katalog selbstständiger zahnärztlicher gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnender Leistungen“ der Bundeszahnärztekammer, Stand 18.02.2015, analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ.

 

Beispiel 4:

Im Notdienst stellt sich ein Patient einer anderen Praxis mit Beschwerden am Provisorium Zahn 45 vor. Das Provisorium wird abgenommen und nach der Behandlung wieder eingegliedert.

Zahn GOZ-Nr. Leistung Honorar 2,3fach

 45

2290

Entfernung einer Einlagefüllung, einer Krone, eines Brückenankers, Abtrennen eines Brückengliedes oder Steges oder Ähnliches

23,28 €

45

2310a*

Wiederbefestigung einer alio loco angefertigten provisorischen Krone gem. § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2310 Wiederein-gliederung einer Einlagefüllung, einer Teilkrone, eines Veneers oder einer Krone gem. § 10.4 GOZ

45,27 €

 

Erläuterung:

  • Die Entfernung einer provisorischen Krone bei Fremdpatienten kann gemäß dem Kommentar der Bundeszahnärztekammer in Zusammenarbeit mit den (Landes-) Zahnärztekammern, Stand 2. März 2015, mit der GOZ-Nr. 2290 berechnet werden.
  • Die Leistung „Wiederbefestigung einer alio loco angefertigten provisorischen Krone“ ist in der GOZ 2012 nicht enthalten. Die Berechnung erfolgt gemäß dem „Katalog selbstständiger zahnärztlicher gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnender Leistungen“ der Bundeszahnärztekammer, Stand 18.02.2015, analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ.

 

Wichtige Hinweise:

Jede Analogleistung muss praxisintern kalkuliert und ermittelt werden. Alle Beispiele zu analogen Berechnungen in diesem Abrechnungstipp sind reine Empfehlungen und haben keinen bindenden Charakter.

Welche nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung aus der GOZ bzw. der GOÄ als Analogleistung herangezogen wird, liegt allein im Ermessen des Zahnarztes.

Neben den für die einzelnen zahnärztlichen Leistungen vorgesehenen GOZ-Positionen können die tatsächlich entstandenen angemessenen Kosten für zahntechnische Leistungen gem. § 9 GOZ berechnet werden.

17.06.2015
Berechnung der GOZ Positionen 0030 und 0040

Die Aufstellung eines "Schriftlichen Heil- und Kostenplans" ist unabhängig von einer Anforderung seitens des Patienten oder eines Kostenträgers mit den GOZ-Nrn. 0030 oder 0040 berechnungsfähig.

Wichtig:

  • Der Heil- und Kostenplan muss schriftlich niedergelegt werden.
  • Der Patient hat Anspruch auf Aushändigung einer Ausfertigung.
  • Schreibgebühren sind nicht gesondert berechnungsfähig.
     

Die Berechnung für die Aufstellung des Heil- und Kostenplans ist, entgegen der Behauptungen einiger PKVen, nicht auf die prothetische Planung begrenzt.

GOZ-Nr. 0030 - Aufstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans nach Befundaufnahme und gegebenenfalls Auswertung von Modellen

Selbstverständlich kann die GOZ-Nr. 0030 berechnet werden, wenn für den Patienten ein schriftlicher Heil- und Kostenplan aus folgenden GOZ-Teilen aufgestellt wird:

  • Teil A.    (Allgemeine zahnärztliche Leistungen)
  • Teil B.    (Prophylaktische Leistungen)
  • Teil C.    (Konservierende Leistungen)
  • Teil D.    (Chirurgische Leistungen)
  • Teil E.    (Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des
                 Parodontiums)
  • Teil F.    (Prothetische Leistungen)
  • Teil H.    (Eingliederung von Aufbissbehelfen und Schienen)
  • Teil K.    (Implantologische Leistungen)
     

Wird beispielsweise zuerst ein Heil- und Kostenplan für eine endodontische Behandlung erstellt und im Anschluss ein weiterer Heil- und Kostenplan für eine Einzelkrone (ohne FAL-Leistungen), kann die GOZ-Nr. 0030 zweimal in Ansatz gebracht werden.

GOZ-Nr. 0040 - Aufstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans bei kieferorthopädischer Behandlung oder bei funktionsanalytischen und funktionstherapeutischen Maßnahmen nach Befundaufnahme und Ausarbeitung einer Behandlungsplanung

Die Nummer 0040 GOZ ist dann berechnungsfähig, wenn für den Patienten ein schriftlicher Heil- und Kostenplan mit Bestandteilen folgenden GOZ-Teilen aufgestellt wird:

  • Teil G. (Kieferorthopädische Leistungen)
  • Teil J. (Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen)
     

Die Leistungen nach den GOZ-Nrn. 0030 und 0040 sind jedoch nicht nebeneinander berechnungsfähig.

Werden jedoch zeitgleich z. B. zwei unterschiedliche prothetische Versorgungen geplant, wobei bei einer Versorgungsform zusätzlich funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen beabsichtigt sind, liegt eine Nebeneinanderberechnung im Sinne der Abrechnungsbestimmung nicht vor.

Sinngemäß gilt dies, gemäß der Kommentierung der Bundeszahnärztekammer, auch bei der zeitgleich möglichen Mehrfachberechnung der Nummer 0030 oder der Nummer 0040 bei sich unterscheidenden Planungsinhalten.

Beispiel:

  1. Heil- und Kostenplan für Kombinationszahnersatz mit FAL-Leistungen (8000ff) = Berechnung der GOZ-Nr. 0040

  2. Heil- und Kostenplan für Klammer-Modellgussprothese ohne FAL-Leistungen = Berechnung der GOZ-Nr. 0030

20.05.2015
Berechnung von individuellen Abformungen bei GKV-Patienten

Zahnersatz-Richtlinien - D. Anforderungen an einzelne Behandlungsbereiche III. Versorgung mit herausnehmbarem Zahnersatz
 

31. Ein Abdruck mit individuellem Löffel oder individualisiertem Löffel ist nur angezeigt, wenn für die Abdrucknahme der übliche Löffel nicht ausreicht.

  

Unter einem individuellen Löffel versteht man einen für den Patienten speziell angefertigten Löffel. Die Abrechnung kann nur für den Kiefer erfolgen, der prothetisch versorgt wird und soweit der Abdruck mit einem der üblichen Löffel nicht ausreicht.

Die Abrechnung der Nr. 98a rein aus Gründen der Methode (z. B. Impregum) ist nicht möglich. Material- und Laborkosten für den Löffel sind in diesem Fall abrechenbar.

Individualisierter Löffel

Die Abrechnung der Nr. 98a ist auch bei der Individualisierung konfektionierter Abdrucklöffel möglich. Das zur Individualisierung verwendete Material kann zusätzlich berechnet werden. Die BEL-Nr. 021 1 (Individueller Löffel) kann jedoch nicht in Ansatz gebracht werden.

Eine standardmäßige Individualisierung von Abformlöffeln entspricht nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 12 SGB V. Die Leistung sollte nach vorheriger schriftlicher Privatvereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ privat berechnet werden.

Die Bundes-KZV hat in ihren „Schnittstellen zwischen BEMA und GOZ“ veröffentlicht, dass eine Leistung nach der Nr. 5170 GOZ mit Versicherten der GKV nur noch im Rahmen von andersartigem Zahnersatz vereinbarungsfähig ist.

Das bedeutet, dass – bei entsprechender Indikation – im Rahmen einer Regelversorgung oder einer gleichartigen Versorgung die individuelle Abformung grundsätzlich als Regelversorgung  nach der Nr. 98a BEMA abzurechnen ist.

Die BEMA-Nr. 98a kann auch neben Kronen und Brücken, nicht jedoch neben einer Einzelkrone (gerechnet je Kiefer), abgerechnet werden. Sie wäre nur ansatzfähig bei der Herstellung von mehreren Einzelkronen.

Hinweis:

Erbringt ein Zahnarzt aus Qualitätsgründen standartmäßig individualisierte Abformungen kann dies nicht nach BEMA 98a berechnet werden. Dieses qualitätsorientierte Vorgehen entspricht nicht dem § 12 SGB V und gilt somit als unwirtschaftlich.

Das bedeutet, dass bei Regelversorgung und/oder gleichartiger Versorgung Abformungen mit individuellem Löffel, aufgrund anderer Indikationen wie einer aus Qualitätsgründen standartmäßig individualisierte Abformung die Berechnung als Privatleistung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog erfolgt.

Voraussetzung für die Berechnung der GOZ-Nr. 5170 ist eine der drei vorgeschriebenen Indikationen:

  • Ungünstige Zahnbogen- und Kieferformen
  • Tief ansetzende Bänder
  • Spezielle Abformung zur Remontage
 
Die zutreffende Indikation ist in der Patientenkartei zu dokumentieren!
 

Abformungen mit individuellem Löffel, aufgrund anderer Indikationen

  • Offene/geschlossene Abformung bei Implantaten
  • aus Qualitätsgründen standartmäßig individualisierte Abformungen
  • o.ä.

sind gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnen.

 

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

5170a

Abformung mit individuellem Löffel für andere als die in der Leistungsbeschreibung genannten Indikationen, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5170 Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer  gem.  § 10.4 GOZ

32,34 €

22.04.2015
Laborleistungen im Zusammenhang mit der GOZ-Nr. 2197 „adhäsive Befestigung“

Die adhäsive Befestigung wird erreicht durch die physikalisch-chemische Vorbereitung der Kontaktflächen und die Anwendung des Adhäsivsystems im Munde des Patienten (Schmelz, Dentin und/oder Wurzeldentin, Aufbaumaterial, Wurzelkanalfüllmaterial, Aufbauten, Mesostrukturen an Implantaten etc.)

Die Nummer 2197 dient hierbei der Abgeltung des intraoral erforderlichen zahnärztlichen Mehraufwandes gegenüber einer konventionellen Klebung.

Die ggf. extraoral erfolgende Vorbereitung eines zahntechnischen Werkstückes oder Konfektionsteiles durch z.B. Anätzen oder Sandstrahlen ist als zahntechnische Leistung nach § 9 GOZ zusätzlich berechnungsfähig.

Folgende Positionen können über den Eigenbeleg gem. § 9 GOZ zusätzlich berechnet werden:

Bundeseinheitliche Bennenungsliste für zahntechnische Leistungen – BEB 97

BEB-Nr.

Leistung

5401

Keramik / gegossenes Glas ätzen

5306

Keramik / gegossenes Glas konditionieren

5307

Metallfläche konditionieren 

5308

Modellgussteil konditionieren 

5309

Kunststofffläche konditionieren 

 

Kostenkalkulation:

Der konkrete Euro-Betrag für die oben aufgeführten Leistungen muss jeweils auf Basis der tatsächlich entstandenen, angemessenen Kosten ermittelt werden.

Hinweis zur GOZ-Nr. 2197:

Die zahn- und sitzungsgleiche Mehrfachberechnung der 2197 GOZ ist dann möglich, wenn mehrere selbständige, zuordnungsfähige Leistungen erbracht werden. Die Leistungsbeschreibung der 2197 enthält keine, einer solchen Mehrfachberechnung entgegenstehende Bestimmung.

19.03.2015
Zusätzliche Leistungen im Rahmen der vertragszahnärztlichen, endodontischen Behandlung bei GKV Patienten

Wenn ein Zahn richtlinienkonform endodontisch behandelbar ist, werden die Grundleistungen über den BEMA berechnet:  

Trep1 (31) oder VitE (28), max. 3x Med (34), WK (32), WF (35), Füllung (13a-d) sowie die Röntgenaufnahmen. 

Eine Zuzahlung oder gar eine Aufsplittung der Leistungen ist in diesem Zielleistungskomplex nicht möglich! 

Das bedeutet, dass z.B. folgende Berechnungen nicht möglich sind:

  • Privatvereinbarung über Endodontie-Instrumente – diese sind mit der BEMA Nr. 32 (WK) abgegolten.
  • Privatvereinbarung über aufwändige / kostenintensive Wurzelfüllmaterialien – diese sind mit der BEMA Nr. 35 (WF) abgegolten.
  • Umwandlung einer BEMA Nummer in eine GOZ Abrechnung aus wirtschaftlichen Gründen – z. Bsp. WK nach GOZ 2410 statt BEMA 32 usw. 

 

Die nachfolgende Übersicht soll Ihnen einen Überblick über die Leistungen geben, die im Rahmen einer Endodontiebehandlung bei einem GKV Patienten zusätzlich zu den Kassenleistungen berechnet werden können.

Vereinbarung einer Privatbehandlung gem. § 4.5 BMV-Z / § 7.7 EKVZ

  • Präendodontischer Aufbau
    gem. § 6.1 GOZ (analoge Berechnung)
     
  • Anlegen eines Kofferdam
    GOZ-Nr. 2040, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

  • Aufbringen flüssiger Kofferdam (Abdichtung)
    gem. § 6.1 GOZ (analoge Berechnung)
     
  • Elektrometrische Längenbestimmung
    GOZ-Nr. 2400 (max. 2x je Kanal/Sitzung)
     
  • Phys Zusätzliche Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden
    GOZ-Nr. 2420 (1x je Knal/Sitzung)
     
  • Adhäsive Befestigung
    GOZ-Nr. 2197 für adhäsiven prov. Verschluss nach medikamentöser Einlage (je Zahn) und/oder für adhäsive Befestigung einer Wurzelfüllung (Sealer – je Kanal)
     
  • Dekontamination eines Wurzelkanals,
    je Kanal mittels Laser oder Ozon gem. § 6.1 GOZ (analoge Berechnung)
     
  • Antimikrobiellen Photodynamischen Therapie (aPDT)
    gem. § 6.1 GOZ (analoge Berechnung je Kanal)
     
  • Postendodontischer Stiftaufbau zur Aufnahme einer Füllung
    gem. § 6.1 GOZ (analoge Berechnung für den Stift)
     

Vereinbarung gemäß § 28 Abs. 2 SGB V (Mehrkosten bei Füllungen)

  • Dentinadhäsive Mehrschicht-Rekonstruktion
    GOZ-Nrn. 2060, 2080, 2100 oder 2120
  • Aufbaufüllung
    GOZ-Nr. 2180 ggf. mit adhäsiver Befestigung GOZ-Nr. 2197
  • Mehrfach geschichtete Aufbaufüllung
    gem. § 6.1 GOZ (analoge Berechnung)
  • Kanalverankerter Kronenkernaufbau
    gem. § 6.1 GOZ (analoge Berechnung)
     

Über alle wichtigen Abrechnungsbestimmungen rund um die endodontischen  Behandlungen bei GKV und PKV Patienten informieren wir Sie gerne in unseren Workshops „Zahlen oder Ziehen? Endodontie-Abrechnung von A wie Aufbereitung bis Z wie Zahlungsvereinbarung“.

Die Termine und Veranstaltungsorte finden Sie in unserem Seminarkalender.

 

16.02.2015
Berechnungsweise bei Verwendung eines Gesichtsbogens bei der Versorgung mit Aufbissbehelfen

Der GKV-Spitzenverband, Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung haben sich auf folgende Gemeinsame Erklärung zum BEL II-2014 verständigt:

  1. Damit der Versicherte bei der Versorgung mit Aufbissbehelfen seinen Anspruch auf Sachleistung nicht verliert, wenn die Modellmontage mit Hilfe eines Gesichtsbogens erfolgt, sind die in diesem Zusammenhang anfallenden zahnärztlichen und zahntechnischen Leistungen gesondert mit dem Versicherten zu vereinbaren. 

  2. Abweichend von § 3 Nr. 3 der Einleitenden Bestimmungen zum BEL II — 2014 weist der Zahntechniker in diesem Fall die Kosten für die Modellmontage mit Hilfe eines Gesichtsbogens gegenüber dem Zahnarzt auf einer gesonderten Rechnung aus. 

  3. Die funktionsanalytischen und funktionstherapeutischen Leistungen im Zusammenhang mit der Verwendung des Gesichtsbogens werden vom Zahnarzt gegenüber dem Versicherten gesondert nach der GOZ abgerechnet. 

  4. Der Aufbissbehelf wird als Sachleistung gegenüber der Krankenkasse nach BEMA und BEL II — 2014 abgerechnet, wobei eine Abrechnung der BEL L-Nr. 012 0 ausgeschlossen ist. 

  5. Im Abrechnungsdatensatz erfolgt ein Hinweis an die KZV, dass funktionstherapeutische oder funktionsanalytische Leistungen angefallen sind.

