GOÄ-Nr. 4 - Unterweisung einer Bezugsperson und Fremdanamneseerhebung

GOÄ-Nr. 4 - Unterweisung einer Bezugsperson und Fremdanamneseerhebung

GOÄ-Nr.

Leistung

Honorar 2,3fach

Honorar 3,5fach

Ä4

Erhebung der Fremdanamnese über einen Kranken und/oder Unterweisung und Führung der Bezugsperson(en) - im Zusammenhang mit der Behandlung eines Kranken

25,87 €

39,37 €

Abrechnungsbestimmungen:

  • Die Leistung nach Nummer 4 ist im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig.
  • Die Leistung nach Nummer 4 ist neben den Leistungen nach den Nummern 30, 34, 801, 806, 807, 816, 817 und/oder 835 nicht berechnungsfähig.

BZÄK-Kommentar zu der GOÄ-Nr. Ä4

Die Leistung kann auch telefonisch erbracht werden.

Für den Zeitraum des Behandlungsfalls gelten die gleichen Bestimmungen wie bei den Geb.-Nrn. Ä1 und Ä3.

Die Leistung kann auch erbracht werden, wenn der Patient abwesend ist.

Die GOÄ-Nrn. Ä4 und Ä1 sind nicht nebeneinander berechenbar, wenn sich sämtliche Bestandteile der Legenden zu den Nrn. Ä1 und Ä4 (Anamnese, Beratung, Fremdanamnese, Unterweisung) an ein und dieselbe Person richten, wie dies z. B. der Fall ist bei Mutter und Kleinkind oder Betreuer und schwerst kommunikationsgestörten Patienten. (Beschluss des Gebührenausschusses der BÄK vom 21.05.1997).

Eine regelmäßige Berechnung der Leistung bei Einbeziehung der Mutter bei der Behandlung von Kindern ist daher nicht statthaft.

Erhebung der Fremdanamnese

Dies ist immer dann notwendig, wenn der Patient vorübergehend oder auch dauerhaft nur eingeschränkte oder gar keine verwertbaren Angaben zu seiner Krankengeschichte machen kann.

Mögliche Ursachen, die eigenanamnestische Angaben nicht verwertbar oder unmöglich machen bzw. stark einschränken, sind z. B.:

  • Der Patient kann sich nicht entsprechend (verbal) ausdrücken (z. B. wegen mangelnder Sprachkenntnisse, Patienten mit tumorbedingter Kehlkopfentfernung, Patienten mit Zustand nach großen Operationen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich, Patienten mit spezifischen neurologischen Defiziten, Hörgeschädigte).
  • Der Patient hat keine Erinnerung an die Vorgeschichte(z. B. wegen Bewusstseinseinschränkungen oder -verlust).
  • Der Patient hat nicht die kognitiven Fähigkeiten zur Anamnese-Schilderung (z. B. Kleinkinder, Menschen mit seelischen/geistigen Behinderungen, Menschen mit Intelligenzminderung oder Menschen mit Demenz, Menschen mit psychiatrischen bzw. neurologischen Erkrankungen).
  • Räumlich  abwesender Patient.

HINWEIS:

Die Erhebung einer Fremdanamnese setzt voraus, dass eine andere Person als der Erkrankte selbst Angaben zur Krankheitsvorgeschichte macht.

Unterweisung und Führung der Bezugspersonen

Die Unterweisung und Führung der Bezugspersonen im Zusammenhang mit der Behandlung eines Kranken wird dann notwendig, wenn der Erkrankte selbst nicht oder nur unzureichend in der Lage ist, seine eigene Gesundheit bezüglich der vorliegenden Erkrankung zu bewahren oder wiederherzustellen. Mögliche Hinderungsgründe hierfür können sein:

  • Der Patient kann aus körperlichem Gebrechen (chronische Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit, Multimorbidität) oder wegen eines akuten lebensbedrohlichen Krankheitsgeschehens (z. B. generalisierte allergische Reaktion) nicht entsprechend für sich sorgen,
  • der Patient hat nicht die kognitiven Fähigkeiten zur Bewahrung seiner Gesundheit (z. B. Kleinkinder, Menschen mit seelischen/geistigen Behinderungen oder Menschen mit Demenz, Menschen mit psychiatrischen bzw. neurologischen Erkrankungen).

Die Führung und Unterweisung von Bezugspersonen meint auch – und das gilt allgemein für die hier angesprochenen Patientengruppen, besonders aber dauerhaft in der Alters- und Behindertenzahnheilkunde – konkrete Unterweisung bzw. Demonstrationen und ggf. praktische Anleitungen in der Kontrolle der Mundhygienemaßnahmen bzw. der Umsetzung der individuell notwendigen Mundhygienemaßnahmen.

Bei Menschen mit seelischer/geistiger Behinderung sind außerdem häufige Themen das pädagogische Vorgehen bei Abwehrverhalten gegenüber dem Zahnarzt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Therapeuten wie z. B. Logopäden oder Physiotherapeuten.

HINWEIS:

Auch Aufklärung von Betreuern bei zahnärztlichen Behandlungen

  • Zahn- oder Implantatentfernung,
  • Füllungen,
  • Wurzelbehandlungsmaßnahmen,
  • Zahnersatz,
  • Bruxismustherapie

Erörterung von  speziellen Auswirkungen und Risiken für die Allgemeine Gesundheit z. B.

  • Ernährungszustand bei Defiziten des Gebisszustandes
 

weitere Abrechnungstipps

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