Positionspapier der BZÄK zur IKD

Positionspapier der BZÄK zur IKD

BZÄK: mikroskopgestützte, binokulare intrakoronale / intrakanaläre Diagnostik

Die Bundeszahnärztekammer hat im September 2020 ein aktuelles Positionspapier zur mikroskopgestützten, binokularen intrakoronalen / intrakanalären Diagnostik veröffentlicht.

Hierin bestätigt die BZÄK, dass die binokularmikroskopische Untersuchung intrakoronaler oder intrakanalärer pathologischer Veränderungen eines Zahnes als selbständige Leistung gemäß § Abs. 1 GOZ analog berechnet werden kann.

Als Fälle, in denen eine analoge Berechnung möglich ist, werden aufgeführt:

  • Rissbildungen
  • Perforationen 
  • Dentikel
  • verengte oder verschlossene Wurzelkanaleingänge
  • intrakanaläre Verengungen 
  • Stufenbildungen oder Oblitarationen
  • interne Resorptionen des Kanalwanddentins
  • atypisch weite apikale Foramina bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum oder nach Trauma,
  • intrakanaläre Prüfung einer vorhandenen retrograden Wurzelfüllung im Rahmen einer Revision einer Wurzelfüllung
  • Wurzelfrakturen
  • Darstellung frakturierter Wurzelkanalinstrumente

Die Berechnung des Zuschlags nach der Nummer 0110 scheidet in diesen Fällen reiner Diagnoseerhebung aus, da der Zuschlag anderen Gebührennummern zugeordnet ist.

Das vollständige Positionspapier der BZK finden Sie hier.

Rechtsprechung zur IKD

Das Amtsgericht (AG) Ludwigsburg hat mit Urteil vom 28.03.2017 (Az.: 8 C 1040/16) – basierend auf den Ausführungen eines Sachverständigen – bestätigt, dass es sich bei einer eigenständigen intrakoronalen und intrakanalären Diagnostik (IKD) um eine selbständige zahnärztliche Leistung handelt, die gemäß § 6 Abs. 1 GOZ mit einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung analog berechnet werden kann.

Der Sachverständige hat zu den Berechnungsmodalitäten dargelegt, dass die selbständige Abrechnung der intrakanalären Diagnostik je Diagnostik (einmal je Zahn/Sitzung) und nicht je untersuchtem Kanal in Ansatz zu bringen ist.