Beispiel:

KBR-Abrechnungsformular
Zahn
Zahnärztliche Leistung
BEMA-Nr.
BEL II 2014
ZT-Leistung
 
Heil- und Kostenplan KBR
2
 
 
OK, UK
Planungsmodelle
7b
2x 001 0
Modell
OK
Eingliederung eines Aufbissbehelfs mit adjustierter Oberfläche zur Unterbrechung der Okklusionskontakte
K1a
3x 001 0
1x 002 1
101 0
 
933 0
Modell
Doublieren eines Modells
Aufbissbehelf mit adjustierter Oberfläche
Versandkosten
Vereinbarung einer Privatbehandlung gemäß
§ 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ
Zahn
Zahnärztliche Leistung
GOZ-Nr.
BEB
ZT-Leistung
 
Heil- und Kostenplan mit FAL/FTL
0040
 
 
 
Funktionsstatus
8000
 
 
 
Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers + Kontrollregistrat
2x 8010
0521
Auswerten eines Registrats
 
Arbiträre Scharnierachsbestimmung
8020
0405
 
0408
Modellmontage in individuellen Artikulator II
Montage Gegenkiefermodell
 
Registrieren von Unterkieferbewegungen
8050
0521
Auswerten eines Registrats

 

Fazit:

  • Der Aufbissbehelf wird nach BEMA und BEL II (ohne BEL L-Nr. 012 0 als Sachleistung auf dem KBR Formular abgerechnet.

  • Die zahnärztlichen FAL/FTL Leistungen werden mittels einer Privatvereinbarung gem. § 4.5 BMV-Z bzw. § 7.7 EKVZ nach GOZ (8000ff) in Rechnung gestellt.

  • Die FAL/FTL Laborleistungen werden in einer gesonderten Rechnung nach BEB berechnet 

  • Im Abrechnungsdatensatz erfolgt ein Hinweis an die KZV, dass funktionstherapeutische oder funktionsanalytische Leistungen angefallen sind.

23.01.2015
Umsatzsteuer bei kosmetischen Leistungen

Im Rahmen der Festzuschuss-Konferenz 2014 haben sich die Teilnehmer mit der folgenden Frage auseinandergesetzt:

Unterliegen medizinisch indizierte Veneers, analog den ästhetisch indizierten Veneers, der Umsatzsteuerpflicht?

Auffassung /.../:

Da nach § 4 Nr. 14a des Umsatzsteuergesetzes zahnärztliche Heilbehandlungen befreit sind, unterliegen die medizinisch indizierten Veneers nicht der Umsatzsteuerpflicht.

Aus unserer Sicht handelt es sich bei einer Versorgung mit einem Veneer um eine Heilbehandlung, wenn eine restaurative und dauerhaft funktionskorrigierende Indikation vorliegt.

Konsens:

Veneers unterliegen den gleichen steuerrechtlichen Regelungen wie die übrigen zahnärztlichen Leistungen.

Sofern es sich um medizinisch indizierte Veneers handelt, unterliegen sie nicht der Umsatzsteuerpflicht.

Handelt es sich indes um rein kosmetisch indizierte Veneers (Verlangensleistung), unterliegen sie der Umsatzsteuerpflicht, da es sich nicht um eine medizinisch indizierte Leistung handelt. 

Fazit: 

Im Streitfall wird hier die Dokumentation im Behandlungsblatt des Patienten den Ausschlag geben. Deshalb sollte der Grund, warum ein Zahn mit einem Veneer versorgt wird zweifelsfrei dargelegt werden.

Übersicht zur Berechnung von Veneers:

Indikation

Berechnung

Versorgung eines Frontzahnes mit einer keramischen Teilkrone nach partiellem Zahnsubstanzverlust

GOZ 2220

Hinweis GKV-Patient: FZ-Konferenz 2009 „Grundsätzlich wird die Auffassung vertreten, dass hier die Festzuschüsse 1.1 und 1.3 angesetzt werden können. Aber es sollte KZV-seitig nicht beanstandet werden, wenn die Krankenkasse den Festzuschuss 1.2 akzeptiert hat.“

Medizinisch notwendige Zahnumformung eines Frontzahnes mittels Veneer (z.B. aus phonetischen oder parodontalhygienischen Gründen)

Analog

gem. § 6.1 GOZ

Hinweis GKV-Patient: FZ-Konferenz 2013 „Veneers sind nicht festzuschussfähig. Dies wurde seinerzeit mit dem GKV-Spitzenverband vereinbart und entspricht der Zahnersatz-Richtlinie.“

Versorgung eines Frontzahnes / Zahnumformung mittels Veneer aus kosmetischen Gründen

Verlangensleistung gem. § 2.3 GOZ

(Umsatzsteuer beachten)

Hinweis GKV-Patient: FZ-Konferenz 2013 „Veneers sind nicht festzuschussfähig. Dies wurde seinerzeit mit dem GKV-Spitzenverband vereinbart und entspricht der Zahnersatz-Richtlinie.“

 

17.12.2014
Korrekte Berechnung mehrschichtiger Aufbaufüllungen bei GKV Patienten

Stellen Sie im Rahmen einer Untersuchung fest, dass ein Zahn nur noch mit einer Teilkrone oder Krone medizinisch suffizient unter den Vorgaben des § 12 Abs.1 SGB V versorgt werden kann, ist ein ZE-Heil- und Kostenplan mit dem entsprechenden Befund – pw oder ww – auszustellen.

Damit ist dokumentiert, dass dieser Zahn durch das Legen einer plastischen Füllung nicht mehr versorgt werden kann.

Wurde ein Heil- und Kostenplan für eine Teilkrone oder Krone erstellt und ist an dem betreffenden Zahn eine sofortige Intervention nötig, dann ist die erforderliche Füllungsleistung nur noch als Aufbaufüllung nach den BEMA-Nrn. 13a oder 13b abrechenbar.

Beispiel:

Patient stellt sich in der Praxis mit leichten Beschwerden vor. Diagnose: Inlay an Zahn 36 ist rausgegangen, Sekundärkaries. Inlay kann nicht mehr eingegliedert werden. Patient über Notwendigkeit der Überkronung, DMR Aufbaufüllung und Materialien aufgeklärt. Heute Anfertigung einer dentinadhäsiven Aufbaufüllung modb in Mehrschichttechnik, HKP für Zirkonkrone wird erstellt.

Vereinbarung gemäß § 28 Abs. 2 SGB V – Mehrkosten bei Füllungen

Region

Geb.-Nr.

Leistungsbeschreibung

Faktor

Anzahl

Betrag EUR

37-34

2040

Anlegen von Spanngummi, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

3,0

1

10,97

36

2020a

Anwendung Kariesdetektor

2,3

1

12,68

36

2030

Besondere Maßnahme beim Füllen – Verwendung einer Matrize

3,5

1

12,80

36

2120

Präparieren einer Kavität und Restauration mit Kompositmaterial, in Adhäsivtechnik, mehr als dreiflächig

2,3

1

99,60

36

2197

Adhäsive Befestigung

3,4

1

24,86

Abzüglich Kosten für vertragszahnärztliche Füllung 13b (F2 „ZE“)

37,51

Voraussichtliche Mehrkosten

123,40

 

Möchte der Patient bei der Diagnose Überkronungsbedürftigkeit einer derartigen Behandlung nicht folgen und wünscht stattdessen eine Füllungsversorgung, so ist diese Behandlung inklusive der entsprechenden Begleitleistungen nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung berechnungsfähig.

Sie widerspricht dem Wirtschaftlichkeitsgebot und muss dementsprechend als Wunschbehandlung mit dem Patienten gemäß § 4 Abs. 5d BMV-Z bzw. § 7 EKV-Z privat vereinbart werden.

Beispiel:

Patient stellt sich in der Praxis mit leichten Beschwerden vor. Diagnose: Inlay an Zahn 36 ist rausgegangen, Sekundärkaries. Inlay kann nicht mehr eingegliedert werden. Patient über Notwendigkeit der Überkronung, DMR Aufbaufüllung und Materialien aufgeklärt. Patient wünscht keine Krone sondern möchte den Zahn mit einer Füllung versorgt bekommen. Heute Anfertigung einer dentinadhäsiven Füllung modb in Mehrschichttechnik.

Vereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 EKV-Z Privatvereinbarung

Region

Geb.-Nr.

Leistungsbeschreibung

Faktor

Anzahl

Betrag EUR

37-34

2040

Anlegen von Spanngummi, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

3,0

1

10,97

36

2020a

Anwendung Kariesdetektor

2,3

1

12,68

36

2030

Besondere Maßnahme beim Füllen – Verwendung einer Matrize

3,5

1

12,80

36

2120

Präparieren einer Kavität und Restauration mit Kompositmaterial, in Adhäsivtechnik, mehr als dreiflächig

2,3

1

99,60

36

2197

Adhäsive Befestigung

3,4

1

24,86

Gesamtkosten

160,91 €

 

Die Abrechnung erfolgt nach Leistungserbringung auf Grundlage der GOZ direkt mit dem Patienten.

Eine Mehrkostenvereinbarung nach § 28 Abs.2 SGB V ist ebenso nicht möglich wie eine Abrechnung über die Krankenversicherungskarte.

 

07.11.2014
Berechnung einer Abdruckdesinfektion

Desinfektionsmaßnahmen innerhalb der zahnärztlichen Praxis sind generell mit den Praxiskosten abgegolten.

Desinfektionsmaßnahmen an zahntechnischen Werkstücken, Abformungen, Registraten etc. sind zahntechnische Leistungen, unabhängig davon, ob sie im Zahnarztpraxislabor oder im Fremdlabor erbracht werden und sind daher nach § 9 GOZ zu berechnen.

BEB-Nr.

Leistung

EUR

0732

Desinfektion

Je Vorgang

Individuell kalkulierter Betrag

 

 

 

 

Das hat auch dann zu gelten, wenn die Abformung Leistungsbestandteil einer anderen Leistung und nicht gesondert berechnungsfähig ist.

30.09.2014
Dentinadhäsive Aufbaufüllungen in Mehrschichttechnik

Gestattet die Form der noch vorhandenen Zahnhartsubstanz keine mechanische Verankerung des Aufbaumaterials und / oder würde die großvolumige, einzeitige Applikation von Aufbaumaterial bedingt durch Polymerisationsschrumpfung zu aus zahnmedizinischer Sicht nicht vertretbaren Randspalten führen, wird ein mehrschichtiger Aufbau mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik einschließlich Lichthärtung erforderlich.

Diese Leistung entspricht fachlich nicht dem Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 2180 GOZ, auch nicht bei zusätzlicher Berechnung der Geb.-Nr. 2197 GOZ, ebenso ist eine Berechnung nach den vorstehenden Gebührennummern, auch unter Heranziehung eines erhöhten Steigerungssatzes nicht angezeigt.

Die Berechnung erfolgt analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ.

Beispiel

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

2120a

Mehrschichtiger Aufbau von Zahnhartsubstanz mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik als Vorbereitung eines Zahnes zur Aufnahme einer Krone gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. Präparieren einer Kavität und Restauration mit Kompositmaterial, in Adhäsivtechnik, mehr als dreiflächig gem. § 10.4 GOZ

99,60 €

 

Obwohl dasselbe Behandlungsziel wie bei den Geb.-Positionen 2180 mit 2197 angestrebt wird, handelt es sich bei einem mehrschichtigen Aufbau mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik einschließlich Lichthärtung um eine Leistung, die sich in ihrem Charakter derart vom Leistungsgeschehen der Geb.-Nrn. 2180/2197 GOZ unterscheidet, dass es sich um eine nicht beschriebene Leistung handelt.

Information zur Erstattungsfähigkeit:

Mit Urteil vom 08.05.2014 (Az.: 205 C 13/12) hat das Amtsgericht (AG) Charlottenburg bestätigt, dass ein Zahnarzt für die Leistung „dentinadhäsiv, mehrfach geschichteter Aufbau eines Zahnes" die GOZ-Ziffer 2120 analog berechnen kann.

Ebenso unterstütz die BZÄK die analoge Berechnung in ihrem aktuellen Positionspapier „Die Kompensation von Zahnhartsubstanzdefekten vor der Überkronung eines Zahnes“.

Hinweis GKV Patienten:

Für die Leistung „Mehrschichtiger Aufbau von Zahnhartsubstanz mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik als Vorbereitung eines Zahnes zur Aufnahme einer Krone“ kann mit dem GKV Patienten eine Mehrkostenvereinbarung getroffen werden.

Ausschließlich im Bereich der Füllungsleistungen hat der Gesetzgeber in § 28 Abs. 2 SGB V dem Vertragszahnarzt die Möglichkeit eingeräumt, mit dem Patienten eine sogenannte „Mehrkostenvereinbarung“ abzuschließen, wenn sich dieser für eine über die Versorgung der gesetzlichen Krankenkasse hinausgehende, also aufwändigere Füllungstherapie entscheidet.

Vor der Behandlung ist der Patient über die Vertragsleistung und mögliche Behandlungsalternativen aufzuklären.

Es wurde bereits durch die Rechtsprechung entschieden, dass nur mündlich geschlossene Mehrkostenvereinbarungen wegen der fehlenden, aber gesetzlich vorgeschriebenen Schriftform unwirksam (§§ 125, 126 BGB) und deshalb nicht gerichtlich durchsetzbar sind.

26.08.2014
Die Entfernung von nekrotischen Pulpengewebe ist neben der Trepanation (GOZ-Nr. 2390) analog berechnungsfähig

Die Entfernung nekrotischen Pulpengewebes vor der Aufbereitung des Wurzelkanals stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet.

Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband hält als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2360 (Vitalexstirpation) für angemessen.

Beispiel

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

2360a

Entfernung nekrotischen Pulpengewebes vor der Aufbereitung des Wurzelkanals, je Kanal gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2360 Exstirpation der vitalen Pulpa einschließlich Exkavieren, je Kanal  gem. § 10.4 GOZ

14,23 €

 

Information zur Erstattungsfähigkeit:

Die Bundeszahnärztekammer, der Verband der Privaten Krankenversicherung und die Beihilfestellen von Bund und Ländern haben im Jahr 2013 die Einrichtung eines Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen vereinbart, um im partnerschaftlichen Miteinander daran zu arbeiten, die Rechtsunsicherheit nach der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zu beseitigen.

Das Beratungsforum hat sich auf die analoge Berechnung der Leistung „Entfernung nekrotisches Pulpengewebe“ verständigt, dies wurde von den Vorständen und Gremien der beteiligten Institutionen bestätigt.

Hinweis GKV Patienten:

Die aktuell vom Beratungsforum GOZ empfohlene analoge Berechnung kann beim GKV-Patienten nur dann privat berechnet werden, wenn die gesamte endodontische Behandlung privat vereinbart wurde.

Die Entfernung von nekrotischem Pulpengewebe ist mit der BEMA-Nr. 32 (WK) abgegolten.

Im Bereich der endodontischen Behandlung besteht ein Zuzahlungsverbot, das bedeutet, dass Mehrkostenvereinbarungen zu Vertragsleistungen unzulässig sind (§ 4 Abs. 5 BMV-Z sowie § 7 Abs. 7 EKVZ).

14.07.2014
Begleitleistungen im Rahmen der adhäsiven Füllungen bei GKV Patienten

Bei den Kompositrestauration in Adhäsivtechnik handelt es sich um eine über die ausreichende und zweckmäßige Versorgung in der GKV hinausgehende Therapie, für die eine Mehrkostenvereinbarung nach § 28 Abs. 2 Satz 2 SGB V mit Patienten der GKV getroffen werden können.

Bei diesen Restaurationen bestand bis zum Inkrafttreten der GOZ 2012 die Möglichkeit, einer analogen Berechnung. Dies ist ja bekanntlich seit dem 01. Januar 2012 nicht mehr möglich, da Kompositrestauration in Adhäsivtechnik mit den Positionen  2060 (einflächig), 2080 (zweiflächig), 2100 (dreiflächig) und 2120 (mehr als dreiflächig) in die GOZ aufgenommen wurden.

Allerdings ist die Honorierung der neu in die GOZ 2012 aufgenommenen Gebührenpositionen 2060 bis 2120 für Kompositrestauration in Adhäsivtechnik bis zu 46,5 % niedriger bewertet sind als die in der GOZ 1988 vorgenommenen Analogberechnungen.

GOZ 1988

(analoge Berechnung)

GOZ 2012

Geb.-Nr.

Honorar 2,3fach

Geb.-Nr.

Honorar 2,3fach

*Notwendiger Steigerungsfaktor

215a

71,13 €

2060

68,17 €

2,4fach

216a

106,07 €

2080

71,92 €

3,4fach

217a

155,22 €

2100

83,05 €

4,3fach

 

 

2120

99,60 €

3,6fach

 

*mathematisch notwendiger Steigerungsfaktor um die Honorarhöhe
der Analogberechnung mit der GOZ 1988 zu erreichen.

 

Wenn ein Steigerungsfaktor über 3,5 notwendig ist, um das angestrebte Honorar zu erreichen, muss § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ beachtet werden. Es muss also mit dem Patienten eine abweichende Honorarvereinbarung getroffen werden.

Eine optimale Honorarberechnung beinhaltet aber, neben der erbrachten Füllungsposition, auch die Begleitleistungen, die im Rahmen der Versorgung mit einer Kompositrestauration in Adhäsivtechnik anfallen und ggf. nicht als vertragszahnärztliche Leistung über den BEMA berechnet werden.

Auswahl möglicher Zusatzleistungen auf Basis einer Privatvereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z / § 7 Abs. 7 EKVZ:

  • FMD – Full Mouth Desinfektion (analoge Berechnung § 6.1 GOZ)

Erläuterungen:

Die Leistung ist im BEMA nicht enthalten und kann deshalb als Privatleistung berechnet werden.

Da diese Leistung nicht in die GOZ 2012 aufgenommen wurde erfolgt die Berechnung als Analogleistung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ.

  • Anwendung eines Kariesdetektor (analoge Berechnung § 6.1 GOZ)

Erläuterungen:

Die Leistung ist im BEMA nicht enthalten und kann deshalb als Privatleistung berechnet werden.

Da diese Leistung nicht in die GOZ 2012 aufgenommen wurde erfolgt die Berechnung als Analogleistung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ.

  • Anlegen von Spanngummi (GOZ-Nr. 2040)

Erläuterungen:

Eine Leistung nach der Nr. 2040 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, wenn das Anlegen von Spanngummi im Zusammenhang mit der Erbringung von vertragszahnärztlichen Leistungen nicht erforderlich ist.

Eine Mehrfachberechnung der Leistung nach Nr. 2040 GOZ je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich je Sitzung ist zulässig, wenn die Behandlungsumstände das wiederholte Anlegen des Spanngummis erfordern.

  • Anlegen einer Formgebungshilfe (GOZ-Nr. 2030)

Erläuterungen:

Eine Leistung nach der Nr. 2030 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, wenn sie vom Leistungsinhalt der Nr. 12 BEMA nicht erfasst und/oder für die Erbringung der vertragszahnärztlichen Leistung nicht erforderlich ist.

Die Nr. 2030 GOZ ist im Rahmen der Mehrkostenregelung für Füllungen nach § 28 Abs. 2 Satz 2 SGB V zum Beispiel für Formgebungshilfen in Verbindung mit den Nrn. 2060, 2080, 2100 und 2120 GOZ vereinbarungsfähig.

  • Politur vorhandener Restaurationen an Nachbarzähnen (GOZ-Nr. 2130)

Erläuterungen:

Eine Leistung nach der Nr. 2130 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da eine vergleichbare Leistung im Sachleistungskatalog der GKV nicht enthalten ist.

Eine Vereinbarung der Nr. 2130 GOZ ist zum Beispiel für die Nachpolitur einer älteren Restauration möglich.

Beispiel Honorarberechnung – Versorgung der Zähne 16 und 17 mit Kompositrestaurationen in Adhäsivtechnik:

Zahn

Anzahl

BEMA-Nr.

GOZ-Nr.

Leistung

Hinweis

   

01

 

Eingehende Untersuchung

 

16,17

1

Ä9250a

 

Röntgenaufnahme

Diagnose: tiefe Karies, apikal o. B.

 
 

1

 

§ 6.1 GOZ

Full-Mouth-Desinfektion zur Keimreduktion

In BEMA/GOZ nicht enthalten

16,17

1

8

 

Vitalitätsprüfung (positiv)

 

16,17

1

40

 

Infiltrationsanästhesie

 

14-18

1

 

2040

Anlegen von Spanngummi

(je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich)

Für die Vertrags-leistung nicht notwendig

16,17

1

12

 

Stillen einer übermäßigen Papillenblutung

 

16,17

2

 

§ 6.1 GOZ

Anwendung von Kariesdetektor

In BEMA/GOZ nicht enthalten

16,17

2

25

 

Indirekte Überkappung

 

16,17

1

 

2030

Anlegen einer Matrize

(je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich)

In der GOZ-Nr. 2120 nicht enthalten

17

1

13b

2080

mo - 2flächige Kompositrestauration in Adhäsivtechnik

Vereinbarung nach § 28.2 SGB V (MKV)

GOZ 2080 abzgl. BEMA 13d

16

1

13c

2100

mod - 3flächige Kompositrestauration in Adhäsivtechnik

Vereinbarung nach § 28.2 SGB V (MKV)

GOZ 2100 abzgl. BEMA 13c

15

1

 

2130

Politur der vorhandenen Füllung od

Im BEMA nicht enthalten

11.06.2014
Berechnung von Cover-Denture-Prothesen und Modellguss-Prothesen auf natürlichen Zähnen, auf Implantaten und als Hybridkonstruktionen – Teil 2

1.   Modellguss-Prothesen

Die Teilprothese nach der GOZ-Nr. 5210 ist eine Form von abnehmbarem Ersatz fehlender Zähne in einem Lücken- bzw. Restgebiss. Sie ist über dentale Auflagen parodontal abgestützt und dient als definitiver Ersatz.

Im Gegensatz zu einer Cover-Denture-Prothese hat die Teilprothese / skelettierte Prothese keinen durchgezogenen Funktionsrand.

Das Prothesengerüst mit seinen Halte- und Stützelementen besteht aus einer Metalllegierung und wird im Einstückgussverfahren hergestellt.

Die Versorgung eines ausschließlich mit Implantaten versorgten zahnlosen Kiefers erfüllt den Leistungsinhalt dieser Nummer nicht und wird daher analog berechnet.

Beispiele:

a)  Modellguss-Teleskop-Prothese auf natürlichen Zähnen

Versorgung im Unterkiefer mit fünf Teleskopkronen auf den natürlichen Zähnen 44,43,33 und 34 und mit einer teleskopierenden Modellguss-Teilprothese.

Da hier ein teilbezahnter Kiefer vorliegt, erfolgt die Berechnung nach der GOZ-Nr. 5210 und 3x 5070.

 b)  Modellguss-Teleskop-Prothese auf Implantaten

Versorgung im Unterkiefer mit fünf Teleskopkronen auf den Implantaten Regio 44,43,42 und 32,34 und mit einer teleskopierenden Modellguss-Teilprothese.

Da hier ein zahnloser Kiefer vorliegt, erfolgt die Berechnung der Prothese analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ. Die Prothesenspannen werden nach der GOZ-Nr. 5070 berechnet.

c)   Modellguss-Teleskop-Prothese als Hybridversorgung

Versorgung im Unterkiefer mit zwei Teleskopkronen auf den natürlichen Zähnen 33,34 und mit zwei Teleskopkronen auf den Implantaten Regio 43,44 und mit einer teleskopierenden Modellguss-Teilprothese.

Da hier kein zahnloser Kiefer vorliegt, erfolgt die Berechnung nach der GOZ-Nr. 5210. Die Prothesensättel werden mit 3x 5070 berechnet.

 Mögliche Analogpositionen:

Geb.-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

5220a

Versorgung eines unbezahnten Kiefers durch eine implantatgetragene Modellguss-Teilprothese, im Oberkiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5220 Versorgung eines zahnlosen Kiefers durch eine totale Prothese oder Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis, im Oberkiefer gem. § 10.4 GOZ

239,31 €

oder

5230a

Versorgung eines unbezahnten Kiefers durch eine implantatgetragene Modellguss-Teilprothese, im Unterkiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5230 Versorgung eines zahnlosen Kiefers durch eine totale Prothese oder Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis, im Unterkiefer gem. § 10.4 GOZ

284,59 €

09.05.2014
Berechnung von Cover-Denture-Prothesen und Modellguss-Prothesen auf natürlichen Zähnen, auf Implantaten und als Hybridkonstruktionen – Teil 1

1.   Cover-Denture-Prothesen

Die GOZ Positionen 5220 und 5230 beschreiben die Versorgung des zahnlosen Ober- bzw. Unterkiefers mit einer Totalprothese.

Die Gebührennummer ist auch dann anzuwenden, wenn Implantate und deren Suprastrukturen in die Versorgung einbezogen werden, die Prothese ihrer zahntechnischen Ausführung nach (Basisgestaltung, umlaufender Funktions-/Ventilrand) jedoch einer Totalprothese gleicht. (Hybrid- / Verbundprothese)

Die Prothese kann mit oder ohne Metallbasis hergestellt werden.

Cover-Denture-Prothesen bei vorhandener Restbezahnung entsprechen nicht dem Leistungsinhalt der Nummer 5220/5230, da kein zahnloser Kiefer vorliegt. Derartige Prothesen sind daher analog zu berechnen.

Beispiele:

a)  Cover-Denture-Prothese im Restzahnbestand

Versorgung im Unterkiefer mit zwei Teleskopkronen auf den natürlichen Zähnen 33 und 43 bei ansonsten zahnlosem Kiefer mit einer Cover-Denture-Prothese.

 

48

47

46

45

44

43

42

41

31

32

33

34

35

36

37

38

B

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TP

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E

E

 ! Da hier kein zahnloser Kiefer vorliegt, erfolgt die Berechnung analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ.

  

b)  Cover-Denture-Prothese auf Implantaten

Versorgung im Unterkiefer einer Cover-Denture-Prothese mit Verankerung auf vier Implantaten Regio 44,42,32 und 34 bei zahnlosem Kiefer.

 

48

47

46

45

44

43

42

41

31

32

33

34

35

36

37

38

B

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STV

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E

E

 ! Da hier ein zahnloser Kiefer vorliegt, erfolgt die Berechnung nach der GOZ-Nr. 5230.

 

c)   Cover-Denture-Prothese als Hybridversorgung

Versorgung im Oberkiefer mit einer Cover-Denture-Prothese auf zwei natürlichen Zähnen 33,34 und zwei Implantaten Regio 43,44.

 

48

47

46

45

44

43

42

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31

32

33

34

35

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STV

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E

E

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TV

E

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E

E

 ! Da hier kein zahnloser Kiefer vorliegt, erfolgt die Berechnung analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ.

 

Hinweis zur Abrechnung:

Die Prothesenspannen werden in jedem Fall nach der GOZ-Nr. 5070 berechnet. Gemäß des Kommentars von Liebold/Raff/Wissing können Prothesenspannen bei Cover-Denture-Prothesen ebenfalls nach der GOZ-Nr. 5070 berechnet werden.

 Mögliche Analogpositionen:

Geb.-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

5220a

Versorgung eines bezahnten Kiefers durch eine Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis, im Oberkiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5220 Versorgung eines zahnlosen Kiefers durch eine totale Prothese oder Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis, im Oberkiefer gem. § 10.4 GOZ

239,31 €

oder

5230a

Versorgung eines bezahnten Kiefers durch eine Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis, im Unterkiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5230 Versorgung eines zahnlosen Kiefers durch eine totale Prothese oder Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis, im Unterkiefer gem. § 10.4 GOZ

284,59 €

oder

5330a

Versorgung durch eine Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis als Hybridkonstruktion gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 5330 Eingliederung einer Resektionsprothese zum Verschluss und zum Ausgleich von Defekten der Kiefer gem. § 10.4 GOZ

362,20 €

 

09.04.2014
Begleitende Leistungen zur Chirurgie – Teil 2

1. Berechnung von Wundverschlüssen

Die Allgemeinen GOZ-Bestimmungen Teil D (Chirurgische Leistungen) beschreiben, dass die primäre Wundversorgung (z. B. Reinigen der Wunde, Glätten des Knochens, Umschneidung, Tamponieren, Wundverschluss ohne zusätzliche Lappenbildung, gegebenenfalls Fixieren eines plastischen Wundverbandes) Bestandteil der Leistungen nach Abschnitt D und somit nicht gesondert berechnungsfähig ist.

Das bedeutet, dass eine plastische Deckung als Wundversorgung ohne zusätzliche Lappenbildung und/oder ohne Periostschlitzung Bestandteil einer chirurgischen Leistung ist und somit nicht zusätzlich berechnet werden kann.

Allerdings bedeutet das auch, dass eine plastische Deckung mit Periostschlitzung oder gar eine zusätzlich notwendige Lappenbildung als selbständige Leistung zusätzlich zu den chirurgischen Leistungen berechnungsfähig ist.

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

3100

Plastische Deckung im Rahmen einer Wundversorgung einschließlich einer Periostschlitzung, je Operationsgebiet (Raum einer zusammenhängenden Schnittführung)

 

Zuschlag:                 

OP Zuschlag GOZ-Nr. 0500

Honorar 1,0fach: 22,50 €

34,93 €

 

Diese Nummer ist berechnungsfähig für den plastischen Wundverschluss nach chirurgischen Maßnahmen, wenn eine Lappenplastik nicht Leistungsinhalt der chirurgischen / implantologischen Hauptleistung ist oder nach den Abrechnungsbestimmungen mit der Erbringung derselben abgegolten ist (z. B. Nummer 3090, 9100). Die Periostschlitzung ist Leistungsinhalt.

Zur Leistungsberechnung tritt der betreffende Zuschlag aus dem Abschnitt L hinzu. Bei dieser Leistung fällt zusätzlich der OP-Zuschlag nach der Nummer 0500 an, sofern es sich um die höchste zuschlagsfähige Leistung am Operationstag handelt und kein OP-Zuschlag aus der GOÄ zur Berechnung kommt.

 

Die GOZ-Nr. 3100 ist berechnungsfähig:

  • wenn eine einfache Readaptation der Wundränder nicht möglich oder nicht indiziert ist.
  • je Operationsgebiet, wobei das OP-Gebiet als der Raum einer zusammenhängenden Schnittführung definiert ist.

 

Die GOZ-Nr. 3100 ist nicht berechnungsfähig:

  • im Zusammenhang mit dem plastischen Verschluss einer Kieferhöhle nach der Nummer 3090
  • für die Vornahme schwieriger Lappenplastiken (z. B. Spaltlappenplastik) – hierfür wird die    GOÄ- Nr. 2382 berechnet.

Abrechnungsbeispiel:

Zahn 48 Bildung eines Mukoperiostlappens und Entfernung des extrem verlagerten Zahnes durch Osteotomie. Wundversorgung mittels plastischer Deckung mit Periostschlitzung und Naht

 

Zahn

Geb.Nr.

Anzahl

Leistung

48

0100

2

Leitungsanästhesie

Begründung: lang dauernder Eingriff

     

Material: Anästhetikum

48

3045

1

Entfernen eines extrem verlagerten und/oder extrem retinierten Zahnes durch umfangreiche Osteotomie

48

0510

1

OP Zuschlag

48

3100

1

Plastische Deckung im Rahmen einer Wundversorgung einschließlich einer Periostschlitzung

Info: OP Zuschlag 0500 kann nicht zusätzlich berechnet werden, da bereits 0510 in Ansatz gebracht wurde.

     

Material: Nahtmaterial

GOÄ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

Ä2382

Schwierige Hautlappenplastik oder Spalthaut-transplantation

 

Zuschlag:                 

OP Mikroskop GOÄ-Nr. 440 (Honorar 1,0fach: 23,31 €)

Laser GOÄ-Nr. 441 (Honorar 1,0fach: 43,07 €)

OP Zuschlag GOÄ-Nr. 443 (Honorar 1,0fach: 43,72 €)

99,06 €

 

Wird im Rahmen einer Wundversorgung eine plastische Deckung  mit zusätzlicher Lappenbildung durchgeführt, stellt diese Leistung eine schwierige Hautlappenplastik nach der GOÄ-Nr. Ä2382 dar und kann gesondert berechnet werden.

Die GOÄ-Nr. 2382 ist ebenfalls berechnungsfähig, wenn Schleimhautteile geschwenkt, gedreht, verschoben oder die Ränder gegeneinander versetzt werden. Papillenregenerationsplastiken können ebenfalls nach der GOÄ-Nr. Ä2382 berechnet werden.

Wichtige Hinweise zu implantologischen Leistungen:

Die schwierige Hautlappenplastik nach der GOÄ-Nr. 2382 ist auch neben den implantologischen Leistungen berechnungsfähig, wenn der Leistungsinhalt über die primäre Wundversorgung hinausgeht.

Achtung - Ausnahme GOZ-Nr. 9100:

Mit der Leistung nach der GOZ-Nr. 9100 (Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation) ist der Wundverschluss einschließlich vollständiger Schleimhautabdeckung abgegolten.

Das bedeutet, dass weder die GOZ-Nr. 3100 (plastische Deckung) noch die GOÄ-Nr. 2382 (schwierige Hautlappenplastik) zusätzlich berechnungsfähig sind.

Weichteilchirurgische Maßnahmen, die nicht der Schleimhautabdeckung des augmentierten Gebietes dienen, sondern aufgrund eigenständiger Indikation erbracht werden, sind gesondert berechnungsfähig.

So sind beispielsweise weichteilplastische Maßnahmen, die der Vertiefung des Vestibulums oder Mundbodens dienen, daneben berechnungsfähig.

 

2. Materialberechnung im Zusammenhang mit chirurgischen Leistungen

§ 4 Abs. 3 Satz 1 GOZ

Mit den Gebühren sind die Praxiskosten einschließlich der Kosten für Füllungsmaterial, für den Sprechstundenbedarf, für die Anwendung von Instrumenten und Apparaten sowie für Lagerhaltung abgegolten, soweit nicht im Gebührenverzeichnis etwas anderes bestimmt ist.


§ 4 Abs. 4 Satz 1 GOZ

Kosten, die nach Absatz 3 mit den Gebühren abgegolten sind, dürfen nicht gesondert berechnet werden.


§ 10 Abs. 2 Nr. 6 GOZ

Die Rechnung muss insbesondere enthalten: bei nach dem Gebührenverzeichnis gesondert berechnungsfähigen Kosten Art, Menge und Preis verwendeter Materialien; die Auslagen sind dem Zahlungspflichtigen auf Verlangen näher zu erläutern.

Die Materialberechnung wurde in der GOZ 2012 sowohl im Paragrafenteil als auch in den Allgemeinen Bestimmungen präzisiert:

Mit der Aufnahme der „Lagerhaltungskosten“ in die abgegoltenen Praxiskosten wird die Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 27.05.2004 – III ZR 264/03 –) übernommen.

Materialkosten im Zusammenhang mit zahnärztlichen Leistungen sind nur dann berechnungsfähig, wenn dies in den allgemeinen Bestimmungen oder bei der Leistungsbeschreibung ausdrücklich vermerkt ist.

Daraus ergeben sich folgende berechnungsfähigen Materialien im Bereich der Chirurgie:

Abschnitt A. – Allgemeine zahnärztliche Leistungen

  • Anästhetikum neben Positionen GOZ-Nrn. 0090 und 0100

 Abschnitt D. – Chirurgische Leistungen

  • Knochenersatzmaterial
  • Materialien zur Förderung der Blutgerinnung
  • Materialien zur Förderung der Geweberegeneration (z.B. Membranen)
  • Materialien zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen     oder zum Schutz wichtiger anatomischer Strukturen (z.B. Nerven)
  • atraumatisches Nahtmaterial
  • einmal verwendbare Explantationsfräsen gem. Allgemeine Bestimmungen Nr. 3
  • konfektionierte apikale Stiftsysteme neben Positionen GOZ-Nrn. 3120 und 3110

Abschnitt E. – Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodontiums

  • Knochenersatzmaterial gem. Allgemeine Bestimmungen
  • Materialien zur Förderung der Blutgerinnung
  • Materialien zur Geweberegeneration (z.B. Membranen)
  • atraumatisches Nahtmaterial
  • Material zur Fixierung von Membranen (z.B. Pins, Gewebekleber, Nadel-Faden-Kombinationen)
  • Materialien zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen oder zum Schutz wichtiger anatomischer Strukturen (z.B. Nerven) gem. Allgemeine Bestimmungen Nr. 2
  • Einmal-Knochenkollektor/-Schaber neben GOZ-Nr. 4110

Abschnitt K. – Implantologische Leistungen

  • Implantate, Implantatteile
  • einmal verwendbare Explantationsfräsen und Implantationsfräsen
  • Knochenersatzmaterial
  • Materialien zur Förderung der Blutgerinnung
  • Materialien zur Förderung der Geweberegeneration (z. B. Membranen)
  • Materialien zur Fixierung von Membranen
  • Materialien zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen oder zum Schutz wichtiger anatomischer Strukturen (z.B. Nerven)
  • atraumatisches Nahtmaterial
  • einmal verwendbare Explantationsfräsen gem. Allgemeine Bestimmungen
  • Röntgenmessschablone neben GOZ-Nr. 9000
  • Orientierungsschablone neben GOZ-Nr. 9003
  • Navigationsschablone neben GOZ-Nr. 9005
  • Fixierungselemente einer Navigationsschablone neben GOZ-Nr. 9005
  • Einmal-Knochenkollektor/-Schaber neben GOZ-Nr. 9090

Wichtige Hinweise zur Materialberechnung:

Die Höhe der Kosten ist vom Zahnarzt auf der Grundlage der Beschaffungskosten und aufgrund des Verbrauchs im individuellen Einzelfall festzulegen.

Die Angaben in der Rechnung müssen das verwendete Material nach Art (z. B. Abformmaterial) Menge und Preis erkennen lassen.

Versandkosten, die im Verkehr mit den gewerblichen Laboratorien, bei Versendung von Unterlagen auf Wunsch des Patienten an einen anderen, weiterbehandelnden Zahnarzt, Gutachter o. ä. entstehen und Kosten für das Mahnwesen können als Ersatz von Auslagen vom Patienten verlangt werden.

Hinweis BZÄK:

Nach Auffassung der Bundeszahnärztekammer lässt sich die Zumutbarkeitsgrenze des BGH-Urteils vom 27. Mai 2004 – III ZR 264/03 auch auf die neue GOZ übertragen. Das Urteil des BGH bezieht sich auf eine allgemeine Feststellung und nicht auf Details aus der vormals alten GOZ. Da die Leistungsvergütung in weiten Teilen gleich blieb oder teilweise heruntergestuft wurde, hat das Urteil grundlegend nicht an Aktualität verloren.

Wie mit der Berechnung der ossären Aufbereitungsinstrumente vergleichbar, gilt die Aussage des BGH auch weiterhin für Auslagen, deren Kosten die zahnärztliche Gebühr in vergleichbarer Weise aufzehren (> 75% des 2,3fachen Satzes).

3. Chirurgische Leistungen, die nicht in die GOZ 2012 aufgenommen wurden

Mit der Neufassung von § 6 Absatz 1 Satz 1 GOZ können Leistungen, die im Gebührenverzeichnis fehlen, analog berechnet werden, egal wann Anwendungsreife bestand und egal aus welchem Grund die Leistung nicht in das Gebührenverzeichnis aufgenommen wurde.

Voraussetzung ist die Erbringung einer nicht im Gebührenverzeichnis enthaltenen selbständigen zahnärztlichen Leistung.

Die selbständige, nicht im Gebührenverzeichnis enthaltene Leistung kann entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses berechnet werden.

Übersicht über selbstständige zahnärztliche gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnender Leistungen im Bereich der Chirurgie:

  • Analgosedierung (Anwendung von Lachgas)
  • Anwendung von Pulsoxymetrie (GOÄ-Nr. 602 nicht geöffnet)
  • Andere Blutstillungsverfahren als bei der GOZ-Nr. 3060 aufgeführt z. B. Elektrotom
  • Anhebung des Nasenbodens
  • Bindegewebstransplantat in einem zahnlosen Bereich
  • Einfache Lappen-OP an einem Implantat
  • Entfernung einer Exostose nicht i. V. m. einer Prothesenversorgung
  • Extraorale Oberflächenanästhesie
  • Extraorale Leitungsanästhesie
  • Heißpackung / Kälteanwendung
  • Knochendeckelmethode im Rahmen einer WSR
  • Mucograft-Verfahren
  • Neurolyse, ggf. mit Nervverlagerung und Neueinbettung (2583, 2584 GOÄ nicht mehr geöffnet)
  • PRGF-Technik / PRP-Technik
  • Reinigung der intraoralen Schleimhaut (FMD)
  • Socket preservation mit Knochenersatzmaterial
  • Socket preservation mit Parasorb sombrero
  • Trepanation des Kieferknochens
  • Wundflächenentkeinumg, Hämostase, Stoffwechselenhancement mit Laser (Softlaser)
  • Zystostomien

Die Bundeszahnärztekammer hat in ihrer Kommentierung der Gebührenordnung für Zahnärzte bewusst auf eine Festlegung auf bestimmte zur analogen Bewertung heranzuziehende Gebührennummern verzichtet.

Eine zahnärztliche Leistung, die analog berechnet werden muss, kann in ihrer Ausgestaltung derart unterschiedlich gewichtet sein, dass die Fixierung auf eine analoge Gebührennummer nicht sachgerecht wäre.

Die BZÄK hat sich deshalb darauf beschränkt, diejenigen Leistungen zu benennen, die einer analogen Berechnung zugänglich sind.

Auch hier gilt:

Jede Analogposition muss praxisindividuell kalkuliert und ermittelt werden. Für die Feststellung der Gleichwertigkeit hat der Zahnarzt Art, Kosten- und Zeitaufwand der neuen Leistung mit der hilfsweise zur Berechnung ausgesuchten Analogleistung zu vergleichen.

  • Das Kriterium der Art der Leistungserbringung stellt im Wesentlichen auf das Ziel der Leistung ab.
  • Der Kostenaufwandvergleicht die Kosten der Leistungserbringung – auch die nach § 4 Absatz 3  abgegoltenen Kosten – und ggf. den Einsatz besonders qualifizierten Personals.
  • Der Zeitaufwand erfordert einen Vergleich der individuell notwendigen Zeit der Leistungserbringung der nicht erfassten Leistung mit dem Zeitaufwand des Zahnarztes für die analog herangezogene Leistung.

Der Zahnarzt hat bei der Analogiebewertung und der Feststellung der Gleichwertigkeit einen Ermessensspielraum. Nicht alle drei Kriterien müssen nebeneinander gleichrangig erfüllt werden, sondern müssen in einer Gesamtschau zur Gleichwertigkeit führen.

 

06.03.2014
Begleitende Leistungen zur Chirurgie – Teil 1

Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ 2012) beschreibt im Abschnitt D die chirurgischen Leistungen. Abschnitt Teil E beschreibt auch chirurgische Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodontiums und in Abschnitt K werden die implantologischen Leistungen zusammengefasst.

Neben den beschriebenen chirurgischen Hauptleistungen sind häufig auch begleitende Leistungen ansatzfähig. Um eine chirurgische Behandlung wirtschaftlich und gebührenrechtlich korrekt abzurechnen sind diese begleitenden Leistungen zwingend notwendig.

  1. GOZ 2012 Abschnitt L - Zuschläge zu bestimmten zahnärztlich-chirurgischen Leistungen

Die Zuschläge für bestimmte zahnärztlich-chirurgische Leistungen dienen dem Ausgleich für die entstehenden Kosten bei ambulanten Eingriffen in der zahnärztlichen Praxis. Sie dienen u. a. zur Abgeltung der Kosten für die Aufbereitung wiederverwendbarer Operationsmaterialien bzw. -geräte sowie von Materialien, die mit der einmaligen Verwendung verbraucht, aber nicht gesondert berechnungsfähig sind.

Die Zuschläge sind nur für die ausdrücklich genannten Leistungen ansatzfähig.

  • Die Höhe bemisst sich nach dem Umfang des Eingriffs und ist abhängig von der jeweiligen Punktzahl, die der chirurgischen Leistung zugrunde liegt.
  • Die Zuschläge sind in der Rechnung unmittelbar im Anschluss an die zugeordnete zahnärztlich-chirurgische Leistung aufzuführen.

GOZ OP-Zuschläge:

Zuschlag

Leistung

Honorar 1,0fach

0500

Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 250 bis 499 Punkten bewertet sind, oder zu den Leistungen nach den Nummern 4090 oder 4130

 

Hinweis:

Die Nummern 4090 und 4130 können unabhängig von ihrer Bewertung den Zuschlag 0500 erhalten.

22,50 €

 

Der Zuschlag nach der GOZ-Nr. 0500 ist neben den nachfolgenden Leistungen berechnungsfähig:

GOZ-Nr.

Leistung

3020

Entfernung eines tief frakturierten oder tief zerstörten Zahnes

3030

Entfernung eines Zahnes / Implantats durch Osteotomie

3090

Plastischer Verschluss einer eröffneten Kieferhöhle

3100

Plastische Deckung einschließlich Periostschlitzung

3110

Resektion einer Wurzelspitze an einem Frontzahn

3130

Hemisektion und Teilextraktion eines mehrwurzeligen Zahnes

3190

Zystektomie in Verbindung mit einer Osteotomie oder Wurzelspitzenresektion

3230

Knochenresektion am Alveolarfortsatz

3250

Tuberplastik, einseitig

3280

Diastemaoperation

4090

Lappenoperation, offene Kürettage an einem Frontzahn

4100

Lappenoperation, offene Kürettage an einem Seitenzahn

4130

Gewinnung und Transplantation von Schleimhaut

9090

Knochengewinnung und –implantation

9160

Entfernung unter der Schleimhaut liegender Materialien

 

Zuschlag

Leistung

Honorar 1,0fach

0510

Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 500 bis 799 Punkten bewertet sind.

42,18 €

 

Der Zuschlag nach der GOZ-Nr. 0510 ist neben den nachfolgenden Leistungen berechnungsfähig:

GOZ-Nr.

Leistung

3040

Entfernung eines retinierten, impaktierten oder verlagerten Zahnes durch Osteotomie

3045

Entfernen eines extrem verlagerten und/oder extrem retinierten Zahnes durch Osteotomie

3120

Resektion einer Wurzelspitze an einem Seitenzahn

3140

Reimplantation eines Zahnes

3160

Transplantation eines Zahnes

3200

Zystektomie

3240

Vestibulumplastik oder Mundbodenplastik kleineren Umfangs

3260

Freilegen eines retinierten oder verlagerten Zahnes

3270

Germektomie

9020

Insertion eines temporären Implantates

9140

Intraorale Entnahme von Knochen außerhalb des Aufbaugebiets

9150

Fixation des Augmentates durch Osteosynthesemaßnahmen

9170

Entfernung im Knochen liegender Materialien durch Osteotomie

Zuschlag

Leistung

Honorar 1,0fach

0520

Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 800 bis 1199 Punkten bewertet sind

73,11 €

 

Der Zuschlag nach der GOZ-Nr. 0520 ist neben den nachfolgenden Leistungen berechnungsfähig:

GOZ-Nr.

Leistung

4133

Gewinnung und Transplantation von Bindegewebe

 

Zuschlag

Leistung

Honorar 1,0fach

0530

Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 1200 und mehr Punkten bewertet sind

123,73 €

 

Der Zuschlag nach der GOZ-Nr. 0530 ist neben den nachfolgenden Leistungen berechnungsfähig:

GOZ-Nr.

Leistung

9010

Implantatinsertion

9100

Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen

9110

Interner Sinuslift

9120

Externer Sinuslift

9130

Spaltung und Spreizung von Knochensegmenten (Bone Splitting), auch vertikale Distraktion des Alveolarfortsatzes

 

Bei Erbringung mehrerer operativer Leistungen in einer Sitzung ist ein Aufsummieren mehrerer Zuschläge nicht möglich. Grundlage für den Ansatz eines Zuschlages ist diejenige Operationsleistung, die mit der höchsten Punktzahl belegt ist.

Ein Operationszuschlag ist nur einmal je Behandlungstag berechenbar.

2. GOZ 2012 Abschnitt A - Allgemeine zahnärztliche Leistungen

Neben den bereits erläuterten chirurgischen Zuschlägen wurden in die GOZ 2012 auch Zuschläge für den Einsatz eines OP Mikroskops bzw. eines Lasers aufgenommen.

Zuschlag OP Mikroskop

Zuschlag

Leistung

Honorar 1,0fach

0110

Zuschlag für die Anwendung eines Operationsmikroskops bei den Leistungen nach den Nummern 2195, 2330, 2340, 2360, 2410, 2440, 3020, 3030, 3040, 3045, 3060, 3110, 3120, 3190, 3200, 4090, 4100, 4130, 4133, 9100, 9110, 9120, 9130 und 9170

22,50 €

 

Der Zuschlag nach der GOZ-Nr. 0110 ist ausschließlich neben den nachfolgenden Leistungen berechnungsfähig:

GOZ-Nr.

Leistung

2195

Schraubenaufbau oder Glasfaserstift

2330

Erhaltung der vitalen Pulpa, indirekte Überkappung

2340

Erhaltung der vitalen Pulpa, direkte Überkappung

2360

Exstirpation der vitalen Pulpa

2410

Aufbereitung eines Wurzelkanals

2440

Füllung eines Wurzelkanals

3020

Entfernung tief frakturierter oder tief zerstörter Zahn

3030

Zahnentfernung durch Osteotomie

3040

Zahnentfernung (retiniert/impaktiert/verlagert) durch Osteotomie

3045

Zahnentfernung (extrem retiniert/verlagert) durch Osteotomie

3060

Stillung einer Blutung durch Abbinden/Knochenbolzung

3110

Wurzelspitzenresektion am Frontzahn

3120

Wurzelspitzenresektion am Seitenzahn

3190

Zystektomie in Verbindung mit Osteotomie oder WSR

3200

Zystektomie

4090

Lappenoperation, offene Kürettage an einem Frontzahn

4100

Lappenoperation, offene Kürettage an einem Seitenzahn

4130

Gewinnung und Transplantation von Schleimhaut

4133

Gewinnung und Transplantation von Bindegewebe

9100

Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation

9110

Interner Sinuslift

9120

Externer Sinuslift

9130

Spaltung und Spreizung von Knochensegmenten (Bone Splitting)

9170

Entfernung im Knochen liegender Materialien

 

Wichtig:

Der Zuschlag für die Anwendung eines OP Mikroskops Nr. 0110 ist nicht berechnungsfähig neben Leistungen die nicht im Leistungstext aufgeführt sind.

  • Wird bei einer nicht zuschlagsberechtigten GOZ-Leistung ein OP-Mikroskop zum Einsatz gebracht, ist für diese GOZ-Leistung der Steigerungsfaktor aufwandsgerecht anzupassen. Eine abweichende Honorarvereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ ist ebenfalls möglich.
  • Eine analoge Berechnung für den Einsatz eines OP Mikroskops ist nicht möglich.
  • Die Anwendung einer Lupenbrille kann nicht mit dem Zuschlag nach Nr. 0110 in Ansatz gebracht werden.

Die Zuschlagspositionen 0110, 0120 und 0500 bis 05300 sind immer nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnungsfähig, es sei denn, der Zuschlag wird nach § 2 Abs. 1 GOZ frei vereinbart.

Das bedeutet, dass eine abweichende Honorarvereinbarung (§ 2 Abs. 1 und 2 GOZ) für die GOZ-Zuschläge möglich ist.

 Formularbeispiel zu einer abweichender Honorarvereinbarung

Vereinbarung

gemäß § 2 Absatz 1 GOZ

zwischen

 

 

Herrn/Frau

Patient/Zahlungspflichtiger oder dessen gesetzlicher Vertreter

Anschrift

und

 

Herrn/Frau

Zahnarzt/Zahnärztin

 

Gemäß § 2 Absatz 1 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) werden für folgende Leistungen die aufgeführten Gebühren vereinbart:

 

Zahn  Gebiet/Region

Gebühren-Nummer

Bezeichnung der Leistung

Steigerungs-satz

Betrag

16

0110

Zuschlag für die Anwendung eines Operationsmikroskops im Zusammenhang mit der GOZ-Nr. 4100

3,5

78,75

16

0120

Zuschlag für die Anwendung eines Lasers im Zusammenhang mit der GOZ-Nr. 4100

5,0

77,35

16

0500

Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen (OP-Zuschlag) im Zusammenhang mit der GOZ-Nr. 4100

2,0

45,00

Summe:

201,10

 

Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Erstattung der Vergütung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht im vollen Umfang gewährleistet ist.

 

Dem Zahlungspflichtigen (oder dessen gesetzlichen Vertreter) wurde eine Ausfertigung dieser Vereinbarung ausgehändigt.

 

Ort, Datum

 

Unterschrift

Patient / Zahlungspflichtiger

oder dessen gesetzlicher Vertreter

Unterschrift

Zahnarzt / Zahnärztin

 

 

 

 

Zuschlag Laser

Zuschlag

Leistung

Honorar 1,0fach

0120

Zuschlag für die Anwendung eines Lasers bei den Leistungen nach den Nummern 2410, 3070, 3080, 3210, 3240, 4080, 4090, 4100, 4130, 4133 und 9160

100 v.H. des einfachen Gebührensatzes der betreffenden Leistung

 

Der Zuschlag nach der GOZ-Nr. 0120 ist ausschließlich neben den nachfolgenden Leistungen berechnungsfähig:

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 1,0fach

2410

Aufbereitung eines Wurzelkanals

22,05

3070

Exzision von Schleimhaut

2,53

3080

Exzision einer Schleimhautwucherung

8,44

3210

Beseitigung störender Schleimhautbänder

7,87

3240

Vestibulum- / Mundbodenplastik, kleineren Umfangs

30,93

4080

Gingivektomie, Gingivoplastik

2,53

4090

Lappenoperation an einem Frontzahn

10,12

4100

Lappenoperation an einem Seitenzahn

15,47

4130

Gewinnung / Transplantation von Schleimhaut

10,12

4133

Gewinnung / Transplantation von Bindegewebe

49,49

9160

Entfernung unter der Schleimhaut liegender Materialien

18,56

 

Wichtig:

  • Die Zuschlagsposition nach der GOZ-Nr. 0120 kann nur neben den genannten Positionen berechnet werden.
  • Wird bei einer nicht zuschlagsberechtigten GOZ-Leistung ein Laser als besondere Ausführung zum Einsatz gebracht (z.B. als Skalpellersatz), ist für diese GOZ-Leistung der Steigerungsfaktor aufwandsgerecht anzupassen. Eine abweichende Honorarvereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ ist ebenfalls möglich.
  • Wird mit dem Laser eine eigenständige Leistung (z.B. Dekontamination einer Zahnfleischtasche) erbracht, kann die Anwendung eines Lasers gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.

In den folgenden Fällen stellt die Anwendung eines Lasers eine eigenständige Leistung dar, die analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden kann:

  • Dentinflächenentkeimung und -Konditionierung mittels Laser
  • Wundflächenentkeimung, Hämostase, Stoffwechselenhancement mit Laser (Softlaser)
  • Antimikrobiellen Photodynamischen Therapie (aPDT)
  • Keimreduktion der Zahnfleischtasche mittels Laser bei geschlossener PAR
  • Dekontamination eines Wurzelkanals (nicht in gleicher Sitzung mit Nr. 2410 möglich, da hier der Zuschlag für Laser nach Nr. 0120 greift.)
  • Behandlung einer Virusinfektion (z. B. Herpes labialis) oder dergleichen

Wichtige Hinweise zur Ermittlung einer Analogposition:

Jede Analogleistung muss praxisintern kalkuliert und ermittelt werden.

Welche nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung dabei aus der GOZ bzw. der GOÄ als Analogleistung herangezogen wird, liegt allein im Ermessen des Zahnarztes.

 

23.01.2014
Berechnungsmöglichkeiten bei der Freilegung eines Implantates

 

Geb.-Nr.

Leistung

Honorar     2,3fach

Honorar 3,5fach

9040

Freilegen eines Implantats und Einfügen eines oder mehrerer Aufbauelemente (z. B. eines Gingivaformers) bei einem zweiphasigen Implantatsystem

80,98 €

 

123,23 €

 

Implantate werden nach ihrer knöchernen subgingivalen Einheilung in der zweiten Behandlungsphase für die prothetische Versorgung freigelegt. Dabei wird die Gingiva oberhalb des Implantatskopfes chirurgisch entfernt.

Die Implantat-Verschlussschraube wird nach der Exzision der darüberliegenden Schleimhaut entfernt und in der Regel durch einen Gingivaformer o. Ä. ersetzt.

Durch diese Maßnahme bildet sich um den Hals des freigelegten Implantats oder eines zusätzlichen Aufbauelements (Abutment) eine natürliche Gingivamanschette. Art und Anzahl dieser Aufbauelemente variieren zwischen den unterschiedlichen Implantatsystemen.

Zusätzlich berechnungsfähige Leistungen

  • plastische Deckung im Rahmen einer Wundversorgung (GOZ-Nr. 3100)
  • Hautlappenplastiken (GOÄ-Nrn. 2381 und 2382)
  • Schleimhauttransplantationen (GOZ-Nr. 4130)
  • Bindegewebstransplantationen (GOZ-Nr. 4133)
  • Beseitigen störender Schleimhautbänder (GOZ-Nr. 3210)
  • Vestibulumplastik oder Mundbodenplastik (GOZ-Nr. 3240)
  • Tuberplastik (GOZ-Nr. 3250)
  • partielle oder totale Vestibulum- oder Mundbodenplastik (GOÄ-Nrn. 2675 und 2676)
  • Schlotterkammentfernungen (GOÄ-Nrn. 2670 und 2671)

Mit der GOZ Position 9040 sind folgende Leistungen abgegolten:

  • die chirurgische Freilegung eines Implantates, bei einem zweiphasigen Implantatsystem (z.B. Stanzung oder einfache Schlitzung)
  • das Entfernen der Abdeckschraube sowie das Einfügen eines oder mehrerer Implantatteile
  • der einfache Wundverschluss ohne Lappenbildung

Wichtig:

Obwohl die GOZ-Nr. 9040 eine chirurgische Leistung ist, kann kein OP Zuschlag nach dan GOZ Positionen 0500 bis 0530 in Ansatz gebracht werden.

Wenn allerdings zusätzliche weichgewebschirurgische Leistungen wie Mukosa- oder Gingivaplastiken erfolgen, können diese nach den entsprechenden GOÄ Positionen mit GOÄ OP Zuschlägen zusätzliche berechnet werden.

Zur besseren Übersicht nachfolgend zwei Abrechnungsbeispiele

Freilegung eines Implantats regio 25 mit Roll-Lappen-Plastik:

Zahn

Geb.Nr.

Anzahl

Leistung

25

0090

2

Injektion

Hinweis / Begründung: Mehrfachanästhesie bei lang dauernden chirurgischen Eingriff)

     

Material: Anästhetikum

25

9040

1

Freilegen eines Implantats

Info: diese Leistung ist nach GOZ nicht zuschlagsberechtigt

25

Ä2382

1

Schwierige Hautlappenplastik (Rolllappenplastik)

Info: diese Leistung ist nach GOÄ zuschlagsberechtigt

 

Ä443

1

OP Zuschlag (GOÄ) zur Nr. Ä2382

     

Material: Nahtmaterial

25

Ä440

1

Zuschlag OP Mikroskop (GOÄ) zur Nr. Ä2382

Info: keine abweichende Honorarvereinbarung möglich

25

Ä441

1

Zuschlag Laser (GOÄ) zur Nr. Ä2382

Info: keine abweichende Honorarvereinbarung möglich

 Wichtig:

Fallen an einem Behandlungstag sowohl zuschlagsberechtigte Leistungen aus der GOZ sowie aus der GOÄ an, kann nur einer der beiden Zuschläge berechnet werden.

Dabei obliegt es dem Zahnarzt ob er den Zuschlag aus der GOZ oder GOÄ in Ansatz bringt.

Freilegung eines Implantats regio 36 mit Entfernung von Osteosynthesematerial / Knochenschrauben und Durchführung einer schwierigen Hautlappenplastik

Zahn

Geb.Nr.

Anzahl

Leistung

36

0100

1

Leitungsanästhesie

36

0090

1

Infiltrationsanästhesie

Hinweis / Begründung: notwendig um eine ausreichende Anästhesietiefe zu erzielen

     

Material: Anästhetikum

36

9040

1

Freilegen eines Implantats

36

9170

1

Entfernung von Fixationsschrauben

36

Ä2382

1

Schwierige Hautlappenplastik

 

Ä443

 

 

Alternativ:

0510

1

 

 

 

1

OP Zuschlag (GOÄ) zur Nr. Ä2382

Honorar 1,0fach: 43,72 €

(eine abweichende Honorarvereinbarung ist nicht möglich)

OP Zuschlag (GOZ) zur Nr. 9170

Honorar 1,0fach: 42,18 €

(abweichende Honorarvereinbarung über 1,0 ist gem. § 2.1 GOZ möglich)

     

Material: Nahtmaterial

 

Ä440

 

 

Alternativ:

0510

1

 

 

 

1

Zuschlag OP Mikroskop (GOÄ) zur Nr. Ä2382

Honorar 1,0fach: 23,31 €

(eine abweichende Honorarvereinbarung ist nicht möglich)

Zuschlag OP Mikroskop (GOZ) zur Nr. 9170

Honorar 1,0fach: 22,50 €

(abweichende Honorarvereinbarung über 1,0 ist gem. § 2.1 GOZ möglich)

 

Ä441

1

Zuschlag Laser (GOÄ) zur Nr. Ä2382

Info: keine alternative GOZ Zuschlagsposition möglich, da die Nr. 9170 nicht bei den zuschlagsberechtigten Positionen nach Nr. 0120 aufgelistet ist.

19.12.2013
Reposition eines dislozierten Zahnfragments mittels Adhäsivtechnik

Das Wiederbefestigen einer abgebrochenen Zahnkante wurde nicht in die GOZ 2012 aufgenommen. Medizinisch notwendige zahnärztliche Leistungen, die nicht in der GOZ abgebildet wurden, können gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.

Beispiel:

Geb.-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

2120a

Reposition eines dislozierten Zahnfragments mittels Adhäsivtechnik gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2120 Präparieren einer Kavität und Restauration mit Kompositmaterialien, in Adhäsivtechnik, mehr als dreiflächig gem. § 10.4 GOZ

99,60 €

 

Auch hier gilt:

Jede Analogposition muss praxisindividuell kalkuliert und ermittelt werden. Für die Feststellung der Gleichwertigkeit hat der Zahnarzt Art, Kosten- und Zeitaufwand der neuen Leistung mit der hilfsweise zur Berechnung ausgesuchten Analogleistung zu vergleichen.

  • Das Kriterium der Art der Leistungserbringung stellt im Wesentlichen auf das Ziel der Leistung ab.
  • Der Kostenaufwand vergleicht die Kosten der Leistungserbringung – auch die nach § 4 Absatz 3 abgegoltenen Kosten – und ggf. den Einsatz besonders qualifizierten Personals.
  • Der Zeitaufwand erfordert einen Vergleich der individuell notwendigen Zeit der Leistungserbringung der nicht erfassten Leistung mit dem Zeitaufwand des Zahnarztes für die analog herangezogene Leistung.

Der Zahnarzt hat bei der Analogiebewertung und der Feststellung der Gleichwertigkeit einen Ermessensspielraum. Nicht alle drei Kriterien müssen nebeneinander gleichrangig erfüllt werden, sondern müssen in einer Gesamtschau zur Gleichwertigkeit führen.

30.10.2013
Berechnung eines präendodontischen Aufbaus

Die Anfertigung eines präendodontischen Aufbaus ist dann gefordert, wenn der Zugang zum Wurzelkanalsystem im Rahmen einer Wurzelbehandlung nicht ausreichend von dem den Zahn umgebenden Gewebe isoliert werden kann und / oder wenn eine Stabilisierung der Zahnkrone während der endodontischen Therapie, die sich über mehrere Sitzungen erstrecken kann, zu erzielen ist und die Frakturgefahr während der Behandlungszeit dadurch reduziert werden kann.

Die Leistung "Präendodontischer Aufbau" ist weder in der GOZ noch in der GOÄ beschrieben.

Medizinisch notwendige zahnärztliche Leistungen, die nicht in die GOZ 2012 aufgenommen wurden, können gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.

Mögliche analoge Positionen können sein:

Geb.-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3 fach

2150a

Präendodontischer Aufbau zur sterilen Offenhaltung der Kanaleingänge gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2150 einflächige Einlagefüllung gemäß § 10 Abs. 4 GOZ

147,60 €

2160a

Präendodontischer Aufbau zur sterilen Offenhaltung der Kanaleingänge gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2160 zweiflächige Einlagefüllung gemäß  § 10 Abs. 4 GOZ

175,41 €

2170a

Präendodontischer Aufbau zur sterilen Offenhaltung der Kanaleingänge gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2170 mehrflächige Einlagefüllung gemäß § 10 Abs. 4 GOZ

221,07 €

 

Wichtiger Hinweis:

Die abgebildeten analogen Positionen sind nur Beispiele. Jede analoge Leistung muss praxisintern kalkuliert und ermittelt werden. Welche Gebührenpositionen zur analogen Berechnung herangezogen wird, liegt allein im Ermessen des Zahnarztes.

Berechnung bei GKV Patienten:

Die Berechnung erfolgt als Privatleistung. Für den präendodontischen Aufbau muss mit dem GKV Patienten eine schriftliche Privatvereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ getroffen werden.

Eine Vereinbarung gemäß § 28 Abs. 2 SGB V (Mehrkosten bei Füllungen) ist für diese Leistung nicht möglich.

Dies wird auch durch die KZBV in der Veröffentlichung „Schnittstellen zwischen Bema und GOZ“ in den Erläuterungen zu der GOZ-Nr. 2180 bestätigt.

01.10.2013
Berechnung einer „socket preservation“ zum Erhalt der knöchernen Alveole

Der Ausschuss Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat in enger Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) eine Beurteilung knochenchirurgischer Leistungen bzw. Leistungskombinationen erarbeitet.

Auf Basis dieser Beurteilung nachfolgend die möglichen Leistungskombinationen einer „socket preseration“ und deren korrekte Berechnung

 

1.   „socket preservation“, je Zahnalveole oder Defekt nach Entfernung eines Implantates mit Knochen aus OP-Gebiet

Gebühren-Nr.

Leistung

9090

Knochengewinnung (z. B. Knochenkollektor oder Knochen-schaber), Knochenaufbereitung und -implantation, auch zur Weichteilunterfütterung

0500

Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen

 

2.   „socket preservation“, je Zahnalveole oder Defekt nach Entfernung eines Implantates mit Knochenersatzmaterial

Gebühren-Nr.

Leistung

§ 6.1 GOZ

„socket preservation“, je Zahnalveole oder Defekt nach Entfernung eines Implantates mit Knochenersatzmaterial

gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. …. gem. § 10.4 GOZ

 

Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass jede analoge Position praxisindividuell kalkuliert und ermittelt werden muss.

3.   „socket preservation“, je Zahnalveole oder Defekt nach Entfernung eines Implantates mit Knochen aus OP-Gebiet und Knochenersatzmaterial

Gebühren-Nr.

Leistung

9090

Knochengewinnung (z. B. Knochenkollektor oder Knochen-schaber), Knochenaufbereitung und -implantation, auch zur Weichteilunterfütterung

0500

Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen

§ 6.1 GOZ

„socket preservation“, je Zahnalveole oder Defekt nach Entfernung eines Implantates mit Knochenersatzmaterial

gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. …. gem. § 10.4 GOZ

02.09.2013
Adhäsive Befestigungen bei GKV Patienten

Eine Leistung nach der Nr. 2197 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da sie im Sachleistungskatalog der GKV nicht enthalten ist.

Die Nr. 2197 GOZ ist zum Beispiel berechnungsfähig für die adhäsive Befestigung einer Aufbaufüllung, eines gegossenen Aufbaus mit Stiftverankerung nach Nr. 2190, eines Schraubenaufbaus oder Glasfaserstifts o. Ä. nach Nr. 2195, von konfektionierten Kronen, provisorischen Kronen, Kronen/Brücken nach den Nrn. 20a – c und 91a – d BEMA, für die adhäsive Wiedereingliederung von Kronen und Brücken, für die Wiedereingliederung einer Adhäsivbrücke oder bei der Erneuerung oder dem Wiedereinsetzen einer Facette, Verblendschale oder dergleichen.

Hinweis zu prothetischen Versorgungen in der GKV:

Die Vereinbarung einer Leistung nach Nr. 2197 GOZ führt zur Einstufung als gleichartige Versorgung.

Sie führt aber nicht dazu, dass Regelversorgungsbestandteile, beispielsweise eine Krone nach BEMA, nach GOZ abgerechnet werden können.

Erläuterung:

Bisher löste z. B. das adhäsive Rezementieren einer Krone die Berechnung nach GOZ (Positionen 2310 oder 2320) auf Teil 2 des Heil- und Kostenplans aus.

Aufgrund der Neubewertung von vereinbarungsfähigen Leistungen aus der GOZ für Kassenpatienten durch die KZBV ergibt sich nun aber folgende Berechnung:

Das Rezementieren wird in jedem Fall nach der Nr. 24a BEMA als Regelversorgung berechnet.

Durch die Verwendung eines (selbst-)adhäsien Materials wird diese Versorgung mit der Berechnung der Nr. 2197 GOZ auf Teil 2 des Heil- und Kostenplans als gleichartig eingestuft.

Beispiel:

Heil- und Kostenplan Teil 1

BEMA-Nr.

FZ

46 Krone wiederbefestigt

24a

6.8

Heil- und Kostenplan Teil 2

GOZ-Nr.

BEB 97 ZA-Praxis

46 adhäsive Befestigung

2197

 

Keramik/Gegossenes Glas konditionieren

 

5306

 

Die Vorbereitung der Kontaktflächen eines zahntechnischen Werkstückes durch z. B. Anätzen oder Sandstrahlen ist als zahntechnische Leistung zusätzlich berechnungsfähig.

12.07.2013
Der Einsatz eines OP-Mikroskops kann nicht als selbständige Leistung analog berechnet werden

Der Einsatz eines OP-Mikroskops kann nicht als selbständige Leistung analog berechnet werden.

Besonders bei aufwändigen Endodontiebehandlungen stellt sich immer wieder die Frage nach einer aufwandsgerechten Honorierung der Leistung. In der Vergangenheit wurde dabei der Einsatz eines OP-Mikroskops zur Diagnose als analoge Leistung in Ansatz gebracht.

Leider ist diese Berechnungsmöglichkeit nicht mehr gegeben.

Die Bundeszahnärztekammer führt aus:

„Bei der Anwendung eines OP-Mikroskops im Zusammenhang mit den aufgeführten konservierenden, endodontischen, chirurgischen, parodontalchirurgischen und implantologischen Leistungen kann ein Zuschlag berechnet werden. Der Zuschlag ist jedoch nur einmal je Behandlungstag und nur neben einer der oben abschließend aufgeführten Leistungen ansatzfähig. Die Anwendung einer Lupenbrille oder eines Endoskops berechtigt nicht zum Ansatz der Nummer 0110. Die Nummer 0110 ist nur berechnungsfähig als Zuschlag zu den in der Leistungsbeschreibung enumerativ abschließend benannten Gebührennummern.

In anderen Fällen ist die Anwendung des Operationsmikroskops gemäß § 5 Abs. 2, bzw. § 2 Abs. 1 und 2 GOZ bei der Bemessung der Grundleistung berücksichtigungsfähig.

Die Leistung ist eine Zuschlagsposition und kann daher nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnet werden, es sei denn, der Zuschlag wird nach § 2 Abs. 1 GOZ frei vereinbart.“

Das bedeutet, dass eine Berechnung als selbständige zahnärztliche Leistung gemäß § 6 Absatz 1 GOZ analog nicht möglich ist.

Um ein aufwandsgerechtes Honorar zu erzielen ergeben sich folgende Möglichkeiten:

1.   Berechnung bei Anwendung eines OP-Mikroskops bei Leistungen, die zuschlagsberechtigt sind.

Hier kann eine abweichende Honorarvereinbarung für die GOZ-Nr. 0100 „Zuschlag für die Anwendung eines Operationsmikroskops“ gemäß § 2 Abs. 1 und 2 (Faktor über 1,0fach) mit dem Patienten getroffen werden.

2.   Anwendung eines OP-Mikroskops bei Leistungen, die nicht zuschlagsberechtigt sind

Die Anwendung eines OP-Mikroskops stellt eine Zuschlagsleistung dar, die nur neben den in der Leistungsbeschreibung zur GOZ-Nr. 0110 genannten GOZ-Nrn. berechnet werden kann.

Wird bei nicht zuschlagsberechtigten GOZ-Leistungen ein OP-Mikroskop angewandt, ist für die betroffene GOZ-Leistung eine Honorarvereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ zu empfehlen.

Hinweis zur Berechnung bei GKV Patienten:

Die Bundes-KZV hat klargestellt, dass eine Vereinbarung der Nr. 0110 GOZ mit Versicherten der GKV neben einer Sachleistung nicht möglich ist, da es sich bei der Nummer 0110 GOZ um eine Zuschlagsposition handelt und keine eigenständige Leistung beschrieben wird.

Die Anwendung des OP-Mikroskops bei einer zahnärztlichen Leistung ist untrennbar mit einer zuschlagsberechtigten GOZ Leistung verbunden.

Eine Trennung zwischen vertragszahnärztlicher Leistung und der Verwendung eines OP-Mikroskops ist nicht möglich. Die Anwendung des OP-Mikroskops setzt voraus, dass auch als Hauptleistung eine GOZ Leistung vereinbart ist.

Der Ansatz der Zuschlagsposition bleibt daher auf die im Leistungstext abschließend aufgezählten Gebührennummern der GOZ beschränkt.

Das bedeutet, dass mit gesetzlich versicherten Patienten im Rahmen einer vertragszahnärztlichen Behandlung keine Vereinbarung über den Einsatz eines OP-Mikroskops getroffen werden kann.

In der Endodontie können allenfalls abweichende Honorarvereinbarungen gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ für vereinbarte Zusatzleistungen wie z.B. die GOZ-Nr. 2400 (ELM) oder 2420 (Phys) mit dem Patienten getroffen werden.

11.06.2013
Die Anfertigung von Fotos zur Planung ist als zahnärztliche Leistung berechnungsfähig.

Die Anfertigung von Fotos zur Planung ist als zahnärztliche Leistung berechnungsfähig.

Intraorale und extraorale Fotoaufnahmen, die eine andere als eine kieferorthopädische Auswertung erfahren, können als selbstständige zahnärztliche Leistung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.

Gemäß den Erläuterungen der Bundeszahnärztekammer betrifft diese Berechnungsmöglichkeit alle Gebührenabschnitte der GOZ.

So beinhaltet z.B. die GOZ-Nr. 9000 (Implantatbezogene Analyse) zwar u.a. die Auswertung von Fotos zur Feststellung der Implantatposition nicht aber die Herstellung dieser Fotos.

Als mögliche Analogposition kann die GOZ-Nr. 6000 (Profil- oder Enfacefotografie) herangezogen werden.

Beispiel:

Geb.Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

6000a

Herstellung einer intraoralen / extraoralen Fotoaufnahme zur zahnärztlichen Auswertung, Analyse und Behandlungsplanung gem. § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 6000 Profil- oder Enfacefotografie einschließlich kieferorthopädischer Auswertung gem. § 10 Abs. 4

10,35 €

Die Anfertigung von Fotoaufnahmen, die reinen Dokumentationszwecken dient, kann gem. § 9 GOZ als zahntechnische Leistung berechnet werden:

BEB-Nr.

Leistung

Betrag

0706

Foto oder Video Dokumentation

Berechnungshinweise: je Fall.

frei kalkulierbar

 

 

30.04.2013
Die korrekte Berechnung von Notfallversorgungen gemäß GOZ 2012 analog § 6 Abs. 1 – Teil 2

1.   Adhäsive Befestigung von künstlichen / natürlichen Zähnen als Provisorium

Die Adhäsive Befestigung von künstlichen / natürlichen Zähnen als Provisorium wurde in die GOZ 2012 nicht aufgenommen. Die Leistung wird analog nach § 6.1 GOZ berechnet.

Nachfolgend ein Beispiel zur analogen Berechnung:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

5150a

Adhäsive Befestigung von künstlichen / natürlichen Zähnen als Provisorium  gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr.5150 Versorgung eines Lückengebisses mit Hilfe einer durch Adhäsivtechnik befestigten Brücke, für die erste zu überbrückende Spanne gem. § 10.4 GOZ

94,43 €

zzgl. Begleit- und BEB- Leistungen

 

Hinweis GKV:

GKV Patienten erhalten den Festzuschuss 5.1 für die andersartige Versorgung über den HKP. Die Berechnung erfolgt nach GOZ gem. § 6.1 analog auf HKP Teil 2.

2.   Postendodontischer Aufbau mit Stiftaufbau ohne Krone

Der Postendodontischer Aufbau mit Stiftaufbau ohne Krone – Versorgung mittels adhäsier Füllung – wurde in die GOZ 2012 nicht aufgenommen. Die Leistung wird gem. BZÄK analog nach § 6 Absatz 1 GOZ  für den Stift und 2050ff. für die Füllung berechnet.

Nachfolgend ein Beispiel zur analogen Berechnung:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

2190a         

Postendodontischer Aufbau mit Stiftaufbau ohne Aufnahme einer Krone gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr.2190 Vorbereitung eines zerstörten Zahnes durch gegossenen Aufbau mit Stiftverankerung zur Aufnahme einer Krone gem. § 10.4 GOZ

58,21 €

zzgl. Begleit- und BEB- Leistungen

oder

 

 

5030a

Postendodontischer Aufbau mit Stiftaufbau ohne Aufnahme einer Krone gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr.5030 Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke oder Prothese: je Pfeilerzahn oder Implantat als Brücken- oder Prothesenanker mit einer Wurzelkappe mit Stift gem. § 10.4 GOZ

191,84 €

 zzgl. Begleit- und BEB- Leistungen

 

Die notwendige Rekonstruktion des Zahnes mittels adhäsiver Füllung wird, in der Regel, nach GOZ-Nr. 2120 berechnet:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

2120

Präparieren einer Kavität und Restauration mit Kompositmaterialien, in Adhäsivtechnik (Konditionieren), mehr als dreiflächig, ggf. einschließlich Mehrschichttechnik, einschließlich Polieren, ggf. einschließlich Verwendung von Inserts

99,60 €

 

Hinweis GKV:

Kriterium des Festzuschuss 1.4 ist der endodontisch behandelte Zahn mit der Notwendigkeit eines konfektionierten metallischen Stiftaufbaus mit herkömmlichen Zementierungsverfahren. Es handelt sich um einen Zusatzbefund zu Kronenversorgungen. Eine Leistung der GKV kann also nur in Verbindung mit Überkronungen abgerechnet werden. Ausnahmen sind zu begründen.

22.03.2013
Die korrekte Berechnung von Notfallversorgungen gemäß GOZ 2012 analog § 6 Abs. 1 – Teil 1

1.   Reposition eines dislozierten Zahnfragments mittels Adhäsivtechnik (Wiederansetzen eines abgebrochenen Zahnteils)

Die Reposition eines abgebrochenen Zahnfragments mittels Adhäsivtechnik wurde in die GOZ 2012 nicht aufgenommen und wird somit,  gemäß BZÄK, analog nach § 6.1 GOZ berechnet.

Nachfolgend ein Beispiel zur analogen Berechnung:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

2120a

Reposition eines dislozierten Zahnfragments mittels Adhäsivtechnik gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 2120 Präparieren einer Kavität und Restauration mit Kompositmaterialien, in Adhäsivtechnik, mehr als dreiflächig, gem. § 10.4 GOZ

99,60 €

 

Hinweis GKV:

Eine Mehrkostenvereinbarung gem. § 28.2 SGB V ist für diese Leistung nicht möglich. Die Reposition eines dislozierten Zahnfragments mittels Adhäsivtechnik muss mit dem Patienten mittels einer Vereinbarung einer Privatbehandlung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ vereinbart werden.

2.   Eingliederung einer Schiene mit aufgestellten, bzw. eingearbeiteten Prothesenzähnen oder mit Brückengliedern als prov. Versorgung

Die Eingliederung einer Schiene mit aufgestellten, bzw. eingearbeiteten Prothesen-zähnen oder mit Brücken-gliedern als prov. Versorgung wurde in die GOZ 2012 nicht aufgenommen. Die Leistung wird analog nach § 6.1 GOZ berechnet.

Nachfolgend ein Beispiel zur analogen Berechnung:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

5200a Eingliederung einer Schiene mit aufgestellten, bzw. eingearbeiteten Prothesenzähnen oder mit Brückengliedern als prov. Versorgung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr.5200 Versorgung eines teilbezahnten Kiefers durch eine Teilprothese mit einfachen, gebogenen Haltelementen gem. § 10.4 GOZ

90,55 €

zzgl. Begleit- und BEB- Leistungen

oder

 

 

7010a

Eingliederung einer Schiene mit aufgestellten, bzw. eingearbeiteten Prothesenzähnen oder mit Brückengliedern als prov. Versorgung gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7010 Eingliederung eines Aufbissbehelfs mit adjustierter Oberfläche gem. § 10.4 GOZ

103,49 €

zzgl. Begleit- und BEB- Leistungen

 

Hinweis GKV:

GKV Patienten erhalten den Festzuschuss 5.1 für die andersartige Versorgung über den HKP. Die Berechnung erfolgt nach GOZ gem. § 6.1 analog auf HKP Teil 2.

22.02.2013
Anwendung eines Lasers - Zuschlag nach GOZ Nr. 0120

GOZ-Nr.

Leistung

0120

Zuschlag für die Anwendung eines Lasers bei den Leistungen nach den Nummern 2410, 3070, 3080, 3210, 3240, 4080, 4090, 4100, 4130, 4133 und 9160

Bei der Anwendung eines Lasers im Zusammenhang mit den aufgeführten konservierenden, endodontischen, chirurgischen, parodontalchirurgischen und implantologischen Leistungen kann ein Zuschlag berechnet werden.

Der Zuschlag ist jedoch nur einmal je Behandlungstag und nur neben einer der oben abschließend aufgeführten Leistungen ansatzfähig.

Die Höhe des Zuschlags entspricht dem einfachen Gebührensatz der Leistung, neben der er berechnet wird, und ist nicht steigerungsfähig. Bei der Durchführung mehrerer zuschlagsfähiger Leistungen wird diejenige Leistung zur Bemessung herangezogen, die mit der höchsten Punktzahl bewertet ist.

Der Zuschlag darf jedoch höchstens einen Betrag von 68,00 Euro erreichen, es sei denn, der Zuschlag wird nach § 2 Abs. 1 GOZ frei vereinbart.

Abrechnungsinformationen zur analogen Berechnung:

Die Kanalsterilisation z. B. mittels eines Lasers in separater Sitzung nach Abschluss der mechanischen Kanalaufbereitung ist gem. GOZ § 6 Abs. 1 analog berechnungsfähig.

Die Zahnärztekammer Baden-Württemberg teilt mit:

"Die GOZ unterscheidet nicht nach Lasersystem, sondern nur nach dem Zusammenhang der Laseranwendung. Die Frage der Abrechnung von Behandlungsmaßnahmen, die nicht den in der GOZ-Nr. 0120 gelisteten Gebührenziffern zuzuordnen sind, entscheidet sich am Kriterium der selbstständigen Leistung: unselbstständige Laseranwendung ("Skalpellersatz") über den Faktor, selbstständige, nicht beschriebene Laseranwendung als Analogziffer.

Da die zahnärztlichen Maßnahmen mit den Weichgewebslasern in der Regel unselbstständige Leistungen sind, kann vereinfachend der Eindruck entstehen, dass das jeweilige System der Bestimmungsfaktor ist. Kriterium bleibt aber die Frage der Selbstständigkeit einer Leistung."

Hinweis für GKV Patienten:

Grundsätzlich gilt bei einem Kassenpatienten das Zuzahlungsverbot zu vertragszahnärztlichen Leistungen. Daher ist beim Einsatz eines Lasers bei einem  GKV Patienten eine Mehrkostenberechnung, wie bei der Füllungstherapie, nicht zulässig. Auch eine endodontische Behandlung auf BEMA Basis und der „Zuschlag für die Anwendung eines Lasers“ nach GOZ 0120 schließen sich aus.

Im Rahmen einer vertragszahnärztlichen Behandlung besteht aber die Möglichkeit, eine Laserbehandlung als selbständige Leistung analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ zusätzlich zur Vertragsleistung zu vereinbaren.

Die Leistungen müssen allerdings einen eigenen Leistungsinhalt beschreiben, der nicht im BEMA enthalten ist.

 

 

24.01.2013
Abweichende Honorarvereinbarung für Zuschlagsposition 0110 „Zuschlag OP-Mikroskop“

Abweichende Honorarvereinbarung für Zuschlagsposition 0110 „Zuschlag OP-Mikroskop“ möglich

GOZ-Nr.

Leistung

Honorar 1,0fach

0110

Zuschlag für die Anwendung eines Operationsmikroskops bei den Leistungen nach den Nummern 2195, 2330, 2340, 2360, 2410, 2440, 3020, 3030, 3040, 3045, 3060, 3110, 3120, 3190, 3200, 4090, 4100, 4130, 4133, 9100, 9110, 9120, 9130 und 9170

22,50 €

Die Leistung ist eine Zuschlagsposition und kann daher nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnet werden, es sei denn, der Zuschlag wird nach § 2 Abs. 1 GOZ frei vereinbart.

Das bedeutet, dass mit einer abweichenden Honorarvereinbarung auch ein Überschreiten des 1,0fachen Faktors möglich ist.

 

Vereinbarung gemäß § 2 Absatz 1 GOZ

zwischen

Herrn/Frau

Patient/Zahlungspflichtiger oder dessen gesetzlicher Vertreter

Anschrift

und

Herrn/Frau

Zahnarzt/Zahnärztin

gemäß § 2 Abs. 1 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) werden für folgende Leistungen die aufgeführten Gebühren vereinbart:

Zahn/Gebiet/ Region

Gebühren-nummer

Bezeichnung der Leistung

Steigerungs-satz

Betrag

 

 

 

 

 

 

 

 

Summe

 

Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Erstattung der Vergütung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist.

Dem Zahlungspflichtigen (oder dessen gesetzlichem Vertreter) wurde eine Ausfertigung dieser Vereinbarung ausgehändigt.

Ort, Datum

 

Unterschrift                                                Unterschrift

Patient/Zahlungspflichtiger                        Zahnarzt / Zahnärztin

oder dessen gesetzlicher Vertreter

 

Abrechnungshinweise der BZÄK:

Die Anwendung einer Lupenbrille oder eines Endoskops berechtigt nicht zum Ansatz der Nummer 0110. Die Nummer 0110 ist nur berechnungsfähig als Zuschlag zu den in der Leistungsbeschreibung enumerativ abschließend benannten Gebührennummern.

In anderen Fällen ist die Anwendung des Operationsmikroskops gemäß § 5 Abs. 2, bzw. § 2 Abs. 1 und 2 GOZ bei der Bemessung der Grundleistung berücksichtigungsfähig.

18.12.2012
Die Anwendung von Kariesdetektor ist analog gem. § 6 Absatz 1 GOZ berechnungsfähig

Im Gegensatz zur GOZ 1988 kann durch die Neuformulierung der Analogberechnung der Einsatz von Kariesdetektor im Rahmen der Füllungstherapie (GOZ Positionen 2050 bis 2120) sowie bei Aufbaufüllungen nach GOZ-Nr. 2180 und bei der Versorgung mit Inlays (GOZ Positionen 2150 bis 2170) analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden.

Der Ansatz der analogen Position ist auch neben der GOZ-Nr. 2030 „Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten“ möglich.

Beispiele zur analogen Berechnung der Anwendung von Kariesdetektor:

GOZ -Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3

Honorar 3,5

2030a

Anwendung eines Kariesdetektors gem. GOZ § 6 Abs. 1 entsprechend GOZ-Nr. 2030 Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten gem. GOZ § 10 Abs.4

8,41 €

12,80 €

 

oder

   

2020a

Anwendung eines Kariesdetektors gem. GOZ § 6 Abs. 1 entsprechend GOZ-Nr. 2020 temporärer, speicheldichter Verschluss gem. GOZ § 10 Abs.4

12,68 €

19,29 €

 

Hinweis:

Die Anwendung von z.B. Canal blue in der Endodontie kann ebenfalls analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden.

 

 

13.11.2012
Prothesenreinigung ist analog gem. § 6 Absatz 1 GOZ berechnungsfähig

Die professionelle Reinigung und Desinfektion einer Prothese bzw. abnehmbarem Zahnersatz sind nicht in der Gebührenordnung beschrieben und werden daher nach § 6 Absatz 1 analog berechnet. Eine Berechnung nach § 9 bleibt unberührt.

Die Berechnung nach § 9 GOZ (zahntechnische Leistungen) auf Basis der BEB bleib unberührt bedeutet, dass die BEB-Positionen:

  • 0732 Desinfektion
  • 8123 Prothese säubern und polieren

auch weiterhin neben der analogen Position berechnungsfähig sind.

Beispiele zur analogen Berechnung einer Prothesenreinigung:

GOZ -Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3

Honorar 3,5

5250a

Reinigung einer herausnehmbaren Prothese gem. GOZ § 6 Abs. 1 entsprechend  GOZ-Nr. 5250 Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion oder zur Erweiterung einer abnehmbaren Prothese (ohne Abformung) gem. § 10 Abs. 4 GOZ

18,11 €

27,56 €

 

oder

   

5260a

Reinigung einer herausnehmbaren Prothese gem. GOZ § 6 Abs. 1 entsprechend  GOZ-Nr. 5260 Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion oder zur Erweiterung einer abnehmbaren Prothese (mit Abformung) gem. § 10 Abs. 4 GOZ

34,93 €

53,15 €

 

 

04.10.2012
Die Herstellung von Schienen ist analog berechnungsfähig

Die Neuformulierung des § 6 Abs. 1 GOZ lautet:

Selbstständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses dieser Verordnung berechnet werden.

Sofern auch eine nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung im Gebührenverzeichnis dieser Verordnung nicht enthalten ist, kann die selbstständige zahnärztliche Leistung entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung der in Absatz 2 genannten Leistungen des Gebührenverzeichnisses der Gebührenordnung für Ärzte berechnet werden.“

Im Leistungstext der GOZ-Nr. 9003 „Verwendung einer Orientierungsschablone / Positionierungsschablone zur Implantation, je Kiefer“ ist lediglich die Verwendung aber nicht der zahnärztliche Aufwand im Zusammenhang mit der Herstellung der Schablone beschrieben. Somit kann die Herstellung der Orientierungs- bzw. Positionierungsschablone nach § 6 Abs. 1 analog berechnet werden.

Beispiel für analoge Berechnung der Herstellung einer Orientierungsschablone:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

7000a

Herstellung einer Orientierungsschablone / Positionierungsschablone zur Implantation, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7000 Eingliederung eines Aufbissbehelfs ohne adjustierte Oberfläche gem. § 10.4 GOZ

34,93 €

GOZ-Nr. Leistungsbeschreibung Honorar

Gleiches gilt natürlich auch für die Leistungen nach GOZ-Nr. 9005 (Verwendung einer auf dreidimensionale Daten gestützten Navigationsschablone / chirurgischen Führungsschablone …).

Auch die GOZ-Nr. 1030 (Lokale Anwendung von Medikamenten zur Kariesvorbeugung oder initialen Kariesbehandlung mit einer individuell gefertigten Schiene als Medikamententräger, je Kiefer) beschreibt lediglich die Anwendung aber nicht die Herstellung eines Medikamententrägers zur Kariesvorbeugung bzw. -behandlung.

Beispiel für analoge Berechnung der Herstellung eines Medikamententrägers zur Kariesvorbeugung bzw. –behandlung:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

7000a

Herstellung eines Medikamententrägers zur Kariesvorbeugung oder initialen Kariesbehandlung, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7000 Eingliederung eines Aufbissbehelfs ohne adjustierte Oberfläche gem. § 10.4 GOZ

34,93 €

Eine Schiene als Medikamententräger für andere Zwecke – wie z. B. zur Parodontalprophylaxe – wurde in die GOZ 2012 nicht aufgenommen somit werden in diesem Fall sowohl die Herstellung als auch die Anwendung analog nach § 6 Abs. 1 berechnet.

Beispiel für analoge Berechnung der Herstellung sowie der Anwendung eines Medikamententrägers in Rahmen der Parodontaltherapie:

GOZ-Nr.

Leistungsbeschreibung

Honorar 2,3fach

7000a

Herstellung einer Orientierungsschablone / Positionierungsschablone zur Implantation, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 7000 Eingliederung eines Aufbissbehelfs ohne adjustierte Oberfläche gem. § 10.4 GOZ

 34,93 €

1030a

Lokale Anwendung von Medikamenten in der Parodontaltherapie mittels einer individuell gefertigten Schiene als Medikamententräger, je Kiefer gem. § 6.1 GOZ entsprechend GOZ-Nr. 1030 Lokale Anwendung von Medikamenten zur Kariesvorbeugung oder initialen Kariesbehandlung mit einer individuell gefertigten Schiene als Medikamententräger, je Kiefer gem. § 10.4 GOZ

11,64 €

 

Wichtiger Hinweis:

Der GOZ-Senat der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) stellt fest:

Generell ist der behandelnde Zahnarzt allein zuständig und verantwortlich für die Wahl der angemessenen analogen Gebührennummer bei zahnärztlichen Leistungen, die in der GOZ nicht abgebildet sind.

§ 6 Absatz 1 der GOZ benennt die Voraussetzung einer analogen Berechnung: „Selbständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses dieser Verordnung berechnet werden.“ Diese Zuordnung ist begriffsnotwendig nicht durch Außenstehende möglich, sondern ausschließlich dem behandelnden Zahnarzt allein anhand des konkreten Behandlungsfalls möglich und vorbehalten.

 

23.08.2012
Die korrekte Berechnung einer professionellen Zahnreinigung

Die GOZ-Nr. 1040 Professionelle Zahnreinigung wurde als neue Leistung in die GOZ 2012 aufge­nommen. Das bedeutet, dass auch bei gesetzlich versicherten Patienten eine Berechnung als z.B. Pauschalbetrag nicht mehr möglich ist.

Häufig kommt es aber in der Praxis bei der auf­wandsgerechten Honorierung bei alleinigem An­satz der GOZ-Nr. 1040 zu Problemen. Besonders bei Patienten mit reduziertem Zahnbestand oder bei sehr hohen Praxissoll-Stundensätzen.

Aufgrund der umfangreichen Kombinationsmög­lichkeiten der berechnungsfähigen Leistungen kann aber problemlos ein individuell angemesse­nes Honorar erzielt werden.

Folgende Leistungen können neben der GOZ-Nr. 1040 PZR berechnet werden:

  • Mundhygienestatus/Unterweisung (GOZ-Nr. 1000) oder Kontrolle des Übungserfolges (GOZ-Nr. 1010)
  • Beratendes Gespräch zur Beseitigung von schädlichen Gewohnheiten(GOZ-Nr. 6190)
  • Fluoriderung mit individueller Schiene (GOZ-Nr. 1030)
  • Herstellung eines Medikamententrägers (analog GOZ §6.1)
  • Fissuren- und Glattflächenversiegelungen (GOZ-Nr. 2000)
  • Behandlung überempfindlicher Zahnflächen (GOZ-Nr. 2010)
  • Kontrolle/Finieren/Polieren einer Restauration (GOZ-Nr. 2130)
  • Lokalbehandlung von Mundschleimhauter­krankungen (GOZ-Nr. 4020)
  • Beseitigung von scharfen Kanten (GOZ-Nr. 4030)
  • Entfernung von subgingivalen Belägen auf nicht chirurgischem Wege (analoge Berechnung nach § 6 Abs. 1 GOZ)
  • u. v. m.

Bei den zusätzlich berechnungsfähigen Leistungen verdienen besonders zwei Positionen besondere Aufmerksamkeit:

1. GOZ-Nr. 2130

Kontrolle, Finieren / Polieren einer Restauration in separater Sitzung, auch Nachpolieren einer vorhandenen Restauration.

Die Leistung ist für alle vorhandenen Füllungen und Restaurationen unabhängig vom Material und von der Anzahl der Flächen sowie je Füllung bzw. Restauration, ggf. auch mehrfach pro Zahn berechnungsfähig.

Die GOZ-Nr. 2130 kann nur in separater Sitzung, d.h. getrennt von der Herstellung der Restaurati­on, berechnet werden.

Für den Ansatz der Gebührenposition im Zusam­menhang mit einer PZR ist besonders eine Aus­sage der Bundeszahnärztekammer maßgeblich:

„Für die Politur älterer Füllungen oder Restauratio­nen kann diese Nummer immer in Ansatz gebracht werden.“

2. Analogie § 6.1 GOZ für die Entfernung subgingivaler Beläge als nicht-chirurgische Maßnahme

Im Leistungsumfang der GOZ-Nr. 1040 PZR ist lediglich die Entfernung supragingivaler und gin­givaler aber nicht subgingivaler Beläge enthalten.

Auch die Bundeszahnärztekammer bestätigt: „Die subgingivale Belagentfernung im Sinne einer PZR, z. B. im Rahmen einer paradontalen Nachsorge, ist von dieser Nummer nicht umfasst und muss daher ana­log berechnet werden.“

Wie nicht anders zu erwarten, stehen wir aber auch mit der neuen GOZ 2012 einer Flut von Erstattungsproblemen gegenüber. Besonders bei der mehrmaligen Berechnung der GOZ-Nr. 1040 PZR innerhalb eines kurzen Zeitraums lehnen die Versicherungen die Kostenübernahme mit der Begründung ab, die Position wäre in der Be­rechnung zeitlich begrenzt.

Als besonderen News4you Service nachfolgend ein Musterbrief, mit dem Sie gegenüber Ihrem Patienten argumentieren können.

Mustertext:

Zeitlicher Abstand bei der GOZ-Nr. 1040 PZR, keine zeitliche Begrenzung in der GOZ

* bitte Indikation noch anpassen bzw. Unzutreffendes streichen

Sehr geehrte(r) Name des/der Patientin,

vielen Dank für die Überlassung Ihres Erstat­tungsschreibens. Gerne stellen wir Ihnen nach­folgend einige Informationen zur Verfügung, mit dem Sie Ihren Anspruch auf Erstattung bei Ihrem Kostenerstatter Nachdruck verleihen können.

Im Verlauf Ihrer Behandlung wurde im Rahmen

  • einer parodontalen Vorbehandlung
  • €des Prophylaxe-Programms
  • €von sehr intensiven professionellen Zahn­reinigungen

die Leistung „professionellen Zahnreinigung“ nach GOZ-Nr. 1040 in mehreren Sitzungen er­bracht und berechnet.

Vom Kostenerstatter wurde jedoch nur eine einmalige Berechnungsfähigkeit zugestanden, mit der Begründung, dass eine mehrmalige PZR

  • medizinisch nicht notwendig sei.
  • €für denselben Zahn innerhalb von 30 Tagen nur einmal berechnungsfähig sei.

Eine Begrenzung hinsichtlich der Häufigkeit der Berechnung besteht in der GOZ aber lediglich bei den Gebührenpositionen 4050 und 4055. Diese bilden die Leistung der Entfernung harter und weicher Zahnbeläge ab und nicht die bei Ih­nen durchgeführte professionelle Zahnreinigung nach 1040 GOZ. Diese Leistung umfasst das Entfernen der supragingivalen/gingivalen Beläge auf Zahn- und Wurzeloberflächen einschließlich Reinigung der Zahnzwischenräume, das Entfer­nen des Biofilms, die Oberflächenpolitur und ge­eignete Fluoridierungsmaßnahmen, je Zahn oder Implantat oder Brückenglied.

In der Gebührenordnung für Zahnärzte gibt es keinen Hinweis, dass die Maßnahme der PZR in einer Sitzung vollständig erbracht werden muss. Dies ist nach Behandlungsfall auch oftmals in ei­ner Sitzung gar nicht möglich, da die Belastung für Sie als Patient bzw. für die parodontalen Struktu­ren zu hoch wäre.

Andererseits ist das Argument, dass eine Leistung erst nach ihrem Erbringen berechnungsfähig ist, nicht von der Hand zu weisen. Allerdings können sich je nach anatomischen und pathologischen Zuständen und abhängig von der Mitarbeit des Patienten durchaus sehr rasch wieder Beläge und Biofilm bilden. Wissenschaftliche Untersuchun­gen nennen sehr kurze Zeiträume, die Übergän­ge sind ohnehin fließend.

In Ihrem vorliegenden Behandlungsfall musste die Leistung nach GOZ Ziffer 1040 zeitnah mehrfach erbracht werden,

  • wegen einer Grundreinigung bei hochgradi­gem Ansatz von Belägen und Biofilm
  • €aufgrund einer hochgradiger Parodontaler­krankung zur Schonung der parodontalen Strukturen
  • eines überdurchschnittlich schnellen neu­en Ansatzes von Belägen und Biofilm, weil...

Aus fachlichen gebührenrechtlichen Gründen er­folgte der mehrfache Ansatz der Gebührenposi­tion 1040 daher zu Recht und muss von Ihrer Versicherung tariflich erstattet werden.

Mit freundlichen Grüßen Ihr Praxisteam

31.07.2012
Trepanation GOZ-Nr. 2390 neben anderen endodontischen Leistungen

Um die Berechnungsfähigkeit der GOZ-Nr. 2390 Trepanation entstehen Erstattungsprobleme mit den privaten Kostenerstattern. Grund ist der, eigentlich vollkommen unnötige, Zusatz „als selbständige Leistung“ im Text der Gebührenziffer.

Die GOZ-Nr. 2390 Trepanation ist sowohl neben der Vitalexstirpation nach GOZ-Nr. 2360 sowie in der Folgesitzung nach medikamentöser Einlage (GOZ-Nr. 2430) – wenn diese mit definitivem Material im Sinne der GOZ-Nr. 2020 – verschlossen war.

Begründung zur Berechnung der Trepanation GOZ-Nr. 2390 neben anderen endodontischen Leistungen:

In der Begründung zur GOZ des Bundesministeriums findet sich eine nicht nachvollziehbare Auslegung der Leistungsbeschreibung mittels einer Missinterpretation des § 4 Abs. 2 GOZ (Zielleistung).

Die Trepanation wird weder von der Vitalexstirpation noch von der Wurzelkanalaufbereitung oder einer anderen endodontischen Leistung umfasst. Sie ist auch nicht zwingend methodisch notwendiger Bestandteil einer Wurzelbehandlung.

Z. B. fällt bei bereits eröffneter Pulpa durch großflächige Karies oder bei entsprechenden Zahnfrakturen keine Trepanation an.

Quelle:

DER Kommentar Liebold/Raff/Wissing

Asgard Verlag

Kommentar der Bundeszahnärztekammer zur Leistungsbeschreibung (Stand 20. Januar 2012):

"Die Trepanation eines bleibenden Zahnes oder eines Milchzahnes dient der Eröffnung des Pulpenkavums und der Schaffung eines Zugangs zum endodontischen System oder kann zur Entlastung infizierten Pulpengewebes und dadurch der Schmerzstillung dienen.Die Leistung kann an vitalen oder avitalen Zähnen erbracht werden.

Die selbständige Leistung "Trepanation" ist mit der Eröffnung des koronalen Pulpenkavums
abgeschlossen. Weitere endodontische Maßnahmen sind andere eigenständige Leistungen.

Diese sind auch berechnungsfähig, wenn deren Durchführung im unmittelbaren Anschluss an
die Trepanation erfolgt.

Die Wiedereröffnung eines definitiv verschlossenen Zahnes zur weitergehenden Wurzelkanalbehandlung oder zur Revision einer vorhandenen Wurzelkanalfüllung kann erneut nach dieser Gebührennummer berechnet werden.

Die Leistung ist nicht berechenbar bei bereits freiliegendem Pulpenkavum z. B. nach Zahnfraktur oder bei pulpeneröffnenden kariösen Defekten."

27.06.2012
Berechnung von provisorischen Versorgungen und deren Laborleistungen

Bei der GOZ-Nr. 2260 „Provisorium im direkten Verfahren ohne Abformung“ ist die Berechnung von Materialien eindeutig geregelt. In der Abrechnungsbestimmung steht: Bei Verwendung eines konfektionierten Provisoriums sind die Kosten hierfür gesondert berechnungsfähig.

Anders verhält es sich bei der GOZ-Nr. 2270 „Provisorium in direkten Verfahren mit Abformung“. Durch die Leistungsbeschreibung des direkten Verfahrens kann die Herstellung – im Gegensatz zu der alten GOZ-Nr. 227 – nicht mehr als BEB Leistung berechnet werden.

Berechnungsfähig sind aber Laborbegleitleitungen wie zum Beispiel:

  • umfangreiches Ausarbeiten zur Umgestaltung, Umarbeitung und Anpassung einer direkt gefertigten Krone, Inlay, Brückenglied o.ä.
  • Individualisierungsmaßnahmen einer direkt gefertigten Krone, Inlay, Brückenglied o.ä.

Diese Leistungen sind in der BEB nicht enthalten und müssen praxisindividuell angelegt und kalkuliert werden.

In die GOZ 2012 sind allerdings laborgefertigte Provisorien, die keine drei Monate Tragedauer vorweisen, nicht aufgenommen worden.

Im indirekten Verfahren mittels Modell und Tiefziehfolie angefertigte Provisorien in der Zahnarztpraxis und / oder im zahntechnischen Labor hergestellte Provisorien werden somit analog gem. § 6 Absatz 1 der GOZ zzgl. BEB Leistungen berechnet.

Als analoge Leistung kann z.B. die GOZ-Nr. 2320 angesetzt werden.

Beispiel:

GOZ-Nr.

Leistung

2320

Provisorium im indirekten Verfahren, je Zahn, Brückenglied oder Implantat gem. GOZ § 6.1 entsprechend GOZ-Nr. 2320 Wiederherstellung einer Krone gem. GOZ § 10.4

 

 

 

 

Ebenfalls nicht in die GOZ 2012 aufgenommen – und somit analog berechnungsfähig, sind folgende Leistungen:

  • provisorische Krone mit Stiftverankerung
  • Wiedereingliederung eines andernorts angefertigten Provisioriums

 

16.06.2012
Heil- und Kostenplan bei erneuerungsbedürftigen Versorgungen

Ein vorhandener funktionsuntüchtiger Zahnersatz lässt oft keine eindeutige Befunderhebung der zu versorgenden Zähne zu. Die Befunderhebung ist dadurch oft erheblich eingeschränkt oder nur bedingt möglich.

In diesen Fällen wird ein Heil- und Kostenplan erstellt dem die vermuteten Befunde zugrunde legt.

Im Bemerkungsfeld des HKP sollte vermerkt werden:

Vorläufige Planung – endgültige Planung erst nach Entfernung des vorhandenen Zahnersatzes möglich.

Der beauftragte Gutachter erkennt aus der Bemerkungszeile, dass keine endgültige Planung vorliegt. Er kann aber die Insuffizienz des vorhandenen Zahnersatzes befunden (Befund kw) und die Notwendigkeit der Neuversorgung beurteilen und die Planung anhand der Richtlinien prüfen.

Danach setzt die Krankenkasse die jeweiligen Festzuschüsse fest. Des Weiteren trägt die Krankenkasse den Bonusanspruch mit 00%, 20% oder 30% ein. Bei Härtefällen kann das entsprechende Feld von der Krankenkasse angekreuzt oder mit den Buchstaben „HF“ versehen werden.

Wird nach der Festsetzung der Festzuschüsse die Planung (zum Beispiel auf Wunsch des Versicherten) abgeändert, muss der Heil- und Kostenplan erneut der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden.

Der genehmigte, vorläufige HKP ist dabei mit einzureichen.

 

16.05.2012
Berechnung der Gebührennummer 2197 GOZ

Die Geb.-Nr. 2197 wurde neu in die GOZ 2012 aufgenommen und beschreibt die "Adhäsive Befestigung" der speziellen Verankerungen von Aufbaumaterial, Stiften, Inlays, Kronen, Teilkronen, Veneers etc. am Zahn.

Die Geb.-Nr. 2197 GOZ kann in derselben Sitzung an dem selben Zahn mehrfach berechnet werden.

In der Amtlichen Begründung zur GOZ des Bundesgesundheitsministeriums wurde ausgeführt, diese Position nur einmal pro Sitzung und Zahn zu berechnen.

Bundesweit hat sich nunmehr jedoch in Übereinstimmung mit der Bundeszahärztekammer die Auffassung durchgesetzt, diese Gebührenposition je Maßnahme in Ansatz zu bringen.

Es kann z.B. in einer Sitzung die adhäsive Befestigung eines Glasfaserstiftes, einer Aufbaurekonstruktion und anschließend die adhäsive Befestigung der Krone notwendig werden. Hier ist dann die Geb.-Nr. 2197 GOZ 3x berechnungsfähig.

Im Bereich der Endodontie ist der Ansatz für die dentinadhäsive Verankerung des Sealers bei der Wurzelfüllung möglich.

Bei der (Wieder-) Befestigung von Brücken wird die Leistung je Brückenpfeiler berechnet.

Für die adhäsive Befestigung einer Maryland-Brücke (Geb.-Nr. 5150 GOZ) oder von adhäsiven Rekonstruktionen (Geb.-Nr. 2060, 2080, 2100, 2120 GOZ) kann die Geb.-Nr. 2197 GOZ nicht zusätzlich berechnet werden, weil die adhäsive Befestigung hier Leistungsbestandteil der genannten Leistungen ist.

 

05.05.2012
Neue Klärung zu der Berechnung von Aufbaufüllungen

Die Neunovellierung der GOZ zum 01.01.2012 hat leider nicht zu einer gewünschten, angemessenen Honorierung von Aufbaufüllung, hier besonders bei dentinadhäsiven Aufbaufüllungen, geführt.

In der „alten“ GOZ 1988 hatten wir die Möglichkeit, konventionelle Aufbaufüllungen an Brückenankern und Teleskopkronen nach den GOZ Positionen 205 bis 211 als Füllung zu berechnen. Basis dafür war ein fehlender Passus bei den prothetischen Leistungsziffern.

Auch in der GOZ 2012 stellte es sich zu Beginn so dar, als würde die Abrechnungsbestimmung „Neben den Leistungen nach den Nummern 2200 bis 2220 (Kronen) sind Leistungen nach den Nummern 2050 bis 2130 (Füllungen) nicht berechnungsfähig.“ weiterhin bedeuten, dass neben Ankerkronen sowie Teleskopkronen die konventionellen Aufbaufüllungen nach den GOZ-Nrn. 2050, 2070, 2090 und 2110 und die dentinadhäsiven Aufbaufüllungen nach den GOZ-Nrn. 2060, 2080, 2100 und 2120 berechnet werden können.

Nach aktuellem Stand des Beschlusskatalogs zur GOZ der Bundeszahnärztekammer wurde nun aber eine Klärung herbeigeführt:

Konventionelle Aufbaufüllungen:

Die Leistung nach GOZ-Nr. 2180 beinhaltet die Vorbereitung eines durch umfangreiche Hartsubstanzdefekte geschädigten Zahnes mit einer plastischen Aufbaufüllung bzw. Restauration.

Sie dient der Vorbereitung des Zahnes, um für eine Kronenpräparation genügend Substanz bereitzustellen.

Wichtig ist dabei, dass festgestellt wurde, dass die Leistung nach 2180 GOZ im Zusammenhang mit der sich anschließenden Überkronung des Zahnes ausgeführt wird.Im Zusammenhang bedeutetin der Präparationssitzung.

Demnach können Kavitätenversorgungen mit konventionellem Aufbaumaterial (ohne Adhäsivtechnik), die mit Kauflächenmorphologie und / oder Approximalkontakten gestaltet werden, nach den Nummern 2050, 2070, 2090 oder 2110 berechnet werden, wenn diese in getrennter Sitzung zur Präparation angefertigt wurden.

Hinweis GKV:

Bei gesetzlich versicherten Patienten werden konventionelle Aufbaufüllungen vor Überkronung nach den BEMA Positionen 13a oder 13b berechnet.

Aufbaufüllungen in Adhäsivtechnik:

Wird die adhäsive Aufbaufüllung in der Präparationssitzung gelegt, kann zur GOZ-Nr. 2180 die adhäsive Verankerung separat mit der Nummer 2197 berechnet werden.

Allerdings gilt auch bei adhäsiven Aufbaurekonstruktionen die Berechnung nach der Kombination der GOZ-Nrn. 2180 mit 2197 nur im innerhalb der Präparationssitzung.

Wird der Leistungsinhalt einer Füllung an Zähnen erfüllt, die zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Krone, Brücke oder Prothesenanker versorgt werden sollen, sind diese nach den entsprechenden Nummern zu berechnen.

Dies kann erforderlich sein, wenn eine klinische Reaktion des Zahnes abgewartet werden muss oder wenn die spätere Versorgung des Zahnes noch nicht entschieden ist. Ein Mindestabstand zwischen der Kavitätenversorgung und der Präparation für die Überkronung wurde dabei nicht definiert.

Wichtig: Leistungsinhalt der Füllungspositionen nach den GOZ Ziffern 2060, 2080, 2100 und 2120 ist die Ausarbeitung auf der Kaufläche bzw. der Oberfläche und ggf. an den approximalen Kontaktflächen sowie die Okklusionskontrolle.

Hinweis GKV:

Bei gesetzlich versicherten Patienten können adhäsive Aufbaufüllungen vor Überkronung über eine Mehrkostenvereinbarung nach § 28.2 SGB V berechnet werden. Dabei müssen die BEMA Positionen 13a oder 13b in Abzug gebracht werden. Mehrkosten können für alle Füllungen vereinbart werden, die nicht Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung sind.